Kasendorf
Zukunftswerkstatt

Jugend hat zwei große Wünsche

Ein Mountainbiketrail und ein Wasserspielplatz sind beim Kasendorfer Nachwuchs gefragt. Kritik gab es an der schlechten Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kulmbach und den zu hohen Fahrpreisen.
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Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler sammelte mit den Jugendlichen Ideen: Ganz oben auf der Wunschliste stand ein Mountainbike-Trail, aber auch einen Wasserspielplatz oder einen Badeteich, einen Tierpark und schnelleres Internet wünschen sich die Jugendlichen.  Foto: Sonny Adam
Kreisjugendpfleger Jürgen Ziegler sammelte mit den Jugendlichen Ideen: Ganz oben auf der Wunschliste stand ein Mountainbike-Trail, aber auch einen Wasserspielplatz oder einen Badeteich, einen Tierpark und schnelleres Internet wünschen sich die Jugendlichen. Foto: Sonny Adam
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In Kasendorf scheint die Welt in Ordnung zu sein. So zumindest könnte man die Beteiligung an der Zukunftswerkstatt interpretieren. Denn von 154 Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren kamen nur zehn Prozent, um Vorschläge für den Heimatort zu machen.

Der Markt Kasendorf baut derzeit einen neuen Jugendtreff am Marktplatz 2. Und auch in der Übergansphase, in der die Jugendlichen aus den Räumlichkeiten im "Schwarzen Ross" ausgezogen sind, ist für eine Unterkunft gesorgt: in der ehemaligen Tankstelle. Offensichtlich sind diese Möglichkeiten für die Jugendlichen so zufriedenstellend, dass sich nur wenige auf den Weg gemacht haben, um aktiv bei der Zukunftswerkstatt in Kasendorf mitzuwirken.

"Wir hätten schon gedacht, dass mehr kommen: Wir haben ja 154 Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren angeschrieben", sagte Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU), fügt aber hinzu: "Vielleicht ist das aber auch kein schlechtes Zeichen und die Jugend ist mit unserer Arbeit einfach zufrieden."

Auch der Initiator der Zukunftswerkstatt, Norbert Groß (CSU), der den Antrag im Gemeinderat gestellt hatte, war von dem ausbleibenden Andrang ein bisschen überrascht: "Ich hätte auch gedacht, dass mehr Jugendlichen kommen. Alle, die da sind, sind aus dem CVJM. Aber wichtig sind ja die Ergebnisse", sagte Groß.

Die 15 Jugendlichen arbeiteten konstruktiv in den verschiedenen Stationen zusammen. Sie machten Vorschläge, sagten klipp und klar, was ihnen gefällt und was nicht.

Die meisten der jungen Leute haben unter der Woche erst ab 16 oder 18 Uhr Zeit. Am Wochenende bleibt mehr Freiraum, erklärten alle einhellig.

Ihr Interessen sind vielfältig. Sie wünschten sich Live-Konzerte, Discos und Tanzveranstaltungen, eine Modernisierung der Kerwa mit anderer Musik. Auch eine Sommerfreizeit oder Ausflüge wären toll, schlugen die Jugendlichen vor.

"Ich wünsche mir einen Tierpark mit Flamingos und mit vielen Tieren, die man streicheln kann", erklärte Marie Rupp (12). Sie stellt sich einen Tierpark nach dem Vorbild Röhrensee vor und glaubt, dass der Festplatz damit attraktiver werden könnte. "Was mir aber gut gefällt an Kasendorf, sind die Natur und der Friesenbach", so die Zwölfjährige.

Christian Kolb (12) kämpft für einen Klettergarten. "Man könnte so einen Kletterpark am Magnusturm einrichten. Das wäre toll", sagte der Junge.

Und Samuel Weihermüller (12) machte sich für einen Wasserspielplatz oder einen Badeteich stark. "Wir hatten ja mal ein Schwimmbad. Ein Schwimmbad muss es nicht unbedingt sein, aber ein Schwimmteich wäre echt toll. So was fehlt im Sommer", bedauerte Weihermüller.

Die Gemeinderäte aus Kasendorf bewirteten die Jugendlichen mit Cocktails und Pizza. Und außerdem wurden unter allen Anwesenden ein iPad, ein Samsonite-Koffer und Media-Markt-Gutscheine verlost.

Die Preise hatten ait, Frankenmaxit, Maja, NEG und die Gemeinde zur Verfügung gestellt.

"Konstruktive Vorschläge"

"Es waren zwar wenige Jugendliche, die gekommen waren, doch sie machten konstruktive Vorschläge. Vorschläge, die auch wirklich gut durchdacht waren", zog der Kreisjugendpfleger eine äußerst gute Bilanz.

Besonders positiv ist Ziegler aufgefallen, dass viele Jugendlichen auch Namen und Telefonnummern hinterlassen haben, weil sie aktiv bei der Umsetzung ihrer Ideen mithelfen und weiter an einem Konzept arbeiten möchten.

"Auch wenn vielleicht keine Downhillstrecke für Mountainbikes in Kasendorf gebaut wird, so kann man vielleicht einen Ausflug zum Ochsenkopf, wo es so eine Strecke ja schon gibt, anbieten", so Ziegler.

Die Jugendlichen traten auch für eine bessere Pflege und für eine Attraktivierung des Festplatzes ein. Ein Kriterium, das alle bemängelten, war die schlechte Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kulmbach und die zu hohen Fahrpreise.

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