Kulmbach
Jugendzentrum

Jugend zieht zum Kulmbacher Bahnhof um

Der Stadtrat verständigt sich auf ein Ausweichquartier fürs JUZ, wenn in der Alten Spinnerei gebaut wird. Oder wird die frühere Gastwirtschaft "Zum Bockela" eine Dauerlösung?
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Das  Kulmbacher Jugendzentrum wird während der Bauarbeiten in der Alten Spinnerei in den Bahnhof umziehen.   Genutzt werden soll der  Gebäudeteil der ehemaligen Gastwirtschaft "Zum Bockela" und die beiden Wohnungen darüber. Foto: Stephan Tiroch
Das Kulmbacher Jugendzentrum wird während der Bauarbeiten in der Alten Spinnerei in den Bahnhof umziehen. Genutzt werden soll der Gebäudeteil der ehemaligen Gastwirtschaft "Zum Bockela" und die beiden Wohnungen darüber. Foto: Stephan Tiroch

Das Kulmbacher Jugendzentrum muss aus der Alten Spinnerei ausziehen. Wie berichtet, wird für den Ausbau der Räume im zweiten Stock zum Kunst- und Kulturzentrum die Decke über dem JUZ statisch ertüchtigt. "Das bedeutet, dass Gefahren für die Unteren Räumlichkeiten ausgehen können", erläuterte Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) in der Stadtratssitzung. Daher werde ein Ausweichquartier fürs JUZ gesucht.

Am Donnerstag wurde einen Lösung gefunden. Der Stadtrat sprach sich einstimmig dafür aus, dass die Jugendlichen ins nahe Bahnhofsgebäude umziehen. Angedacht ist, die leerstehende Gastwirtschaft "Zum Bockela" und zwei darüberliegende Wohnungen zu nutzen.

Laut OB Schramm hat bereits eine Begehung mit allen Beteiligten stattgefunden. In der ehemaligen Kneipe im Erdgeschoss stünden 170 Quadratmeter zur Verfügung und oben noch mal 200 Quadratmeter. Das Bauamt sei damit befasst, eine Kostenaufstellung für die Renovierung zu erarbeiten.

KJR: Bahnhof hat Charme

"Der Bahnhof hat einen gewissen Charme, da könnte man was draus machen", meinte Geschäftsführer Jürgen Ziegler vom Kreisjugendring. Er könne sich vorstellen, dass unten die offene Jugendarbeit und das Café untergebracht werden sowie Konzerte stattfinden. Oben sei Platz für Gruppen- und Medienarbeit. Zudem sei der Bahnhof verkehrsgünstig gelegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Ingo Lehmann (SPD), der auch an die aufsuchende Jugendarbeit mit einem Streetworker erinnerte, und Jörg Kunstmann (CSU) konnten sich vorstellen, dass der Bahnhof eine Dauerlösung fürs JUZ wird. In so einem Fall wäre es im Hinblick auf notwendige Investitionen ein-facher, "wenn uns der Bahnhof gehören würde", sagte Schramm.

Stadt will Gebäude kaufen

Deshalb habe er, so der Oberbürgermeister, bereits bei der Deutschen Bahn AG angefragt, ob sie das Gebäude verkaufen würde. Es gebe die Möglichkeit, dafür das staatliche Leerstandsprogramm in Anspruch zu nehmen. Allerdings habe die Bahn signalisiert, dass so eine Entscheidung zwei bis drei Jahre dauern könne. Er, Schramm, werde versuchen, den Prozess zu beschleunigen. "Man muss sehen, wie sich die Bahn dazu stellt. Wir werden diesen Weg aber weiter beschreiten."

EKU-Platz: Kosten stehen fest

Es war eine der größten Baustellen in der Geschichte Kulmbachs: die Sanierung der Tiefgarage und die Neugestaltung des EKU- Platzes. "Ein ganz schwieriges Projekt, eine Operation am offenen Herzen der Stadt", stellte OB Schramm fest. "Es war Wahnsinn, ich baue keine Tiefgarage mehr." Seit kurzem ist die neue Mitte der Stadt fertig und hat ihre Bewährungsprobe als Bierfestplatz bestanden. Der EKU-Platz und die Tiefgarage werden laut Schramm von den Kulmbachern sehr gut angenommen. "Ich bekomme viele positive Rückmeldungen", sagte er.

Inzwischen die Gesamtkosten stehen fest: Sie belaufen sich auf 20,5 Millionen Euro. Thomas Schütz, Nürnberg, dessen Ingenieurbüro für die Projektsteuerung verantwortlich ist, schlüsselte am Donnerstag die Kosten auf. Für die Tiefgarage und den Durchstich liegen nach seinen Worten "nahezu alle Schlussrechnungen vor". Auch mit der Firma Dechant seien alle strittigen Punkte ausgeräumt. "Hier +sind wir bei 11,4 Millionen." Die Kosten für Platzgestaltung und Straßenbau bezifferte er auf 5,8 Millionen Euro. Für die Klostergasse, die nächstes Jahr in Angriff genommen wird, fallen noch einmal 700.000 Euro an. Die Planungs- und Gutachterkosten belaufen sich auf 2,2 Millionen Euro, dazu 283.000 Euro für den Projektsteuerer.

Das erste Studentenwohnheim

Am Donnerstag genehmigte der Stadtrat den Bau eines Studentenwohnheims in Metzdorf, Alte Ziegelei. In dem dreigeschossigen Gebäude sind 51 Wohneinheiten geplant - plus 16 Kfz- und 31 Fahrradstellplätze. Das Vorhaben wird vom Freistaat gefördert, so dass dem Investor - die Firma Döring und Rottler aus Bayreuth - eine Mietpreisgrenze vorgegeben ist.

Keine Hangbebauung

Im Stadtteil Unterpurbach werden auf dem ehemaligen Sauermannsgelände keine neuen Häuser gebaut. Das Projekt, gegen das sich Anwohner gewehrt hatten, wurde jetzt im Stadtrat beerdigt. Die Forstverwaltung hatte das Projekt abgelehnt, so dass der Stadtrat die Bauvoranfrage abwies.

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