Römersreuth
Feuer

Kreis Kulmbach: Flächenbrand auf zehn bis 15 Hektar - Einsatzkräfte haben Feuer unter Kontrolle

Eine Fläche von fast 15 Hektar hat am Donnerstag Nachmittag in Römersreuth, einem Stadtteil von Bad Steinach im oberfränkischen Landkreis Kulmbach, gebrannt. Inzwischen ist das Feuer nach Angaben des Kulmbacher Landrats gelöscht.
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Im Landkreis Kulmbach brannten zehn bis 15 Hektar Land. Foto: Sonny Adam
Im Landkreis Kulmbach brannten zehn bis 15 Hektar Land. Foto: Sonny Adam
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Zwischen Presseck und Stadtsteinach - östlich von Römersreuth - hat der Wald gebrannt. Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis und den Nachbarlandkreisen Kronach und Bayreuth waren im Einsatz und haben das Feuer inzwischen unter Kontrolle gebracht und gelöscht. Auch im Landkreis Bamberg wurden am Donnerstag Nachmittag innerhalb von 30 Minuten sechs Brände gemeldet.

Schon von Weitem sahen Autofahrer bei Römersreuth die dicke Rauchsäule aufsteigen. Es war unklar, woher sie kam: aus dem Wald bei Presseck - doch eine genaue Lokalisation war schier unmöglich. Je weiter man Richtung Große Birken kam, desto stärker wurde der Rauchgeruch. Der Wald ist wie in Nebel versunken. Auch die Felder standen in Flammen.

Blaulicht überall. Aus dem gesamten Landkreis Kulmbach und aus den Nachbarlandkreisen Kronach und Hof sind Feuerwehren eingetroffen, auch das Technische Hilfswerk und die Bergwacht waren vor Ort, ebenso wie unzählige Notarzt- und Rettungswagen.

Doch so sehr sich die Floriansjünger auch bemühten, das Feuer flammte immer wieder auf. Es schien, als ob es an mehreren Orten gleichzeitig ausgebrochen ist. Augenzeugen berichten, dass sich das Feuer von einem Feld ausgebreitet hat und dass es an mindestens vier Stellen gleichzeitig gebrannt haben muss: In Sekundenschnelle hat sich die Feuerwalze ausgebreitet.

Mehrere Hektar standen im Flammen. Und die Fläche breitete sich rasch aus. Zehn bis 15 Hektar Wald und Felder waren betroffen, bestätigt Landrat Klaus Peter Söllner (FW) am Donnerstag gegen 18.40 Uhr.

Die Feuerwehr versuchte vergeblich, den Schaden zu begrenzen. Die Hitze machte den Einsatzkräften zu schaffen. In ganz Oberfranken forderten zahlreiche Brände die Einsatzkräfte heraus - einige Feuerwehrleute kollabierten bei der Hitze.

Landwirte eilten zu Hilfe. Die Einsatzzentrale schlug ihr Quartier bei Kleine Birken auf. Dutzende Schwemmfässer sicherten die Wasserversorgung. Es war eine logistische Meisterleistung, all die Landwirte mit ihren Schwemmfässern zu koordinieren. Denn die Straße Richtung Römersreuth ist eng. Es herrschte Schwemmfässerstau.

Die Feuerwehrmänner stellten Zwischenpuffer auf, pumpten Wasser und verhinderten stellenweise eine Ausbreitung des Brandes.

Kurze Zeit später war auch die Polizei mit einem Hubschrauber im Einsatz. Er kreiste über dem Steinbruch. Er sollte Wasser ins Herz des Brandes transportieren und den Löschangriff von oben starten.

Die Feuerwehr befüllte bei der Feuerwehrzentrale in Stadtsteinach die riesigen Behälter, die an den Hubschrauber hängen, mit Wasser. "Hubschrauber im Anflug. Halb befüllen", lautete das Kommando. Die Feuerwehrmänner legten sich auf das Feld, über dem der Hubschrauber kreist. Die Rotorblätter wirbelten Staub, Gras, Getreide, Dreck auf. Zeit zum Landen hatte der Hubschrauber nicht. Denn das hätte zu viel Zeit benötigt. Der Polizeihubschrauber blieb in der Luft, die Feuerwehrmänner befüllten ihn schnell, auch wenn ihnen der Wind um die Ohren wehte. Jede Sekunde zählte.

Der Hubschrauber warf dann das Wasser in 500 Liter-Portionen auf einmal über dem vermeintlichen Brandherd ab. Doch der Wind treibt das Feuer weiter.

Wie der Landrat erklärte, habe er auf dem Weg zum Einsatzort nach Paragraf 15 Katastrophenschutzgesetz Kreisbrandrat Stefan Härtlein zum obersten Einsatzleiter ernannt. Ein Ausrufen des Katastrophenfalls habe nicht im Raum gestanden.

Gebrannt haben nach Angaben Söllners Felder und ein Waldstück. Am Abend sei zwar alles unter Kontrolle gewesen, allerdings wollte man die Fläche weiter beobachten, der Einsatz habe also bis in die Nacht hinein angedauert.

300 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Kulmbach, Kronach und Hof sowie ein Hubschrauber ebenso wie weitere Kräfte von Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz und Polizei waren im Einsatz. Darüber hinaus zahlreiche Landwirte, die schon von sich aus einen Graben gezogen hätten, um das weitere Ausbreiten des Feuers zu verhindern.

Alle halbe Stunde habe man sich in einer sogenannten großen Lage besprochen. Der Landrat lobte die hervorragende Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte. "Das hätte sehr brisant werden können". Allen Beteiligten gelte ein großes Lob.

Auch im Kreis Kronach stand am Donnerstagnachmittag eine größere Freifläche in Flammen.

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