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Thurnau
Designpreis

Jetzt ist er auch ein Bundessieger

Der Thurnauer Schreiner Klaus Bartels erhielt für seinen Stuhl "Jo!" den begehrten Bundesdesignpreis.
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Klaus Bartels bei der Gewinnübergabe in Frankfurt Foto: privat
Klaus Bartels bei der Gewinnübergabe in Frankfurt Foto: privat
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"Jo!" ist nicht nur ein Rückenschmeichler; er schmeichelt offenbar auch dem Auge, und das hat der Thurnauer Schreiner Klaus Bartels nun erneut schwarz auf weiß. Denn mit seinem Stuhl "Jo!", der bereits im vergangenen Jahr mit dem Design-Preis "Iconic Award 2019" ausgezeichnet worden war, holte der Thurnauer nun auch noch den begehrten Bundesdesignpreis nach Oberfranken.

Der "German Design Award" zählt zu den anerkanntesten Design-Wettbewerben weltweit. Vergeben wird er vom Rat für Formgebung, der zu den international führenden Kompetenzzentren für Design gehört. Sein Auftrag ist es, das deutsche Design-Geschehen zu repräsentieren und die Wirtschaft dabei, zu unterstützen, konsequent Marken-Mehrwert durch Design zu erzielen. Mit rund 5300 Einreichungen aus 69 Ländern wurde im Award-Jahr 2020 ein erneuter Zuwachs an internationalen Teilnehmern verbucht. Klaus Bartels Stuhl "Jo!" war übrigens automatisch mit dem Gewinnen des "Iconic Award 2019" zum Bundesdesignpreis nominiert worden.

Der Thurnauer freut sich besonders darüber, dass er diese höchste Hürde nun geschafft hat, nachdem er im Jahr 2007 bereits mit seinem Stuhl "Caresse, der Rückenschmeichler" bis zum Vorentscheid dieses höchsten deutschen Designpreises gekommen ist. Die Ergonomie, die Freude am Handhaben, eine reizvolle Haptik und eine körpergerechte Sitzhaltung sind Klaus Bartels besonders wichtig, wenn er ein neues Sitzmöbel entwickelt. "Weiterhin geht es mir um die Einmaligkeit der Gestaltung, was bedeutet, niemals einem Trend hinterherzulaufen, sondern eigene neue Wege zu entdecken." In 45 Jahren Massivholz-Möbelbau hat der Schreiner über 90 Stuhldesigns entwickelt.

Seit 1989 fertigt Klaus Bartels in Thurnau Stühle, Einrichtungen für Kindergärten, Gastronomie sowie für Privatkunden im In- und Ausland. Sogar für den Skispringer Jens Weißflog hat er schon einen Stuhl entwickelt. "Zum Stuhldesign kam ich über eine Anfrage, Kinderstühle für einen Waldorfkindergarten zu bauen", erzählt er. Robust müsse ein Stuhl für ihn sein, gebaut fürs Leben. "Der Kindergartenstuhl, den ich damals auch für Erwachsene baute, steht seit 43 Jahren an meinem Schreibtisch - und obwohl ich gerne kippele, musste ich an dem Stuhl noch nie etwas reparieren." Ganz im Gegenteil zum darunter liegenden Boden, den er schon drei Mal renovieren musste.

Ein Stuhl müsse bequem sein, die Höhe sollte an den Besitzer anpassbar sein, "es muss ein echter Rückenschmeichler sein". Das sind auch die Maßstäbe, die er für den prämierten Stuhl "Jo!" ansetzte. "Diesen Stuhl hatte ich schon die ganze Zeit im Kopf, ein unkompliziertes und dennoch bequemes Sitzmöbel aus Vollholz, leicht und stapelbar."

Neben Vorwerk und Lufthansa

Stolz kann Klaus Bartels auch darüber sein, dass neben ihm mit seiner kleinen Einzelfirma viele große, namhafte Firmen mit eigenen Designabteilungen ausgezeichnet wurden, wie Telekom, Lufthansa oder Vorwerk. Besonderes Augenmerk richtete die Jury in diesem Jahr zusätzlich auf Nachhaltigkeit und faire, sozialverträgliche Herstellung.

Für die Jury sollte Design nicht Kunst, sondern nutzungsorientiert sein. Derjenige, der das Produkt am Ende nutzt, müsse im Mittelpunkt stehen. Ein Motto, nach dem Klaus Bartels seit 40 Jahren handelt und nachhaltig ausschließlich eigene Entwürfe fertigt.

In der Begründung der Jury für die Auszeichnung von Klaus Bartels zum "Winner German Design Award" heißt es: "Die ergonomisch gebogene Fläche der Lehne stabilisiert den Rücken, was zu einer komfortablen, entspannten Sitzhaltung führt. Ein gut durchdachter und sauber gestalteter Stuhl, der formalästhetisch überzeugt und darüber hinaus dem Aspekt der Nachhaltigkeit gerecht wird."

Die Preisverleihung fand im Forum der Messe Frankfurt statt mit rund 1600 internationalen Gästen.red/up

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