Himmelkron

In Himmelkron macht das Selberbrauen Spaß

Am 21. März 1992 hat alles angefangen, als der Untersteinacher Walter Simon seinen ersten Braukurs an der Volkshochschule Himmelkron in der Lanzendorfer Schulküche abhielt. Daraus entstand der Verein der Himmelkroner Hobbybrauer, die nun mit dem 25. Braukurs ein kleines Jubiläum feierten.
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Iris Kastner hat sich zusammen mit ihrem Ehemann Christian (rechts daneben)  an dem irischen Bier Stout versucht. Beide sind Mitglied der Coverband "Hops`n`Malt" aus Kulmbach. Foto: Werner Reißaus
Iris Kastner hat sich zusammen mit ihrem Ehemann Christian (rechts daneben) an dem irischen Bier Stout versucht. Beide sind Mitglied der Coverband "Hops`n`Malt" aus Kulmbach. Foto: Werner Reißaus
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"Bierbrauen am eigenen Herd" lautete 1992 das Motto für die Teilnehmer, das mit vielen originellen Arbeitsschritten verbunden war. Die 15 Teilnehmer waren von der Art des häuslichen Brauens so begeistert, dass sich in kurzen Zeitabständen weitere Aufbaukurse anschlossen und aus den Teilnehmern der Anfangskurse bildete sich eine tatkräftige Gruppe, die als "Himmelkroner Hobbybrauer" an die alte Tradition des Hausbrauens anknüpfte und die in den Braukursen erworbenen Kenntnisse erfolgreich umsetzte.

Ursprünglich fanden die Kurse in Himmelkron statt, doch seit einigen Jahren dient die Schulküche der Verbandsschule Neuenmarkt-Wirsberg als neues Domizil, ein idealer Standort wie Vorsitzender Peter Schoberth erklärte und auf die Anfänge hinwies: "Nach der Arbeit mit den Elektro-Kochtöpfen musste das Bier am Main heruntergekühlt und im Felsenkeller der Trebgaster Brauerei Haberstumpf gelagert werden. Nach dem Gärvorgang wurde geschlaucht, das heißt, die Teilnehmer füllten ihr Erzeugnis mit Hilfe von Schläuchen in größere und kleinere Flaschen ab. Nach einiger Lagerzeit traf man sich zur Bierprobe in Himmelkron - und allein dazu gäbe es natürlich eine Menge an originellen und lustigen Begebenheiten zu berichten."

Das Brauangebot der Volkshochschule Himmelkron mit den Himmelkroner Hobbybrauern schlug jedenfalls voll ein - und seitdem schlossen sich viele Folgekurse an. Nun fand der 25. Braukurs statt - und zu diesem Jubiläum waren auch Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) mit Vanessa Uome von der Volkshochschule Himmelkron gekommen. Schneider bezeichnete die Himmerlkroner Hobbybrauer als eine Gemeinschaft, die das gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde Himmelkron in den vergangenen Jahren ungemein bereichert habe und überreichte einen Geldbetrag der Gemeinde. Dem Schulverband dankte Schneider gleichzeitig, dass diese Braukurse in der modernen Schulküche problemlos durchgeführt werden können.

Wie Bernd Lehner feststellte, unter dessen fachmännischen Anleitung die Braukurse durchgeführt werden, sind die Werte des "Bierkompetenzzentrums Himmelkron" rekordverdächtig: "Ausgebildete Brauer seit Beginn der Braukurse an der Volkshochschule: 300, davon Himmelkroner Bürger und Bürgerinnen: 99. Das ist eine Brauerquote bei 3 480 Einwohnern von 2,8 Prozent. Die Bierkompetenzquote im Gemeinderat liegt bei 25 Prozent - und die Bierkompetenzquote der Bürgermeister liegt bei sage und schreibe 100 Prozent, denn sowohl Bürgermeister Gerhard Schneider als auch sein Stellvertreter Harald Peetz haben mit Erfolg einen Braukurs absolviert."

Der Jubiläumsbraukurs war auf ein Craftbier ausgerichtet. Die Inhalte des Craftbier-Braukurses für fränkische, irische und englische Craftbiere wurden jedem Teilnehmer in theoretischen und praktischen Grundlagen der Bierherstellung vermittelt. Der Kurs zeigte, mit welchen haushaltsüblichen Gerätschaften Jedermann zu Hause Bier herstellen kann. Es wurden Tipps und Anregungen zum Bau einfacher Braugeräte gegeben und Quellen für die benötigten Zutaten aufgezeigt.

Der Kurs bestand aus einem Brautag mit Theorieteil zur Würzeherstellung mit der Anleitung zur Gärung und Lagerung des Biers zu Hause sowie einem Verkostungsabend mit Bierprüfung und Erfahrungsaustausch. Zur Anleitung standen drei erfahrene Hobbybrauer mit Rat und Tat zur Seite.

Je nach Wissensstand und gewählter Biersorte wurde das Arbeiten mit einfachen Infusions- oder Mehrmaischverfahren zum Brauen besonderer ober- oder untergäriger Biere angeleitet. Damit verbunden ist je nach Biersorte der Schwerpunkt Berechnung und Einsatz verschiedener Aromahopfensorten oder Berechnung des Malzeinsatzes und der Bierfarbe des selbst gebrauten Bieres.

Schließlich soll der Kurs Geschmack auf mehr machen, mehr Bier zu brauen und sich zu Braugruppen zusammenzufinden, die einfach weiter zusammen Bier brauen. Bernd Lehner: "Außerdem möchten wir durch unsere Brautätigkeit den Anspruch der Teilnehmer steigern, den wir an ein gutes Bier stellen. Wir möchten die Menschen, die unser Selbstgebrautes probiert haben, dafür sensibilisieren, wie Bier in seiner Ursprünglichkeit schmeckt."

Folgende Biersorten standen auf Wunsch für eine Braugruppe zur Verfügung: Einsteigerkurs (einfaches Infusionsverfahren): Fränkisches Kellerbier, untergärig; Irish Red Ale (Kilkenny), obergärig; Irish Stout (Guinness), obergärig; fränkisches Rauchbier.

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