Forstlahm
Spielplatz

In Forstlahm: Soccer-Court entzweit das Dorf

Im Kulmbacher Stadtteil gibt's Ärger: Beim SPD-Ortstermin am Mittwochabend wurde kontrovers diskutiert - auch mit OB Schramm.
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Großer Auflauf am Mittwochabend beim SPD-Ortstermin in Forstlahm: Es wurde kontrovers über den geplanten Soccer-Court beim neuen Spielplatz diskutiert. SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Lehmann (Dritter von rechts) begrüßte "erstmals bei einem SPD-Ortstermin" auch Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU/Zweiter von rechts). Foto: Stephan Tiroch
Großer Auflauf am Mittwochabend beim SPD-Ortstermin in Forstlahm: Es wurde kontrovers über den geplanten Soccer-Court beim neuen Spielplatz diskutiert. SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Lehmann (Dritter von rechts) begrüßte "erstmals bei einem SPD-Ortstermin" auch Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU/Zweiter von rechts). Foto: Stephan Tiroch
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Damit hatte keiner gerechnet: Erstmals bei einem Ortstermin der SPD begrüßte der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Ingo Lehmann, am Mittwochabend den Oberbürgermeister. Henry Schramm (CSU) hatte wohl erkannt, dass das Thema des Treffens Sprengkraft besitzt: Soll beim neuen Spielplatz in Forstlahm ein Soccer-Court gebaut werden oder nicht?

Vorbei mit der Eintracht

Vom Parkplatz des Gasthofs Schramm pilgerte ein Zug von 70 Forstlahmern und Besuchern einträchtig zu der Senke zwischen altem Dorf und Neubaugebiet, das sich nordwestlich ausbreitet. Aber an der Stelle, wo der neue Spielplatz gebaut werden soll, war es mit der Eintracht vorbei. Es wurde kontrovers diskutiert, manchmal auch emotional. Es stellte sich heraus, dass der kleine Fußballplatz großen Ärger verursacht und das Dorf entzweit: hier die Alteinwohner, die gegen den Soccer-Court Sturm laufen - dort die Neubürger, die den Soccer-Court klasse finden.

Befürchtung: Lärm bis abends

Die Vorbehalte der Forstlahmer aus dem alten Dorf formulierte unter anderem Peter Stöcker. Er versicherte: "Wir sind nicht kinderfeindlich." Es sei aber zu befürchten, dass der Soccer-Court Magnetwirkung hat und auch Kinder von weiter weg anzieht. Dann sei es mit der Ruhe vorbei und man habe Lärm bis abends.

Wie sein Vorredner betonte auch Frank Schneider, dass keiner etwas gegen einen "normalen Spielplatz" habe. Aber ein Soccer-Court gehe gar nicht.

Anita Treubel kritisierte, dass man von der Stadt über den Spielplatzbau nicht informiert worden sei. Außerdem sei der Spielplatz zunächst woanders geplant gewesen, nämlich direkt im Neubaugebiet. Und Reinhold Schramm wunderte sich über die Investition für den Soccer-Court: Denn in Forstlahm gebe es bereits einen Bolzplatz - nicht weit weg am Ortsende Richtung Donnersreuth.

SPD: Auf Soccer-Court verzichten

Ingo Lehmann und sein Kollege Matthias Meußgeyer schlugen vor, im Stadtrat noch mal zu diskutieren. Sie rieten, angesichts des Protests auf den Soccer-Court zu verzichten, von dessen Bau sie nichts gewusst hätten.

Davon hielt OB Schramm nichts. Er wunderte sich, dass ein Spielplatz solche Reaktionen hervorrufen kann.

OB: Es passt etwas nicht

"Wenn wir Kinderlärm und Kinderlachen nicht mehr ertragen, passt etwas nicht in unserer Gesellschaft", meinte er und stellte fest, dass der Spielplatz im einstimmig genehmigten Bebauungsplan vorgesehen sei.

Er wies darauf hin, dass Maßnahmen ergriffen wurden, um Ärger zu vermeiden. Das Minispielfeld werde nach Westen verschoben und durch hohe Hecken eingegrünt. Der Soccer-Court bekomme lärmmindernde Banden und Fangnetze, damit keine Bälle in Nachbars Garten fliegen. Wer spielen darf und wie lange, sei über die Benutzungssatzung zu regeln.

Applaus von Neubürgern

Schramm erklärte, dass die Stadt in Forstlahm einen attraktiven Spielplatz bauen wolle, über den sich alle Kinder in Forstlahm freuen - und bekam Applaus von den Neubürgern. "Wir machen es nicht, um Euch zu ärgern", sagte er zu den Alteinwohnern.

Ein Zurück gebe es nicht mehr. Das Baumaterial sei bereits bestellt. "Lasst es uns probieren", sagte er. "Wenn es dann immer noch nicht geht", konnte er sich vorstellen, den Soccer-Court wieder ab- und in einem anderen Stadtteil aufzubauen.



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