Kulmbach
Gründung

Jeder kann etwas bewirken

In Kulmbach hat sich eine Interessengemeinschaft formiert, die sich für eine ökologische, nachhaltige und regionale Lebensweise einsetzen will.
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Dagmar Keis-Lechner, Franziska Schumm, Klaus Knorr und Jasmin Schieber (von links) wollen mit ihren Mitstreitern Kulmbach zu einem Wandel verhelfen. Foto: Uschi Prawitz
Dagmar Keis-Lechner, Franziska Schumm, Klaus Knorr und Jasmin Schieber (von links) wollen mit ihren Mitstreitern Kulmbach zu einem Wandel verhelfen. Foto: Uschi Prawitz
Tra.Ku.La. - was fränkisch ausgesprochen zunächst etwas Furcht einflößend klingen mag, ist alles andere als schauerlich. Die Abkürzung steht für "Transition Kulmbacher Land", also einen Wandel oder Übergang hin zu einer ökologischen, nachhaltigen und regionalen Lebensweise. Zu diesem Zweck haben aktuell rund 15 Personen aus dem Raum Kulmbach eine Interessengemeinschaft gebildet, um ihr Umfeld mit zu gestalten.
"Wir streben eine alternative Lebensform an, die zu einer nachhaltigen Wirtschaft führt, dabei hinterfragen wir unsere gewohnten Strukturen von Luxus und Komfort", sagte Franziska Schumm, eine der Initiatorinnen, am Montagabend bei der inzwischen 8. Sitzung der Gruppe. Tra.Ku.La. ist kein Verein, sondern ein Netzwerk frei von Hierarchie und starren Strukturen. "Wir wollen zwischen einzelnen Initiativen effektive Synergien schaffen, und jeder kann sich bei uns im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringen."
So gibt es bereits erste Gruppierungen, die im Kulmbacher Land aktiv sind. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) mit Jürgen Tesarczyk ist ebenso mit an Bord wie Klaus Knorr mit seinem Projekt Elektro-Mobilität oder die solidarische Landwirtschaft auf dem Patersberghof. Die Gemeinwohlökonomie spielt für die Transition-Gruppe eine große Rolle, ebenso wie das sogenannte Urban Gardening - die gärtnerische Nutzung von kleinen, oft vernachlässigten städtischen Flächen. "Wir haben uns überlegt, unter den Kulmbacher Schulen im kommenden Jahr einen Wettbewerb auszurufen", erklärte Franziska Schumm. Zu diesem Zweck baut die Schülerwerkstatt in Fassoldshof entsprechende Pflanzcontainer, das Kompostwerk Eichner spendet die Erde. Nach einem Pilotprojekt mit der Melkendorfer Schule im Herbst werden die restlichen Schulen entsprechend kontaktiert.
Für den weiteren Ausbau des Netzwerkes sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Reparaturcafés, Tauschbörsen, Mal- oder Nähgruppen - all das und noch vieles mehr können sich die Aktiven vorstellen, um sich gegenseitig informell unterstützen zu können. "Wir wollen ein gesellschaftliches Miteinander auf Augenhöhe und Teilhabe an der Gestaltung unseres Lebensraums", sagte Franziska Schumm. Und das alles parteilich ungebunden, respektvoll, transparent und nachhaltig.
"Wir leben, arbeiten und wirtschaften aktuell in erster Linie auf der Basis von fossilen Stoffen", benannte Dagmar Keis-Lechner, Bezirkstagskandidatin für die Grünen, ein Kernproblem. "Ob Mobilität, Kleidung, Landwirtschaft - es gilt, das postfossile Zeitalter erreichen." Daher plädiert sie dafür, selbst die Initiative zu ergreifen und mitzuwirken, denn die Transition-Bewegung sei einer von verschiedenen Ansätzen, dieses Ziel zu erreichen.
Um sich zum ersten Mal der breiteren Masse zu präsentieren, organisiert die Tra.Ku.La.-Bewegung am kommenden Montagabend, 16. April, um 19.30 einen kostenfreien Kinoabend im Cineplex Kulmbach. Gezeigt wird der gut einstündige Dokumentarfilm "Voices of Transition", der von Beispielen des sozialökologischen Wandels in England, Frankreich und Kuba erzählt und sich den Fragen widmet: Wie können wir in Zukunft die Welt ernähren? Welche Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft gibt es?
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, sich über die Transition-Bewegung in Kulmbach zu informieren.
Weitere Informationen unter transitionkulmbach@posteo.de oder über die Facebookseite Transition Kulmbach.


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