Kulmbach
Denkmäler

In Kulmbach gibt es viel neues Leben in alten Gemäuern

Auch das alte Turbinenhaus der Spinnerei und Schloss Steinenhausen öffneten am Tag des offenen Denkmals ihre Pforten für Besucher.
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Besucheransturm im kleinen Innenhof von Schloss Steinenhausen Foto: Katharina Müller-Sanke
Besucheransturm im kleinen Innenhof von Schloss Steinenhausen Foto: Katharina Müller-Sanke
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Von Helmut Kohl ist dieser Satz überliefert: "Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten." Diese alte Wahrheit passte auch zum Tag des offenen Denkmals, der heuer zum 25. Mal stattfand.

Industrie gehört zur Geschichte

Bauwerke, die sonst oft nicht begehbar sind, hatten ihre Türen für Besucher geöffnet. In Kulmbach zum Beispiel das Turbinenhaus auf dem Gelände der Alten Spinnerei. "Die Industrie gehört zur Geschichte Oberfrankens. Noch heute hat der Bezirk die größte Industriedichte Bayerns", sagte Landrat Klaus Peter Söllner.

Besonders alt ist das Industriedenkmal eigentlich noch nicht. Im Rahmen der Umstellung der Spinnerei von Dampf auf elektrischen Strom in den 1920er Jahren wurde die Halle für die Turbinen gebaut.

Kunst- und Kulturhaus soll entstehen

Das Spinnerei-Areal wird seit einigen Jahren saniert und Stück für Stück wieder nutzbar gemacht. "Die Bauarbeiten sind lang und aufwendig. Aber es lohnt sich", meinte Oberbürgermeister Henry Schramm. Geplant sei ein Kunst- und Kulturhaus. Die alte Turbine und der Kran würden erhalten bleiben, riesige Fenster für Helligkeit sorgen. Schramm kennt sich aus, hat er hier doch vor fast 40 Jahren seine Lehre als Industriekaufmann begonnen. Allein die Rohbausanierung kostet zwei Millionen Euro.

Ein Denkmal ganz anderer Art ist das Schloss Steinenhausen. Dort ist das Bayerische Landesamt für Umwelt untergebracht. Historiker Klaus Rupprecht führte die Besucher durch das Schloss und erläuterte die Geschichte vom ersten Wohnturm aus dem 12. Jahrhundert über die Religionsstreitigkeiten der Guttenberger im 16. und 17. Jahrhundert, die Nazizeit, als das Schloss eine Ausbildungsstelle für Kindergärtnerinnen war, bis zum heutigen Tag.

Interessantes auch im Freien

Der Ansturm war groß. Gleichzeitig fand noch eine Führung im Außenbereich statt. Biologe Gerd Heusinger führte die Besucher in den Zauber der Naturdenkmäler ein.

Eine wichtige Aufgabe des Landesamts für Umwelt: Auf dem Außengelände werden alte Apfelsorten kultiviert, die traditionelle Dreifelderwirtschaft aufgezeigt, es werden Arten erhalten und regional-typische Pflanzen erforscht. Damit wird ebenfalls an die Vergangenheit erinnert.



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