Untersteinach
Gemeinderat

In Untersteinach führte eine kleine Summe zu einer großen Debatte

Die Bezuschussung der örtlichen Vereine sorgte in der jüngsten Sitzung für Diskussionen. Dabei ging es um gerade einmal 375 Euro.
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Seit einigen Jahren ist das Kulmbacher Kleinkunst-Brettla in Untersteinach beheimatet. In der jüngsten Gemeinderatssitzung entbrannte ein Streit, ob die Künstler ähnlich hoch gefördert werden sollten wie die örtlichen Vereine.Archiv/Klaus Klaschka
Seit einigen Jahren ist das Kulmbacher Kleinkunst-Brettla in Untersteinach beheimatet. In der jüngsten Gemeinderatssitzung entbrannte ein Streit, ob die Künstler ähnlich hoch gefördert werden sollten wie die örtlichen Vereine.Archiv/Klaus Klaschka

Das man auch über kleine Summe vortrefflich große Diskussionen führen kann, zeigte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Gemeinde hat ein festes System, das die Bezuschussung der Vereine regelt. Eine Förderung bekommt nur, wer fristgerecht einen Antrag stellt. Außerdem berechnet sich die Höhe nach der Zahl der Mitglieder, Nachwuchsarbeit wird höher bewertet.

Sportverein ganz vorne

Vereine, die ein Gebäude bewirtschaften oder unterhalten müssen, bekommen einen Zuschlag von 100 Euro. Außerdem ist die Untergrenze der Förderung auf 50 Euro festgezurrt.

In diesem Jahr hatten sich 15 Vereine fristgemäß für die Förderung gemeldet. Die größten Beträge bekommen der SV Fortuna (503,75 Euro) und die Untersteinacher Wehr (500 Euro).

Das Kulmbacher Kleinkunst-Brettla (KKB) bekommt einen Mindestbetrag von 375 Euro, wie die Räte einst in den Richtlinien festgelegt hatten. Denn Kultur und Kunst müssten besonders bezuschusst werden.

"Das Verhältnis passt nicht"

Alfred Vießmann (UBG) allerdings war diese hohe Förderung ein Dorn im Auge. "Das KKB kriegt zu viel. Dieser Verein tut nichts für Untersteinach", bemängelte er und forderte, die Abstimmung zu verschieben. "Die Schützen haben noch gar keinen Antrag gestellt", so Vießmann.

"Wenn ein Verein keinen Antrag stellt, kann man nichts machen. Wir haben Fristen, die sind kommuniziert, die müssen eingehalten werden", betonte Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD). Auch Thomas Rosenberger (UBG) hielt die Bezuschussung des KKB für zu hoch. "Das Verhältnis passt nicht", bemängelte er.

Nicht nach Gutdünken

"Es stimmt doch nicht, dass die Leute vom KKB keinen Beitrag für Untersteinach leisten. Sie machen die Kerwa mit, den Fasching. Sie bringen Kultur nach Untersteinach - man muss halt nur hingehen", machte sich Christa Müller (SPD) für die Bezuschussung stark. "Wir haben doch extra die Richtlinien festgelegt, damit wir nicht jedes Jahr nach Gutdünken entscheiden müssen", ergänzte Bürgermeister Volker Schmiechen. "Ich finde die Bezuschussung wie vorgeschlagen schon gerechtfertigt", sagte Jürgen Laaber (SPD).

Reiner Seiffert (CSU) wollte eine Eskalation verhindern. Er schlug zur Güte vor, dass er mit einer Reduzierung des Beitrags des KKB von 375 auf 345 Euro - gleichauf mit der Untersteinacher Blasmusik - einverstanden wäre.

Zwei Gegenstimmen

Abgestimmt allerdings wurde über den Vorschlag der Verwaltung. Gemäß der Richtlinien bekommen die Fortuna 503,75 Euro, die Feuerwehr Untersteinach 500 Euro, das KKB 375 Euro und die Untersteinacher Blasmusik 345 Euro. Die weiteren Zuschüsse: Awo-Ortsverein 274,50 Euro; VdK 198 Euro; Geflügelzuchtverein 164,25 Euro; Gesangverein 94,50 Euro; Gartenbauverein 128,25 Euro; Siedlerbund 88,50 Euro; Feuerwehr Gumpersdorf 75 Euro; Sudetendeutschen Landsmannschaft, Opel-Club, Sportkegelclub und Gartenbauverein Gumpersdorf je 50 Euro.

Weitere Vereine haben keine Bezuschussung beantragt. Gegen die Aufteilung der Zuschüsse in dieser Form stimmten Alfred Vießmann und Thomas Rosenberger. Markus Weigel (FW) regte an, künftig die Mitgliederzahlen der Vereine auf der Liste zu veröffentlichen, so dass die Höhe der Zuschüsse besser nachvollziehbar sei.

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