Kulmbach
Natur

Invasion der Eichenprozessionsspinner: Die Stadt Kulmbach erwägt den Kauf einer Spritze

Eine wahre Invasion von Eichenprozessionsspinnern sucht derzeit den Landkreis heim. Die Stadt Kulmbach erwägt deshalb die Anschaffung einer Spritze.
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Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners ist auch im Landkreis Kulmbach mittlerweile zu einem großen Problem geworden.Foto: Peter Roggenthin /dpa
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners ist auch im Landkreis Kulmbach mittlerweile zu einem großen Problem geworden.Foto: Peter Roggenthin /dpa
Sie sind nur wenige Zentimeter lang, eher unscheinbar, aber hochgefährlich: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Und sie breiten sich in rasanter Geschwindigkeit aus. So gut wie überall im Landkreis Kulmbach sind mittlerweile Bäume befallen. Experten, die in der Lage sind, die Nester der Raupen zu entfernen, sind ausgebucht, die Kunden müssen mit längeren Wartezeiten rechnen.
Nicht nur in Wäldern oder auf öffentlichen Grünflächen sorgt der massive Befall für Probleme.

Bei der Bayerischen Rundschau haben sich in den letzten Tagen mehrere Gartenbesitzer gemeldet, die an ihren Bäumen ebenfalls Raupen-Gespinste entdeckt haben und sich nun fragen, was zu tun ist.
Im Idealfall lässt man die Nestern von einem Experten absammeln.

Auf jeden Fall sollte man sich von befallenen Bäumen fernhalten. Die feinen Brennhaare der Raupen, die können nämlich zu massiven Hautreizungen bis hin zu schweren allergischen Reaktionen führen.

Die Stadt Kulmbach hat mittlerweile veranlasst, dass befallene Bäume abgesucht oder abgesperrt werden. Auch Wege wurden gesperrt. Im Paul-Gerhardt-Kindergarten im Stadtteil Weiher durften die Buben und Mädchen für einige Zeit nicht im Garten spielen - solange, bis ein Experte die Eiche auf dem Kindergartengelände raupenfrei gemacht hatte.

Der Eichen-Prozessionsspinner, ein unscheinbarer Falter, der ursprünglich vor allem auf der iberischen Halbinsel zu Hause war, breitet sich vermutlich infolge des Klimawandels seit etlichen Jahren auch in Mitteleuropa stark aus. Die Tiere bevorzugen Eichen an lichten, trockenen Standorten oder südseitigen Waldrändern. Vereinzelt wurden mittlerweile auch Fälle von Kahlfraß gemeldet, so dass die Raupen nicht nur eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen, sondern auch für die zum Teil uralten Eichenbestände in der Region zur Bedrohung werden könnten.

Wenn die Klimaprognosen der Experten stimmen, ist davon auszugehen, dass sich das Problem Eichen-Prozessionsspinner nicht von selbst erledigt.

Die Stadt Kulmbach will deshalb dem Beispiel der Stadt Bamberg folgen, und eine Spritze anschaffen. Damit könnten Eichen im zeitigen Frühjahr behandelt werden, damit aus den Falter-Larven gar nicht erst die gefährlichen Raupen entstehen.

Der Kulmbacher Stadtrat wird sich in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch mit dem Thema Eichen-Prozessionsspinner beschäftigen und über den Kauf einer geeigneten Spritze beraten.

Mehr zum Thema lesen Sie in Kürze hier.


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