Kulmbach
Open Air

Jung, laut, heftig auf der Plassenburg

La Brass Banda begeisterte das Publikum beim Plassenburg Open Air.
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Bei LaBrassBanda tobte der Schöne Hof. Foto: Sonny Adam
Bei LaBrassBanda tobte der Schöne Hof. Foto: Sonny Adam
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Wenn Stefan Dettl (Trompete und Gesang) mit seiner LaBrassBanda auftaucht, ist Geknattere angesagt. Nicht nur, weil die Blasmusikband der jüngsten Generation seit der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Wien nur noch stilecht mit Mopeds reist und weil ein Moped sogar mit auf die Bühne darf, sondern auch, weil die Musik, die sich die Band auf die Fahnen geschrieben hat, eine Mischung ist, die weltweit einzigartig ist. Stefan Dettl (Gesang, Trompete), Stefan Huber (Tuba), Manuel Winbeck (Posaune, Gesang), Jörg Hartl (Trompete), Manuel da Coll (Schlagzeug, Gesang), Jörg Hartl (Trompete), sowie Korbinian Weber (Trompete) und Fabian Jungreithmayr (Bass) mischen Musikstile, die eigentlich rein verstandesmäßig nichts miteinander zu tun haben, zusammen. Das Ergebnis: etwas ganz Neues, noch nie Dagewesenes.

Den verrückten Chiemseeern gelang es, einen neuen Musikstil, der die Jugend und Junggebliebene gleichermaßen begeistert, zu entwickeln: eine Mischung aus Volksmusik und Brassmusik, aus Blasmusik und Funk, aus Folk und Jazz Techno. Jung, laut, heftig - so war der Abend auf der Kulmbacher Plassenburg.


Inspiration New York

Inspiriert wurde die Band in New York. Denn im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sind solche seltsamen Musikmixturen schon längst hip.
In Deutschland hat der Mix so eingeschlagen, dass LaBrassBanda inzwischen sogar das Olympiastadion füllen kann. Den Schönen Hof der Plassenburg sowieso. Schon lange vor dem Konzerttermin waren die 1500 Stehplätze auf der Burg ausverkauft. Als Vorband zu LaBrassBanda spielte die Lischkapelle - sie wärmte das Publikum auf. Ab halb zehn Uhr traute sich dann LaBrassBanda auf die Bühne - und begeisterte.

Der Auftritt der LaBrassBanda auf der Markgrafenburg war jung, laut, heftig. Das Publikum machte von der ersten Minute mit, tanzte, rockte, hüpfte. Sogar eine Meditationsübung gelang. Und das Publikum - sonst eher zurückhaltend - war zu jedem Spaß bereit.

Die Musik enttäuschte die Fans nicht. Ob "Alarm" oder "Ujemama" - ja sogar der Superhit "Autobahn" waren dabei. Durchs Programm führte mit launigen - typisch bayerischen - Ausführungen Stefan Dettl selbst. Auch "Nackert", der Titel, mit dem die LaBrassBanda vor einigen Jahren bei der Vorentscheidung des Eurovision Song Contest durfte natürlich nicht fehlen. Schnell war klar, dass das, was LaBrassBanda auszeichnet, nicht begreifbar ist. Die Texte sind so schnell, dass sie dem Publikum um die Ohren fliegen.

Trotz einer Chance, dass die Fans die Texte mitsingen könnten, die gegen Null tendiert, kam Stimmung auf bei "Tecno", "Ringlbleama" und all den andere Songs. Und genau darum geht es den Vollblutmusikern: um zeitgemäßen Spaß mit traditionellen Instrumenten.
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