Wirsberg

In Wirsberg gab es Arien mit einem Augenzwinkern

Bei den 4. Wirsberger Schlossfestspielen lieferten Martin Rassau und TV-Koch Alexander Herrmann einen witzigen Parforceritt durch die Welt der Opern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Szene aus der romantischen Oper "Turandot" von Giacomo Puccini, im Hintergrund Martin Rassau  Foto: Werner Reißaus
Szene aus der romantischen Oper "Turandot" von Giacomo Puccini, im Hintergrund Martin Rassau Foto: Werner Reißaus
+1 Bild
Gleich vier bekannte Opern standen bei den vierten Schlossfestspielen im herrlichen Ambiente des Wirsberger Schlossgartens auf dem Programm - in fränkischer Kurzform wohlgemerkt: "Carmen", "Turandot", "Der Freischütz" und "La Traviata". Opern, deren vergnüglichste Passagen Paul Schallweg in Mundart übersetzt hatte.


Imposante Felsenkulisse


Es war ein witziger Parforceritt durch die Opernwelt vor einer imposanten Felsenkulisse und umrahmt von einer stimmungsvollen Illumination.

Stargast Martin Rassau stimmte nicht eine einzige Arie an. Den Part übernahm das Vokalensemble "Gebrüder Sing". Der Chor beherrscht die klassischen Melodien ebenso wie die aktuellen Hits - wie immer wurden sie von Andreas Rüsing am Piano begleitet.


Texte "frankonisiert"


Die gereimten Texte waren allein schon eine Fundgrube an Anspielungen und Parodien, doch Martin Rassau hatte die Texte auch noch "frankonisiert" und brachte sie witzig und lebendig auf die Bühne. Rassau zeigte sich gleichermaßen herzlich wie respektlos und spielte gern mit dramatischen Texten. Unterstützt wurde er vom Urfranken Bernhard Ottinger.

Die beiden Veranstaltungen waren ausverkauft, auch das Wetter mit. Die Besucher ließen sich zu Beginn vom Personal des "Posthotels" verwöhnen.


Small-Talk zwischen Koch und Komiker


Bei einem Small-Talk im intimen Schlossgarten verging die Zeit in Windeseile. Die Besucher staunten nicht schlecht, als die Schlossfestspiele nicht etwa musikalisch, sondern mit einem köstlichen Dialog zwischen Fernsehkoch Alexander Herrmann und Martin Rassau begannen. "Wir glauben es ja kaum, man kennt ihn nur aus dem Fernsehen, er hat in Nürnberg ein neues Restaurant eröffnet und malt das Posthotel gerade in schönen hellen Farben an", so Rassau. Als Alexander Herrmann versuchte, Pointen zu erklären, konterte Rassau sofort: "Willst Du mir jetzt Pointen erklären, dann werde ich Dir erklären, wie man gescheit kocht."

Das Publikum bog sich vor Lachen, als Rassau trocken feststellte: "Das war eine Pointe!" Und Alexander Herrmann ergänzte: "Wir könnten ja ein Duo daraus machen: Kochen mit Pointe!" "Wenn ich koche, kommen die Leute nimmer!", meinte darauf der Comedian. Und Alexander Herrmann: "Und wenn ich versuchen würde Turandot zu machen, kämen die Leute auch nicht mehr."
Als Martin Rassau dann André Rieu im Publikum ausgemacht haben wollte, fand der Dialog seinen Höhepunkt. Ein Gast in der ersten Reihe sah dem weltberühmten Geiger täuschend ähnlich.


"Gebrüder Sing" nahezu perfekt


Das musikalische Programm begann mit Georges Bizets letzter Oper "Carmen" - natürlich schlüpfte Martin Rassau in die Rolle von Carmen. Weiter ging es mit der romantischen Oper "Turandot" von Giacomo Puccini. Der Menschenauflauf im Kaiserpalast zu Peking wurde von den "Gebrüder Sing" nahezu perfekt inszeniert. Nach der Pause folgte Carl Maria von Webers "Der Freischütz", nicht etwas in drei Aufzügen, sondern in Kurzform. Und als Zugabe folgte noch Verdis "La Traviata".

Mit ihrer mehrstimmigen Vokalmusik begeisterten die "Gebrüder Sing" die Besucher. Die Sangesbrüder präsentierten sich mal charmant, mal naiv, mal bissig - und immer mit einem Augenzwinkern.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren