Mainleus
Tuning-Treffen

In Mainleus wurden Autoträume wahr

In den Fabrikhallen und auf dem gesamten Gelände der alten Mainleuser Spinnerei präsentierten Tuning-Fans am Wochenende ihre aufgemotzten Fahrzeuge.
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Der VW Golf von Markus Baier war der Hingucker des Abends. Auf den Türen prangt ein Konterfei seiner Tochter in Airbrushtechnik.
Der VW Golf von Markus Baier war der Hingucker des Abends. Auf den Türen prangt ein Konterfei seiner Tochter in Airbrushtechnik.
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Sehen und staunen - das war das Motto bei der "Spinning Factory", einem offenen Tuning-Treffen auf dem Gelände der alten Spinnerei.

Hingucker des Abends war der Golf III des Kulmbachers Markus Baier (32). "Ich hab den Golf tiefer und breiter gemacht, den Motor gegen einen VR 6 mit Kompressor ausgetauscht", erzählt der Freak. Doch das sind nur die technischen Details. Der Wagen besticht vor allem durch seine auffallende Lackierung und seine Lederverkleidung. Nicht nur der Innenraum ist komplett durchdesignt, auch der Babysitz ist in sanften Brauntönen verkleidet, ebenso das Armaturenbrett und die Leitungen im Motorraum. Sogar der Unterboden ist mit Leder bezogen.

Als Clou hat Markus Baier das Konterfei seiner Tochter Selina auf die Seiten lackieren lassen. "Meine Tochter ist jetzt aber schon sechs Jahre alt. Jetzt wird die eine Seite überlackiert, denn sie hat inzwischen einen Bruder", so Baier, der den einjährigen Ben ebenfalls auf dem Auto verewigen will.

Fahrten nur bei schönem Wetter

Außerdem prangt der Schriftzug "Sterne fallen nicht vom Himmel, sie werden geboren" auf seinem Golf. "Das Auto wird richtig gefahren. Aber nur bei schönem Wetter", betont Baier. Nur ein einziges Mal saß er nicht selbst am Steuer: bei seiner Hochzeit - da durfte der Trauzeuge ran.

Schon 18 Jahre lang investiert der 32-Jährige jede freie Minute in das Auto. "Das Armaturenbrett ist aus einem Audi A3", sagt der Tuning-Experte auf Nachfrage anderer Fans.

Bei der Ausstattung des Autos hat Markus Baier auch Humor bewiesen. So hat er auf dem Unterboden den Schriftzug "Dei Arsch glotzt raus" in Leder prägen lassen, weil sich die Leute immer bücken, um die Schrift auch lesen zu können.

Matthias Pistor (35) nennt einen lilafarbenen "Fire & Ice"-Golf sein eigen. Seit 2007 bastelt er an dem Auto herum. Die Karosse blitzt und funkelt, obwohl sie schon 270 000 Kilometer auf dem Buckel hat. Der Motor allerdings ist neu und bringt es gerade mal auf 18 000 Kilometer.

Einen Golf ganz anderer Art zeigte Fabian Kroner (26). Er hat alles entfernt, was ein Auto zum Fahren nicht braucht. Denn Kroner fährt mit seinem Golf III G 60 Rundstreckenrennen.

 

40 000 Rennkilometer absolviert

Dass der Motor mächtig qualmte, als er das Auto aufs Podest stellte, schreckte die Tuningfans nicht. Im Gegenteil, sie lieben den Duft von Benzin und Öl. "Aber der Motor muss revidiert werden", erklärt Kroner. "Er hat schon 40 000 Rennkilometer hinter sich."

Mike Wolfring (25) aus Weißenbrunn zeigte einen BMW Alpina. "Ich bin Schreiner, in meiner Freizeit möchte ich aber etwas anderes machen", erzählt der Weißenbrunner. Und deshalb schraubt er an seinen Autos. Besonders stolz ist er auf seine gelben Hella-Lichter.

Die Initiatorin der Ausstellung, Jessica Losert, könnte beim Anblick der vielen automobilen Schätzchen fast ein bisschen neidisch werden. Sie nennt einen Audi 80 mit 115 PS ihr eigen. "Mein Freund hat ihn ein bisschen tiefergelegt", verrät sie. Als nächstes will sie neue Felgen kaufen.

"Da lässt sich noch viel machen"

"Mein Auto ist jetzt gar nicht so sehr getunt, da lässt sich noch viel machen", sagte sie und staunt über die hohen Investitionen, die andere Tuningfans getätigt haben.

Michael Zwingmann (32) hat seinen orangen VW-Käfer mitgebracht, natürlich tiefer gelegt und mit Stahlfelgenausgestattet. Als Verkleidung der Zündspule dient eine orange-rote Fantadose. "Die passt farblich einfach so gut", sagt Zwingmann und lacht. Als Maskottchen sitzt Garfield im Auto.

Nicht nur in den alten Fabrikräumen der Spinnerei präsentierten die Fans ihre Schätzchen, auch im Außenbereich gab es viele getunte Fahrzeuge zu sehen. Vor der Kulisse der "Spinning Factory" machten die Liebhaber die Nacht zum Tag und feierten. Mainleus Invest öffnete auch das alte Kesselhaus. Zudem gab es wieder Bunkerführungen eine stilvolle Illumination.



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