Thurnau

Joey Kelly erzählte auf Schloss Thurnau, warum Glück kein Zufall ist

Joey Kelly sprach beim VBW-Neujahrsempfang in Thurnau über die vielversprechendsten Wege zum Erfolg.
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Joey Kelly (Zweiter von rechts) zeigte sich beim Neujahrsempfang der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft auf Schloss Thurnau redselig und gesellig.Sonny Adam
Joey Kelly (Zweiter von rechts) zeigte sich beim Neujahrsempfang der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft auf Schloss Thurnau redselig und gesellig.Sonny Adam
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Beim Ausruf "Wir schaffen das!" wollte es Joey Kelly bei seinem Motivationsvortrag beim Neujahrsempfang der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) auf Schlosss Thurnau nicht belassen. "Das ganze Leben ist ein Marathon", lautete seine Botschaft und: "Glück ist kein Zufall." Der 47-jährige Rebell der musikalischen "Kelly Familiy" machte den Vertretern aus Wirtschaft und Politik Mut.

Joey Kelly würzte seinen Vortrag mit viel Witz. Ja, er höre lieber Heavy Metall statt weichgespülter Songs. Ja, es sei richtig, dass er als kleiner Junge bei den Auftritten seiner Familie gar nicht mitgesungen habe. "Ist hier jemand, der die Musik der ,Kelly Family' mag?", fragte er in die Runde.

CDs und Autogramme

Doch spätestens als er nach seinem Vortrag CDs verschenkte und Autogramme gab, war klar: Auch die Wirtschaftsbosse und Promis mögen ihn. Seine Botschaft zeigte Wirkung. Mut, Hoffnung, gute Stimmung - das war es, was Kelly verbreitete.

Es sei faszinierend, immer wieder aufs Neue Grenzen zu überschreiten, machte der Extremsportler klar und erzählte, wie er als Mitglied des deutschen Teams den Südpol erkundet hatte. "Man braucht ein Ziel. Jedes Ziel ist erreichbar!"

Kelly erzählte von seiner Reise zum Südpol, von 24-Stunden-Sportevents, bei denen er Spenden gesammelt habe. Er sei 24 Stunden unter Wasser oder gegen eine Rolltreppe gelaufen und habe die gleiche Zeit auf einem Spinning-Bike gesessen. "Ich war Weltmeister - denn auf so einen Schwachsinn kam kein anderer", amüsierte er sich.

In Rom ausgeraubt

Natürlich erzählte der 47-Jährige von seiner Zeit als Mitglied der ""Kelly Family", von den Anfängen der außerordentlich erfolgreichen Musikgruppe. "Wir sind 1976 durch Europa gezogen, sind in Rom ausgeraubt worden. Musikinstrumente, Pässe - alles war weg. So haben wir angefangen, zu singen. Die Italiener waren schuld", erklärte Kelly. "Wir hatten immer das Motto: Der Hut lügt nicht. Wir haben 18 Jahre um unsere Existenz gekämpft, aber wir haben immer geglaubt, dass wir es schaffen", erklärte er.

"Das Geld liegt auf der Straße", hat Papa Kelly immer gesagt. Und Joey Kelly lebt bis heute nach diesem Motto. Aus diesem Grund traute er sich auch, ganz ohne Geld von Wilhelmshaven zur Zugspitze zu laufen. Mehr als 15 Kilo hat er innerhalb dieses Trips abgenommen. Denn er nahm keine Spenden an, kein Essen, kein Geld. Einzige Ausstattung: eine Plane für 9,25 Euro aus dem Baumarkt, um sich nachts zuzudecken. Hunger sei nichts weiter als eine "Hysterie des Körpers", erklärte der Ausnahmesportler. Und diese Hysterie wollte er überwinden.

Joey Kelly erzählte bei seinem Auftritt viel von seinem Leben - wie ihn seine Schwester Patricia dazu animierte, an einem Volkstriathlon teilzunehmen und wie er - untrainiert - scheiterte. Doch das Scheitern wurde zum Ansporn. Er empfahl, zehn Wochen lang jeden zweiten Tag eine Stunde zu trainieren. "Dann ist das Training Teil des Zeitmanagements, Gewohnheit."

Raus aus der Komfortzone

Noch in diesem Jahr möchte er erneut zu einem großen Lauf aufbrechen: von München nach Venedig. "Man muss sich selbst motivieren, man muss sich Ziele setzen, man muss raus aus der Komfortzone", rief Joey Kelly den Unternehmern zu.

Clemens Dereschkewitz, Geschäftsführer von Glen Dimplex Deutschland in Kulmbach und Vorstandsvorsitzender der VBM-Region Oberfranken-Ost, moderierte eine Anschlussdiskussion. Und das Fazit, das Joey Kelly am Ende zog: "Wir setzen uns Grenzen, die gar nicht da sind", sagte er und übertrug die positive Grundhaltung auf die Wirtschaft.

Ein Münchner in Oberfranken

Ein Münchner ist am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) mit dem Johann-Georg-August-Wirth-Preis ausgezeichnet worden. Der Studienleiter der Kulmbacher Akademie für Neue Medien, Thomas Nagel, verlieh die Trophäe dem Hauptgeschäftsführer des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger und Geschäftsführer der Bayerischen Rundfunkanbieter, Markus B. Rick.

Der Preis erinnert an den 1798 in Hof geborene Juristen, Schriftsteller und Politiker Johann Georg August Wirth, der sich in schwierigen Zeiten in besonderer Weise für die freie Presse eingesetzt hatte. Wirth organisierte gemeinsam mit Philipp Jakob Siebenpfeiffer das Hambacher Fest und kam ins Gefängnis. Hinter Gittern verfasste er Flugschriften. Schließlich wurde Wirth sogar in die Nationalversammlung gewählt. Er starb 1848 in Frankfurt.

Ein Bollwerk gegen Hetze

"Ich freue mich in besonderer Weise, dass jemand aus München mit dem oberfränkischen Preis ausgezeichnet wird", sagte Rick im Thurnauer Schloss. Überraschend kam die Auszeichnung für ihn allerdings nicht. Denn Rick hatte sich schon seit Monaten den Abend freigeschaufelt, um den Preis persönlich in Empfang nehmen zu können. Er betonte, dass er die Akademie für Neue Medien nach besten Kräften unterstützen werde, "auch wenn die bayerische Staatskanzlei an der Zukunftsfähigkeit zweifelt", so Rick bei der Preisverleihung. Die Medien erfüllten eine wichtige Rolle. "Gut ausgebildete Journalisten sind die vierte Gewalt im Staat, sie sind ein Bollwerk gegen Hetze. Die freie Presse ist die Schutzwehr der Völker", sagte er.

Die Laudatio hielt Thomas Nagel. Zehn Stunden pro Tag nutzten die Menschen durchschnittlich die Medien: vier Stunden Fernsehen, zwei Stunden Radio, drei Stunden Internet und 23 Minuten Printmedien. Nur acht Minuten pro Tag entfielen auf Unterhaltungen mit der Familie.

Medienfeindliches Klima

Nagel betonte, dass auch es auch in Europa eine systematische Hetze gegen Medienschaffende gibt. Allein im Jahr 2018 habe es 22 tätliche Angriffe auf Journalisten gegeben. Nicht nur rechte Kreise gebrauchten den Begriff "Lügenpresse", sondern überall in der Gesellschaft sei ein medienfeindliches Klima entstanden.

Noch nie habe es so wenige Bewerber für journalistische Stellen gegeben, bedauerte Nagel. Aber für Qualitätsjournalismus brauche es gut ausgebildete Journalisten.

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