Kulmbach
Konzert

Kasendorfer machen Blasmusik der Extraklasse

Das Sinfonische Blasorchester Kasendorf begeistert sein Publikum in der Kulmbacher Stadthalle mit Höchstleistungen.
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Das Stück "Schloss Tirol" war ein Klanggemälde der schönsten Art: Musikalisch erzählte das Sinfonische Blasorchester Kasendorf von der majestätischen Burg bei Meran. Foto: Sonny Adam
Das Stück "Schloss Tirol" war ein Klanggemälde der schönsten Art: Musikalisch erzählte das Sinfonische Blasorchester Kasendorf von der majestätischen Burg bei Meran. Foto: Sonny Adam
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Das Sinfonische Blasorchester Kasendorf steht für Musikgenuss der Extraklasse. Bei der "mai musica" in der Stadthalle präsentierten Thomas Eschenbacher und seine Musiker anspruchsvolle Klänge, die das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute begeisterten.

Das Konzert beeindruckte Freunde hochklassiger Blasmusik durch die Komplexität und die Vielfalt der Musik. Der Dirigent verlangte wiederum Höchstleistungen. Rhythmik und Intonation beeindruckten, ebenso das dynamische Spiel.


Tiroler Tongemälde

Viele Kulmbacher kennen das trutzige Schloss Tirol aus dem Urlaub: Auch heute noch steht es unweit von Meran auf einem Moränenhügel. Die Kasendorfer Musiker präsentierten ein Tongemälde über die Stammburg des Landes Tirol. Das Werk von Gottfried Veit gehört zu den schönsten und anspruchsvollsten Tondichtungen ihrer Art: Leise und festlich hieß eine Solotrompete die Zuhörer beim Bergfried willkommen, kanonartig fielen die anderen Bläsergruppen ein und sorgten für einen festlichen Eintritt in den Palas. Die Musiker erzählten in dem anspruchsvollen Werk auf Oberstufenniveau von Bedrohungen der Festung, von einem leisen Gebet, von Trauer und Gefangenschaft. Aber am Ende hellte sich die Stimmung des einzigartigen Tongemäldes in einer wunderschönen Doppelkadenz wieder auf, und das Orchester lud das Publikum zu einer rauschenden, unbeschwerten Siegesfeier ein.

Der musikalische Leiter des Orchesters bewies auch heuer Fingerspitzengefühl bei der Auswahl der Werke. Eröffnet wurde der Abend mit der feierlichen Intrada "Apertum". Thiemo Kraas, ein zeitgenössischer Komponist, hat die feierliche Ouvertüre konzipiert und orchestriert.


Abstecher in die Welt des Films

Mit "Adventure!" sorgten die Kasendorfer für einen Abstecher in die Welt des Filmes. Bei der Komposition von Markus Götz handelt es sich allerdings nicht um "echte", sondern nur um "fiktive" Filmmusik. "Adventure" erzählt von einem unbeugsamen Helden, der durch die Unbeugsamkeit im Kampf für das Gute die Herzen der Menschen für sich gewinnt, erklärte der Moderator Hermann Horner. Natürlich verliebt sich der Held auch. Doch die Abenteuerlust ist stärker, und die Liebe zur schönen Prinzessin muss in den Hintergrund treten.

Im zweiten Programmteil nahmen die Kasendorfer den legendären Wahlspruch von Kaiser Franz Joseph I. auf: "Viribus unitis" - und boten eine fulminante Version des Konzertmarsches "Mit vereinten Kräften".

Es folgten unterhaltsame Evergreens aus dem Musical "My fair Lady". Dirigent Thomas Eschenbacher legte dabei großes Augenmerk auf die Verspieltheit und Leichtigkeit des Werkes. Wieder einmal bewiesen die versierten Musiker, dass Blasmusik nicht laut und derb sein muss. Sie zauberten und begeisterten mit tänzerischen und leisen Tönen.


Orchester übertrifft sich selbst

Das Orchester übertraf sich selbst bei Titeln wie "With a little bit of luck", "On the streets where you live" oder "Wouldn't it be lovely". Absoluter Höhepunkt war das Arrangement "I could have danced all night”.
Freunde modernerer Musik kamen mit "Swing when you're winning” von Robbie Williams auf ihre Kosten. Zum Abschluss präsentierten die Kasendorfer Musiker ein vielumjubeltes Medley mit Queen-Evergreens.

Mit zwei Zugaben verabschiedeten sich die Musiker: mit "Take the A-Train" (Solo Felix Biedermann, Trompete, und Lukas Greulich, Saxofon) und mit dem legendären Radetzky-Marsch. Dafür gab es tosenden Applaus.
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