Kasendorf
Gemeinderat

Kasendorf bekommt eine neue Kinderkrippe

Architekt Ulrich Manz hat dem Gemeinderat Kasendorf die Planungen für eine neue Krippe vorgestellt. Die Parksituation bereitet Probleme.
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So wie in dieser Illustration des Bamberger Architekten Ulrich Manz könnte die neue Kinderkrippe in Kasendorf einmal aussehen.
So wie in dieser Illustration des Bamberger Architekten Ulrich Manz könnte die neue Kinderkrippe in Kasendorf einmal aussehen.
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Die Zeit war ganz schön knapp. Dennoch nahm der Bamberger Architekt Ulrich Manz die Herausforderung an. Vor vier Wochen wurde er mit der Aufgabe betraut, für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Kasendorf eine Kinderkrippe zu planen.

Raum für drei Gruppen

"Wir haben zwar erst eine neue Krippe gebaut. Aber sie reicht nicht. Wir haben dringenden Bedarf und können am bisherigen Standort nicht mehr weitermachen", erklärte Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Aus diesem Grund hätten sich in den zurückliegenden Wochen dienstags alle Verantwortlichen zusammengesetzt.

In der Sitzung stellte der Architekt die Vorentwürfe vor. Gebaut werden soll die neue eingeschossige Krippe für drei Gruppen in der Kirchstraße auf einem Grundstück mit Obstbäumen gegenüber des alten Sägewerks.

Mit Holz und Satteldach

Das Gebäude soll mit viel Holz versehen werden und ein flach geneigtes, asymmetrisches Satteldach erhalten. Die Firsthöhe gab der Architekt mit fünf Metern an. Das Haus werde die Neigung des Geländes aufnehmen, sich in die Umgebung einpassen und natürlich die Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllen.

Raffiniertes Detail ist laut Ulrich Manz ein Lichthof, der auf Wunsch mit Wasserspielen ausgestattet werden könnte.

Der Zugang zur 650 Quadratmeter großen Krippe erfolgt von der Kirchstraße aus. Neben dem Haupteingang sind vier Stellplätze eingeplant. Insgesamt rechnet der Architekt Ulrich mit Baukosten von rund 2,35 Millionen Euro.

"Die Parksituation ist doch ein Witz"

Ein Manko bei der Planung sei die Parksituation, monierte Volker Hohenberger (FW). Er gab zu bedenken, dass in der Krippe neun Mitarbeiter arbeiten werden. "Die Parksituation ist doch ein Witz. Und wo bitte soll denn die Anlieferung der Kinder stattfinden?", fragte Hohenberger. "Wir brauchen eine Krippe, aber ich denke auch, dass wir ein realistisches Parkkonzept benötigen", pflichtete Roland Hübner (CSU) bei.

Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) erläuterte, dass bei den Vorgesprächen die Parksituation immer wieder ein Thema gewesen sei. Tatsächlich seien aber nur zwei Stellflächen vorgeschrieben. Dieses Soll sei übererfüllt. Er schlug vor, Parkbuchten - ähnlich wie in der Kulmbacher Blaich - anzulegen. Dies hätte auch eine Verkehrsberuhigung zur Folge.

"Wenn wir etwas Neues bauen, sollten wir doch so planen, dass wenigstens die Mitarbeiter parken können", monierte auch Hans Lauer (CSU).

Obsthain soll bleiben

Bauherr der Krippe ist allerdings die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Pfarrer Stefan Lipfert machte deutlich, dass man Raum für die Kinder und nicht für Parkplätze schaffen wolle. "Wir wollen den Obsthain erhalten und nicht alles mit Autos zuparken", so der Pfarrer. "Die Kirchengemeinde gibt viel Geld aus. Wir bringen das Grundstück ein und wir beteiligen uns. Aber nicht, um auf der Fläche Autos zu parken."

"Aber wir haben doch schon bei der Kindertagesstätte ein Problem", gab Rainer Macht (CSU) zu bedenken. "Ich denke, es wäre gut, wenn man versetztes Parken einführen würde. Man könnte die gesamte Eingangsseite nutzen", sagte Norbert Groß (CSU).

Bedarf anerkannt

"Ich würde auch empfehlen, Park- und Halteflächen auf der Straße anzulegen und nicht auf dem Grundstück", machte der Architekt klar. Schließlich akzeptierten die Marktgemeinderäte die Vorplanung. Die Anordnung der Räume und kleine Details könnten noch verändert werden, so der Architekt.

Wichtig sei nur, dass die Vorentwurfsplanung genehmigt sei und der Förderantrag bis zum 31. August bei der Regierung eingehe. Denn nur dann könne der Markt in den Genuss einer erhöhten Förderung kommen.

Mehrkosten trägt die Kirche

Das Gremium erkannte den Bedarf einer vierte Kindergartengruppe mit zehn Plätzen an.

Außerdem schloss der Markt Kasendorf mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Kasendorf eine Vereinbarung über die Finanzierung. Der Markt gewährt der Kirche einen Investitionszuschuss über 2,160 Millionen Euro. Dieser Betrag ist festgeschrieben. Mehrkosten muss die Kirchengemeinde aus Eigenmitteln finanzieren.

In die Vereinbarung, die der Kirchenvorstand bereits genehmigt hat, wurde noch ein Passus aufgenommen, dass es bislang noch keine Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Baugrundes gibt. Sollten hier Probleme auftreten, müsste noch einmal nachverhandelt werden.

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