Ködnitz
Gemeinderat

In Ködnitz entstehen keine "vereinigten Hüttenwerke"

Vor ihrer Zustimmung diskutierten die Ködnitzer Gemeinderäte ausführlich über die Kita-Erweiterung. Das Projekt kostet knapp zwei Millionen Euro.
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Die umfangreichen Tiefbauarbeiten am Bergweg gehen dem Ende entgegen. Der Gemeinderat hat bei einem Baustellentermin die Ausbaubreite für den Gehweg von den Anwesen 5 bis 9 sowie der Straße festgelegt. Auf Vorschlag von Heinz Mösch sollen noch Einsparmöglichkeiten beim Straßenbau geprüft werden.Werner Reißaus
Die umfangreichen Tiefbauarbeiten am Bergweg gehen dem Ende entgegen. Der Gemeinderat hat bei einem Baustellentermin die Ausbaubreite für den Gehweg von den Anwesen 5 bis 9 sowie der Straße festgelegt. Auf Vorschlag von Heinz Mösch sollen noch Einsparmöglichkeiten beim Straßenbau geprüft werden.Werner Reißaus

Es war eine schwere "Geburt", doch am Ende stand dann doch ein einstimmiger Beschluss des Ködnitzer Gemeinderats. In der Sitzung am Montagabend im Rathaus ging es um Art und Umfang der Umbaumaßnahmen an der Kindertagesstätte in Fölschnitz, für die nun die Fördermittel und die Genehmigung des vorzeitigen Baubeginns beantragt werden sollen.

Über eine Stunde dauerte die Beratung, und vorübergehend schien es so, als würde man nicht zu einem Ergebnis kommen, so konträr verliefen die Diskussionen. Für die Gesamtkirchengemeinde Kulmbach, die als Bauträger dieses knapp zwei Millionen Euro teuren Projekts auftritt, war es allerdings wichtig, dass der Gemeinderat zu einer Entscheidung kam, denn die Antragsfrist bei der Regierung für Oberfranken für die Mittelgewährung endet in wenigen Tagen: am 31. August.

Geringfügige Änderungen

Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) verwies darauf, dass das Architekturbüro Schmidt aus Kulmbach nach der vorangegangenen Sitzung des Gemeinderats und des Kirchenvorstands Untersteinach eine Überarbeitung der Planung vorgenommen habe. Es hätten sich aber nur geringfügige Änderungen ergeben. Der Kirchenvorstand werde aller Voraussicht nach in seiner morgigen Sitzung "grünes Licht" für die Baumaßnahme geben.

Die Gemeinderäte redeten sich die Köpfe vor allem darüber heiß, ob jetzt der erweiterte Baukörper ein neues Dach erhalten soll oder nicht. Klar ist, dass nicht nur eine Sanierung, vor allem energetischer Natur, notwendig wird, sondern auch eine bauliche Erweiterung, zumal die Kinderkrippe um zwölf Plätze angewachsen ist.

Satteldach ist teurer

Architekt Matthias Schmidt stellte die geänderte Planung und mit ihr auch die Alternativen für die Dachgestaltung vor. Zusätzlich sei noch ein kleiner Raum oberhalb des Treppenhauses eingeplant worden, um das Mittagessen leichter anliefern zu können. Ansonsten sprach Schmidt von marginalen Änderungen.

Reinhold Dippold (WGK) war wichtig, dass die Planung auch mit dem Personal der Kita abgesprochen wurde. Die Mehrkosten für ein Satteldach im Vergleich zu einem Pultdach bezifferte Architekt Schmidt auf rund 85 000 Euro, damit würden die Gesamtbaukosten bei 1,926 Millionen Euro liegen.

Michael Heisinger (Rangen) beschäftigte vor allem eine Frage: "Was spricht dagegen, das vorhandene Dach zu belassen und es aber energetisch zu sanieren. Es kommt mir so vor, als würde Geld keine Rolle spielen. Warum muss das Dach runter?" Man könnte so bis zu 400 000 Euro einsparen, so Michael Heisinger. "Am Schluss werden wir bei 2,5 Millionen Euro liegen und immer noch einen Altbau haben."

Angst vor Kostenexplosion

Matthias Schmidt erklärte, dass die Kindertagesstätte bis auf den Rohbau zurückgebaut wird und die unterschiedlichen Dachkörper den Eindruck erwecken, es würde sich um die "vereinigten Hüttenwerke" handeln. Michael Heisinger blieb skeptisch: "Wir müssen es bezahlen können!" Er befürchtet außerdem, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten.

Einen Neubau unterhalb des jetzigen Baukörpers vorzunehmen, wie Willi Kolb (SPD) in die Diskussion warf, macht nach den Worten des Architekten keinen Sinn. Heinz Mösch (CSU) übte Kritik daran, dass sich weder die Kirche noch die Gemeinde um einen Alternativstandort bemüht hätten: "Wir haben die Planung im Juli auf den Tisch bekommen und sollen jetzt unter Zeitdruck entscheiden."

Mehr Ökologie gefordert

Mösch vermisste auch die ökologischen Gesichtspunkte wie die Regenwassernutzung und das Anbringen von Heißwasserpanelen auf dem Dach. Dies soll nun in die endgültige Planung mit einfließen, ebenso die Prüfung, ob der Erhalt des vorhandenen Dachstuhles möglich ist und welche Kosteneinsparung dadurch erzielt werden kann.

Keine Einwände hatte der Gemeinderat gegen die beabsichtigte Erneuerung eines Dachstuhls in Heinersreuth. Hier soll in einer Scheune Wohnraum geschaffen werden.

Einer beantragten Bordsteinabsenkung in Fölschnitz stimmte das Gremium einvernehmlich zu. Voraussetzung ist, dass die Arbeiten fachgerecht ausgeführt und vom Bürgermeister oder einem seiner Stellvertreter auch abgenommen werden.

Buswartehäuschen wird rechtzeitig fertig

Bürgermeister Stephan Heckel-Michel dankte der Ebersbacher Dorfgemeinschaft, die den Abbau und die Erneuerung des beschädigten Buswartehäuschens in Angriff genommen hatte. Die Versicherung habe die Entschädigung für die Gemeinde Ködnitz auf 1200 Euro erhöht, das Holz für den Neubau sei gespendet worden. Die Arbeiten sollen laut Bürgermeister rechtzeitig bis zum Schulbeginn am 15. September in Eigenleistung fertigestellt sein.

Lob fand Heckel-Michel auch für die IG Ködnitz, die den Bau der Kapelle zügig vorangebracht habe: "Es ist ein schöner Ort, der für die Kapelle ausgesucht wurde."

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