Stadtsteinach
Geschichte

In Stadtsteinach gibt's einen Ort, wo Sägezähne richtig zubeißen

Bei einem Rundgang durch Stadtsteinach referierte Kreisheimatpfleger Siegfried Sesselmann über die Entwicklung der Stadt.
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Gernot Sesselmann und Patrick Rosenbusch hieven den Stamm in Position - dann kann die Säge losrattern. Foto: Sonny Adam
Gernot Sesselmann und Patrick Rosenbusch hieven den Stamm in Position - dann kann die Säge losrattern. Foto: Sonny Adam
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Gespannt warten die Besucher in der Schneidmühle. "Auf drei: Ausrichten", gibt Max Grampp das Kommando. Patrick Rosenbusch und Gernot Sesselmann hieven den riesigen Stamm in die richtige Position, dann nimmt Grampp die alte Schneidmühle in Betrieb. "So eine wasserbetriebene Anlage sägt natürlich langsamer als die herkömmlichen Sägewerke heute, aber hier ist alles hundert Prozent Handarbeit. Es ist faszinierend", sagt er.

Max Grampp ist ehrenamtlicher Säger. Ihm liegt viel daran, den Betrieb einmal im Monat aufrechtzuerhalten. Patrick Rosenbusch und Gernot Sesselmann geht es genauso. Es sind Idealisten, die das alte Handwerk immer wieder neu aufleben lassen möchten. "Naja, so ein Stamm wiegt vielleicht hundert Kilo", schätzt Rosenbusch.

"Das weckt Erinnerungen"

Gerhard Köstner ist verzückt, als sich die Sägezähne kreischend durch das Holz beißen. "Für mich ist das hier Kindheit. Das weckt Erinnerungen. Mein Vater war Forstbeamter, ich bin im Schnappenhammer aufgewachsen", erzählt er.

Auch Kai Hemmann ist fasziniert: "Wir machen Urlaub hier. Wir kommen aus Hannover", sagt er. Er habe so eine alte Säge bislang nur im Museum bewundern dürfen und ist ebenfalls begeistert von der Tradition.

Doch am Tag des offenen Denkmals war die Schneidmühle nicht die einzige Attraktion in Stadtsteinach. Heimatpfleger Siegfried Sesselmann bot eine historische Stadtführung und stellte klar: "Stadtsteinach ist keine mittelalterliche Stadt!" Mehrfach sei der Ort in Schutt und Asche gelegt worden. Eines der ältesten Häuser steht am Marktplatz: Auf dem Schild über dem ehemaligen Gasthaus "Zum Goldenen Hirschen" prangt die Jahreszahl 1798.

"Architektur im Wandel der Zeit"

"Bei der Führung geht es um die Architektur im Wandel der Zeit", sagt Bürgermeister Roland Wolfrum. Sesselmann machte klar, dass die "Ur-Schule" das Benefiziatenhaus neben der Kirche war. Einige Stadtsteinacher erinnern sich noch daran.

"Ach Gott, das waren noch Zeiten", hört man sie sagen.

Stationen auf der historischen Stadtführung sind außerdem das alte Landratsamt (die heutige Polizei), das heutige Sparkassengebäude, das dort steht, wo eigentlich eine neue Schule hätte errichtet werden sollen, und die neue Schule.

So manches Geheimnis enthüllt

"Ich könnte zu jedem Haus in Stadtsteinach eine halbe Stunde lang erzählen", sagt Siegfried Sesselmann. Doch das tut er natürlich nicht. Er konzentriert sich auf die Verflechtungen von Verwaltung, Schule, Lehrer und Kirche und enthüllt so manches Geheimnis, das auch echte Stadtsteinacher noch nicht kannten.

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