Kulmbach
Diskussion

Junge Autofahrer im Shitstorm

In der Facebook-Gruppe "Du weißt, dass Du aus Kulmbach bist, wenn..." sind nächtliche Parkplatz-Treffen ein Thema.
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Einer Verkäuferin sind die nächtlichen Treffen junger Autofahrer in der Kulmbacher Albert-Ruckdeschel-Straße sauer aufgestoßen. Sie hat deshalb einen Facebook-Chat eröffnet, in dem das Thema kontrovers diskutiert wird. Foto: privat
Einer Verkäuferin sind die nächtlichen Treffen junger Autofahrer in der Kulmbacher Albert-Ruckdeschel-Straße sauer aufgestoßen. Sie hat deshalb einen Facebook-Chat eröffnet, in dem das Thema kontrovers diskutiert wird. Foto: privat
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Man könnte es als Sommerloch-Thema im Internet bezeichnen, doch es handelt sich immerhin um ein Problem, das der Polizeiinspektion Kulmbach seit Jahren bekannt ist: Die nächtlichen Treffen junger Autofahrer, die mit ihren aufgemotzten Fahrzeugen diverse Parkplätze ansteuern, dort essen und trinken - und nicht selten Müll hinterlassen. In der Facebook-Gruppe "Du weißt, dass Du aus Kulmbach bist, wenn..." reden sich die User darüber die Köpfe heiß. Aktueller Schauplatz ist der Bereich Netto/Frankenfarm in der Albert-Ruckdeschel-Straße.

Eine junge Frau, die dort arbeitet und von dem Treiben "genervt" ist, hat den Chat eröffnet. Mit der Unterschrift: "Jetzt geht's aber echt zu weit! Gestern Abend bei uns vorm Laden" postete sie ein Foto, das zwei Autos vor dem Schaufenster der Frankenfarm zeigt (großes Bild oben). Gegenüber der Bayerischen Rundschau erklärte sie, dass die Aufnahme an einem Dienstag um 23 Uhr entstanden ist, nachdem sie mit Bekannten essen gewesen sei. Meist würden die Autofahrer aber am Wochenende aufkreuzen.


Kunden reagieren

Ihr gehe es vor allem darum, dass der Parkplatz vor den Läden nicht vermüllt wird, zumal sie und ihre Kollegen am nächsten Tag von den Kunden darauf angesprochen würden. "Es liegen McDonald's-Tüten und Zigarettenkippen herum, außerdem brettern sie wie verrückt über den Parkplatz. Da muss man richtig aufpassen."

Die Verkäuferin weist darauf hin, dass sie inzwischen die Polizei informiert und die Beamten gebeten hat, in der Albert-Ruckdeschel-Straße abends etwas öfter nach dem Rechten zu sehen. "Wir haben in die Schaufenster Plakate gehängt, und es sollen auch noch Absperrungen angebracht werden, damit die Autos nicht mehr so nahe am Geschäft geparkt werden können", kündigt die junge Frau an.

Wie wird die Situation von den Beamten der Polizeiinspektion Kulmbach bewertet? Laut Hauptkommissar Michael Peltrie sind die nächtlichen Treffen seit langem bekannt:


"Sehr schwer zu kontrollieren"

"Das Problem gab es auch beim Media-Markt-Parkplatz und schon zu Zeiten, als der Pro-Markt noch existierte. Im Prinzip kann man nichts dagegen machen, es sei denn, die Leute hinterlassen Müll oder machen Lärm. Aber wenn eine Papiertüte neben einem Auto liegt, heißt das noch lange nicht, dass der Fahrer sie dort hingeworfen hat. Das ist sehr schwer zu kontrollieren", betont Peltrie, demzufolge Ruhestörung durch die jungen Autofahrer so gut wie kein Thema ist. "Dort draußen wohnt ja niemand."

Im Netz werden die nächtlichen Treffen kontrovers diskutiert. Während die einen auf der Seite der Verkäuferin stehen, kritisieren andere die Spießbürger, die "ständig irgendwas zu meckern oder zu bemängeln" haben. Am Verhalten der jungen Autofahrer wird sich deshalb aber wohl kaum etwas ändern.


Von Nörglern und schlechten Manieren

Ziemlich kontrovers diskutieren die User in der Facebook-Gruppe "Du weißt, dass Du aus Kulmbach bist, wenn..." die Beschwerde einer Verkäuferin, der die nächtlichen Treffen junger Autofahrer in der Albert-Ruckdeschel-Straße sauer aufgestoßen sind. Nachfolgend ein Auszug aus den geposteten Beiträgen (teilweise gekürzt, Anm. d. Red.):

E. B.: "Alter Walter, als ob es nicht andere Probleme gibt! Die Jugend hat doch eh nichts anderes, wo sie hin können, und dann wird sich auch noch beschwert. Sie schlagen keine Scheiben ein und machen nichts kaputt! Sie stehen da nur. Sie saufen auch nicht, und vor allem fahren sie keinen Rennen! Wer sowas behauptet, weiß wirklich nichts."
A. S.: "Nein die feinen Kids trinken und rauchen nicht. Driften nicht auf dem Parkplatz und hinterlassen schon gar keinen Müll. Wie konnte sowas nur behauptet werden..."
M. A.: "Bevor ich Unmengen saufe, danach rumpöble und mich schlage, geh' ich lieber tanken und verheiz' 'nen Satz Reifen. Was ist jetzt besser?"
E. B.: "Ich habe nichts vom Rauchen gesagt und vom Driften auch nichts! Und den Müll? Ja mei, dann sollen sie ihn halt in den Mülleimer schmeißen und Ruhe ist. So ein Wirbel wegen nichts - ist echt lächerlich."
A. S.: "Sehr geehrte E., dann geben Sie das bitte an all die Kunden weiter, die sich beschweren. Ich danke Ihnen."
G. T.: "Wegen so ner Kleinigkeit sich aufzuregen..."
K. W.: "Dann komm doch bitte jeden Morgen vorbei, vergiss' den blauen Sack nicht, dann kannst du die ,Kleinigkeit' direkt mit heimnehmen ... und dann reden wir weiter von Kleinigkeiten und Aufregern, die in deinen Augen keine sind."
F. H.: "Schlimm finde ich nicht das Herumstehen, meinetwegen machen die das die ganze Nacht. Aber die röhrenden Auspuffe, aufheulenden Motoren und quietschenden Reifen sind schon extrem lästig, wenn man früh um vier raus muss."
C. R.: "Spätestens nach einem warmen Wochenende/Abend schaut es dort unter aller Sau aus. Ein bisschen Wind dazu, und der Dreck von den Vollpfosten, die einfach alles hinwerfen, verteilt sich dann in den Nebenstraßen."
G. K.: "Manche Leute sind nur am Meckern. Kehrt vor euren eigenen Türen!
M. W.: "Um es nochmals klarzustellen, es geht hier eigentlich in erster Linie nur um den ganzen Müll! Dieser muss von einem Reinigungsdienst fast täglich entsorgt werden. Dass sich dort viele Leute treffen, ist überhaupt nicht das Problem.


"Erster vernünftiger Vorschlag"

U. H.: "Wie wär's denn, wenn sich die Ladeninhaber und ,die Rumsteher' einfach auf einen Schoppen zusammensetzen und was aushandeln? (Mülleimer besorgen, ordnungsgemäß leeren, nix am Boden rumliegen lassen usw. - dafür offizielle Erlaubnis, sich dort aufzuhalten). Irgendwas in der Art ist auf Dauer doch besser als dieser ewige Hickack."
G. W.: "Hey, meiner Meinung nach der erste vernünftige Vorschlag!"
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