Kasendorf
Kinderbetreuung

In Kasendorf wird die Schule zum Spielplatz

In den freien Räumen des Kasendorfer Schulgebäudes hat die evangelische Kindertagesstätte einen Hort eingerichtet. Lilly, Eva und Chantal fühlen sich dort wohl - Mütter wie Nicole Gerwenat sind auf das Angebot angewiesen.
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Nach den Hausaufgaben ist   Spielen angesagt.    Lilly, Eva,    Michelle, Lara-Marie  und Laura (von links)  bauen  mit Legosteinen. Foto:  Alexander Hartmann
Nach den Hausaufgaben ist Spielen angesagt. Lilly, Eva, Michelle, Lara-Marie und Laura (von links) bauen mit Legosteinen. Foto: Alexander Hartmann
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Hat sie die Hausaufgaben erledigt, spielt Lilly mit Eva am Nachmittag oft Schule. Die Möglichkeiten dafür haben die beiden Mädchen. Sie können ins Klassenzimmer gehen, mit Kreide an die Tafel schreiben, so spielend leicht in die Schüler- und Lehrerrolle schlüpfen.


"Das macht Spaß"


"Das macht richtig Spaß", sagt die neunjährige Lilly. Sie gehört zu den 25 Jungen und Mädchen, die den Kasendorfer Kinderhort besuchen, den seit Schuljahresbeginn die evangelische Kindertagesstätte "Arche Noah" betreibt. Weit laufen müssen die Erst- bis Viertklässler nach Unterrichtsschluss nicht, befindet sich der Hort doch in den Räumen des Schulgebäudes, die durch die Schließung der Hauptschule frei geworden sind.

Pläne der Marktgemeinde, Teile des großen Hauses für gewerbliche Zwecke zu vermieten, hatten sich nicht verwirklichen lassen, wäre doch auch eine räumliche Trennung vonnöten gewesen, die ins Geld gegangen wäre, wie der Kasendorfer Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU/Offene Liste) erläutert. Zudem sei die Zufahrt für Lieferverkehr nicht geeignet.


Ein Glücksfall


Pech für die Marktgemeinde, aber ein Glücksfall für die Kindertagesstätte "Arche Noah", die nach geeigneten Räumen für die Nachmittagsbetreuung gesucht und in der Schule optimale Bedingungen vorgefunden hat. Und die von den Eltern, nachdem die Hortpläne bekannt geworden sind, überrannt worden ist. Mit zehn Hortkindern hatte man gerechnet, sagt Tagesstättenleiterin Susanne Noë. "Mit 25 Kindern sind wir jetzt wirklich proppenvoll."

Nach dem Mittagessen - Lilly schwärmt von Spaghetti Bolognese - steht in den früheren Klassenzimmern die Hausaufgabenbetreuung an. Gibt's in Mathe oder Deutsch mal Probleme, stehen Sozialpädagogin Jessica Heller und Erzieherin Elsbeth Herlyn-Krüger Gewähr bei Fuß. Beide sind von der evangelischen Kirchengemeinde als Träger der Einrichtung neu angestellt worden. "Wir haben zwei Gruppen gebildet, in denen die Erst- und Zweitklässler sowie die Kinder aus der dritten und vierten Klasse getrennt ihre Aufgaben machen", sagt Jessica Heller, der die Arbeit in Kasendorf großen Spaß macht.


Nicht nach Thurnau


Sind die Pflichten erledigt, haben die Kinder die Möglichkeit, sich auszutoben, bis sie von den Eltern abgeholt werden. Sie können auf einer Sofaecke, die Birgit Pletl spendiert hat, relaxen. Die Jungs spielen mit einem kleinen Softball Fußball, die Mädels Pferd oder eben auch mal Schule. "Ich spiele am liebsten mit Bügelperlen", sagt Erstklässlerin Chantal, die fast in Thurnau eingeschult worden wäre. "Weil wir lange nicht gewusst haben, ob auch in Kasendorf ein richtiger Hort eingerichtet wird", sagt Mutter Nicole Gerwenat, die sich nach einer Umschulung auf Jobsuche befindet.

"Wenn man weiß, dass das Kind nach Unterrichtsschluss einen Betreuungsplatz hat, ist man bei der Arbeitssuche flexibler", sagt Gerwenat, die die Bedeutung des Hortangebots herausstellt. Tochter Chantal ist froh, dass es in der Grundschule einen Hort gibt und sie in Kasendorf bleiben konnte. "Denn hier habe ich ja meine Freunde."
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