Limmersdorf
Tradition

Jürgen Kraus holt sich erstmals das Limmersdorfer Kerwakrügla

Bei der Die Limmersdorfer Lindenkirchweih standen an zwei Tagen die Hobbykegler Schlange, um auf der halbautomatischen Sandbahn ein Krügla zu gewinnen.
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Rolf Täuber hat schon neun Kerwakrügla zu Hause, doch diesmal ging er trotz vorbildlicher Technik leer aus. Foto: Sonny Adam
Rolf Täuber hat schon neun Kerwakrügla zu Hause, doch diesmal ging er trotz vorbildlicher Technik leer aus. Foto: Sonny Adam
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Rolf Täuber ist ein begeisterter Kegler. Er hat schon neun Kerwakrügla bei sich zu Hause. Doch beim Montagskegeln fungiert er als "Schreiber". Das bedeutet: Er notiert die Namen all derjenigen, die beim Kegeln auf der halbautomatischen Sandbahn neben der Tanzlinde dabei sein wollen.

Letzten Schub verlängert

Weil sich der Festzug in diesem Jahr so lange Zeit gelassen hatte, verlängerte "Hausherr" Veit Pöhlmann kurzerhand die Endzeit für den letzten Schub. "Die sind spät reingekommen, die Letzten müssen um 20 Uhr gekegelt haben", erklärte er.

Pöhlmann selbst muss in diesem Jahr passen. "Ich bin nicht fit, ich kann nicht mitmachen", erklärte er. Damit haben viele andere eine Chance. Denn Veit Pöhlmann hat schon 29 Krügla bei sich zu Hause. "Aber eigentlich geht es nicht um die Krügla, sondern um die Ehre."

Auch Rolf Täuber kann beim Sandkegeln auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Fast hätte er in diesem Jahr den Zehner vollgemacht. " Am Sonntag lief es eigentlich richtig gut, aber es hat trotzdem nicht gereicht", so Täuber.

Kraus erstmals siegreich

Beim Sonntagskegeln hatte Jürgen Kraus das glücklichste Händchen. Er schaffte 25 Punkte und knockte damit Täuber (24) in letzter Minute aus. "Ich habe zum ersten Mal das Krügla bekommen", freute sich Kraus und strahlte. Am Montag siegte Anina Kolb mit 23 Holz.

Die Regeln sind einfach. Jeder, der Lust hat, darf mitmachen. "Wir kegeln mit Vorschreiben. Wenn man einen guten Wurf hat, kann man den als ersten notieren lassen", so Veit Pöhlmann. Maximal fünf Durchgänge habe jeder.

Längst keine Männersache mehr

Ursprünglich war das Kegeln reine Männersache. Doch inzwischen schieben auch Frauen vermehrt die zwei Kilo schweren Kugeln. Gudrun Reichardt, ihres Zeichens "Plootzmutter", versuchte als erste Dame ihr Glück. "Die Männer sagen immer, dass wir Frauen nur Glück haben. Aber das stimmt nicht", sagte sie.

"Ich bin zuversichtlich. Ich habe 2012 ein Krügla gewonnen und war schon mehrmals im Stechen. Aber dann bin ich immer am psychologischen Druck gescheitert", analysierte Gudrun Reichardt.

Leider reichte in diesem Jahr das Vertrauen auf einen Gewinn nicht. Erfolgreicher war Anina Kolb. Sie scheint das Sandkegeln in den Genen zu haben - immerhin ist sie Veit Pöhlmanns Nichte. Jedenfalls rettete sie die Ehre der kegelnden Damen und gewann mit 23 Holz - übrigens vor Jürgen Kraus.

"In diesem Jahr ist die Bahn richtig schnell", konstatierte Rolf Täuber. Wahrscheinlich lag dies am trockenen Sand. Dass die Kugel durch kleine Unebenheiten auch mal eigene Wege geht, macht den Reiz des Traditionskegelns aus und sorgte auch bei der Lindenkerwa 2018 wieder für so manchen Spaß. Denn so mancher Teilnehmer hatte Mühe, dass seine Kugel überhaupt in der Bahn blieb. Mehr als einmal sprang sie über die Absperrung - sehr zum Amüsement der Zuschauer.



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