Kasendorf
Gemeinderat

In Kasendorf entsteht eine Wohngemeinschaft für Senioren

In Kasendorf soll bereits im kommenden Jahr eine besondere Betreuungseinrichtung für Senioren ihren Betrieb aufnehmen.
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Im früheren Lebensmittelmarkt am Hinteren Markt soll eine Senioren-WG entstehen. Investorin Sascha Seuß, Unternehmens- und Konzeptberater Christian Moosbrugger und Investor Markus Weigel (von links) freuten sich über die Zustimmung des Gemeinderats.Sonny Adam
Im früheren Lebensmittelmarkt am Hinteren Markt soll eine Senioren-WG entstehen. Investorin Sascha Seuß, Unternehmens- und Konzeptberater Christian Moosbrugger und Investor Markus Weigel (von links) freuten sich über die Zustimmung des Gemeinderats.Sonny Adam

Der einstige Lebensmittelmarkt am Hinteren Markt soll zu einer Senioren-Wohngemeinschaft umgebaut werden. Der Marktgemeinderat gab am Mittwochabend grünes Licht für die Nutzungsänderung. Die Lager- und Nebenräume sollen zu zwei Einliegerwohnungen umfunktioniert werden.

Unternehmens- und Konzeptberater Christian Moosbrugger stellte dem Gremium das Konzept für eine ambulant betreute Senioren-WG vor. "Wir stehen vor großen Herausforderungen im Bereich Pflege", skizzierte er. Die Ansiedelung eines Seniorenheims in Kasendorf sei quasi unmöglich. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, würden mindestens 60 Plätze benötigt - so große Kapazitäten gebe es in Kasendorf nicht. Eine kleine Senioren-WG mit ambulanter Pflege wäre dagegen machbar.

Für ein eigenständiges Leben

Betreiber sollen Sascha Seuß und Markus Weigel aus Untersteinach sein. Seuß ist bereits im Besitz der Gebäude, Weigel will mit einsteigen.

Ein eigenständiges Leben stehe bei dem Konzept im Fokus, erläuterte Moosbrugger. "Es gibt ein Gremium der Selbstbestimmung. Die Bewohner oder deren Angehörige treffen sich regelmäßig und wählen selbst, welcher Pflegedienst in welchem Umfang die Bewohner versorgt."

Die Einrichtung sei aber auch für pflegebedürftige oder stark demente Senioren geeignet. "Alle, die einziehen, sollten ein klares und positives Interesse daran haben, ein gemeinsames Miteinander zu gestalten. Unsere innovative Wohnform bietet ein Höchstmaß an eigenem Gestaltungsspielraum", erklärte Markus Weigel.

Keine Konkurrenz zur Diakonie

Um eine Pflege zu gewährleisten, werde eine Präsenzkraft vor Ort sein, ergänzte Sascha Seuß. "Die Entwicklung in der Altenpflege ist derzeit wirklich beängstigend. Eine Senioren-WG könnte ein neues Zuhause sein."

Vorgesehen sei, dass die Appartements mit den Möbeln von zu Hause ausgestattet werden. "Wir können sie auf Wunsch aber auch ausstatten", sagte Seuß. Eine Konkurrenz mit der Diakonie sieht er nicht. Denn die Pflege könnte von der Diakonie übernommen werden, allerdings auch von einem anderen Dienstleister. Das liege allein in der Hand der Bewohner.

Startschuss für den Umbau soll noch in diesem Jahr sein. Im Herbst 2020 soll die Senioren-WG ihren Betrieb aufnehmen.

"Ich bin froh, dass wir die Möglichkeit haben, solch eine Einrichtung zu bekommen. Ich finde, das wertet den Markt auf", sagte Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU).

Weitere Bauanträge

In der Sitzung wurden weitere Bauanträge positiv beschieden. So darf in Azendorf ein 37 Meter hoher Mischturm gebaut werden, der jedoch nur minimal aus der Abbruchkante des Kalkwerks herausragt. Das Gremium genehmigte ferner den Bau eines Einfamilienwohnhauses in der Nussallee in Peesten.

Auch gegen Voranfragen zum Umbau eines Wohngebäudes samt Aufstockung in der Schulstraße sowie gegen einen Wohnhausabbruch samt Neubau in der Bamberger Straße hatten Gemeinderäte nichts einzuwenden.

Gemeinderat in Kürze

Entwässerung Der Markt Thurnau hatte die Aufteilung der Kosten für die Straßenentwässerung im Gebiet des Abwasser-Zweckverbands Friesenbachtal schon genehmigt, jetzt zog der Markt Kasendorf nach. Der Markt Thurnau zahlt 30 Prozent oder rund 6360 Euro jährlich, Kasendorf 70 Prozent, was 14 810 Euro entspricht.

Zufahrten Der Markt Kasendorf hat den Bau von Grundstückseinfahrten zu den tieferliegenden Grundstücken in der Brunnengasse genehmigt. Wenn möglich, sollen die Einfahrten mit Aushub aus den oberen Bereichen aufgefüllt werden, schlug Verwaltungsleiter Herbert Schmidt vor.

Unesco Der Markt Kassendorf unterstützt den Vorstoß des Marktes Thurnau, das Gregorifest ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Unesco aufzunehmen.

Rallye Die "ADAC-Stäubli-Rallye Fränkische Schweiz" in Azendorf darf durchgeführt werden. Im Vergleich zu den letzten Jahren wurde die Strecke verändert. Sie führt jetzt nicht mehr durch den Ort, sondern an der Kläranlage vorbei. Eventuelle Schäden an der Schotterstraße müssen vom Veranstalter beseitigt werden. Bürgermeister Bernd Steinhäuser wies darauf hin, dass in diesem Bereich die Gullydeckel aus der Fahrbahn herausragen. Deshalb soll ein Haftungsausschluss festgelegt werden. Auch der Jugend- und Clubsport-Trial des MSC Kasendorf im benachbarten Welschenkahl wurde genehmigt. Die gemeindlichen Flurstücke dürfen genutzt werden, die öffentlichen Feld- und Waldwege werden gesperrt.

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