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Stadtsteinach
Gesundheit

In Stadtsteinach sind bald 40 Corona-Tests pro Tag möglich

Die Bundeswehr baut in Stadtsteinach eine Abstrichstelle auf. Die Tests sollen nur auf Anweisung des Gesundheitsamts durchgeführt werden.
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Die Abstrichstelle befindet sich im Innern der Steinachtalhalle: An fünf Tischen werden die Abstriche genommen. Bis zu 40 Abstriche täglich können in Stadtsteinach abgenommen werden - für Personen aus dem gesamten nördlichen Landkreis Kulmbach. Foto: Sonny Adam
Die Abstrichstelle befindet sich im Innern der Steinachtalhalle: An fünf Tischen werden die Abstriche genommen. Bis zu 40 Abstriche täglich können in Stadtsteinach abgenommen werden - für Personen aus dem gesamten nördlichen Landkreis Kulmbach. Foto: Sonny Adam
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Ein Bundeswehrauto steht vor der Steinachtalhalle in Stadtsteinach. "Wir. Dienen. Deutschland" prangt auf der Seite des Kleinbusses. Die Eingangstür zur Halle ist mit Papier verhängt. "Corona-Ambulanz" und der Hinweis "Kein Eingang" stehen in dicken Lettern auf Schildern - darüber das Wappen des Landkreises Kulmbach.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

In der Steinachtalhalle werden in den nächsten Wochen vier Sanitäter der Bundeswehr und vier Panzergrenadiere Corona-Tests durchführen. Sie sollen dem Gesundheitsamt in Kulmbach unter die Arme greifen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Inzwischen sind auch die rechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz im Inneren getroffen, erklärt Oliver Hempfling, Jurist am Landratsamt Kulmbach. "Uns ist es wichtig, dass wir die Abstrichstellen dezentral einrichten", ergänzt Landrat Klaus Peter Söllner.

In den nächsten Tagen geht's los

In der neuen Abstrichstelle sollen mutmaßliche Corona-Patienten aus dem nördlichen Landkreis Kulmbach getestet werden. Schon in den nächsten Tagen wird der Betrieb aufgenommen.

Aus eigenem Antrieb kann in Stadtsteinach niemand zum Test kommen. Landrat Klaus Peter Söllner appelliert an alle, sich im Verdachtsfall telefonisch an die Hausärzte oder an das Gesundheitsamt (09221/707-600) zu wenden. Unter der Hotline würden mehrere Ärzte abklären, ob ein Test notwendig ist. Erst dann kann ein Termin vergeben werden.

Die Kapazität in Stadtsteinach reicht für etwa 40 Tests pro Tag. "Wir machen feste Termine aus, weil hier ja auch keine massenweise Begegnungen stattfinden sollen", so Söllner.

Eine gute Sache

Der Stadtsteinacher Bürgermeister Roland Wolfrum hält die Abstrichstelle für eine gute Sache. "So schnell geht die Corona-Krise nicht vorbei. Und wir können hier sowieso keine Veranstaltungen durchführen."

Bindeglied zwischen Landratsamt und Bundeswehr ist Oberstleutnant Stefan Brütting. Der Bundeswehreinsatz im Inland ist in der Corona-Krise übrigens kein Einzelfall. Insgesamt sind die Soldaten schon in 13 Landkreisen tätig. "Wir haben keine sonstigen Befugnisse, wir werden bei diesem Einsatz von ziviler Hand geführt", erklärt Brütting das Fachliche.

"Alle unsere aktiven Soldaten haben sich freiwillig für den Einsatz gemeldet", ergänzt Harry Gaszkowski.

Aktuell 80 Fälle im Kreis

Von Anfang an im Krisenstab des BRK dabei ist Frank Wilzok. Er zeigt den Weg, den eine Testperson gehen muss. Die Verdachtsfälle betreten die Steinachtalhalle demnach durch den Kellereingang auf der Rückseite des Gebäudes. Dort sind Abstandsmarkierungen aufgebracht, sogar auf den Treppen. Die eigentlichen Tests werden in der Halle durchgeführt. Ein Arztzimmer steht ebenfalls zur Verfügung. Natürlich sind die Soldaten durch eine volle Schutzausrüstung vor Ansteckung geschützt.

Derzeit gibt es im Landkreis Kulmbach 80 bestätigte Corona-Fälle, sechs mehr als am Montag. Ein Patient ist verstorben. Zehn Personen werden stationär betreut, zwei außerhalb des Landkreises.