Kulmbach
Rettungsdienst

In der neuen Kulmbacher Rettungswache finden die Mitarbeiter ideale Voraussetzungen vor

Die neue Rettungswache am alten Standort in Kulmbach bietet für die Mitarbeiter komfortable Arbeitsbedingungen.
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In diesem Neubau an der Auffahrt zum Klinikum ist die neue Rettungswache untergebracht.Foto: Katrin Geyer
In diesem Neubau an der Auffahrt zum Klinikum ist die neue Rettungswache untergebracht.Foto: Katrin Geyer
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Wer hat den wichtigsten Job in der neuen Rettungswache? "Der Kaffeebeauftragte" sagt Rettungsdienst-Leiter Michael Martin und schmunzelt. "Wenn kein Kaffee da ist, ist die Stimmung schlecht."

Ein Witz, natürlich. Aber einer, der einen durchaus ernsten Hintergrund hat. "Unsere Leute haben einen harten Job, der sie körperlich und psychisch oft sehr fordert", sagt Michael Martin. "Da ist es wichtig, dass sie sich wohlfühlen."

Arbeitsplatz zum Wohlfühlen?

Ein Arbeitsplatz zum Wohlfühlen? In der neuen Rettungswache in der Albert-Schweitzer-Straße sind die Voraussetzungen dafür gut. Der alte Blaicher Kindergarten, für viele Jahre als Domizil für den Rettungsdienst ein ausgesprochen dauerhaftes Provisorium, war im Herbst 2017 abgerissen worden. Innerhalb nur weniger Monate entstand am gleichen Standort ein rund zwei Millionen Euro teurer, perfekt auf die Bedürfnisse des Rettungsdienstes abgestimmter Neubau, der im August bezogen wurde. Hausherr ist der Klinikums-Zweckverband, der das Gebäude an den BRK-Kreisverband vermietet hat.

Frauen holen auf

19 Vollzeitkräfte arbeiten derzeit dort - Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und Notfallsanitäter. Dazu kommen fünf Auszubildende und fünf geringfügig Beschäftigte. Organisiert wird der Rettungsdienst in Kulmbach im Zwei-Schicht-Betrieb. Tagsüber sind sechs bis acht Mitarbeiter vor Ort, nachts in der Regel vier bis fünf.

Nur etwa ein Viertel davon sind Frauen. "Aber die Tendenz ist steigend", sagt Michael Martin, der sich erinnert, dass der Rettungsdienst lange eine reine Männerdomäne war. Es sei gut, dass sich das allmählich ändere versichert er. "Frauen gehen eine Aufgabe oft anders an und haben oft einen anderen Zugang zu den Patienten. Das ist nur von Vorteil."

In der alten Rettungswache war es eng geworden, war doch die Personalstärke in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Nun haben die Mitarbeiter wieder reichlich Platz. Drei Ruheräume stehen zur Verfügung. Der diensthabende Notarzt hat ein Zimmer für sich, einen weiterer Raum nutzen jene Kollegen, die einen Einsatz nachbearbeiten müssen - Dokumentation ist längst auch im Rettungsdienst ein großes Thema.

Im Aufenthaltsraum neben der Küche findet sich ein besonderes "Schätzchen": Der mit Märchenmotiven verzierte Kaminofen des alten Kindergartens wurde beim Abriss sorgsam geborgen - und erinnert nun an den Vorgängerbau.

Zur Wache gehören außerdem zahlreiche Funktionsräume: Lager, ein Technik-Raum, ein Desinfektions-Raum oder - ganz wichtig - ein Archiv: Zehn Jahre lang müssen Patientenunterlagen oder Einsatzprotokolle aufgehoben werden.

Reichlich Platz für die Fahrzeuge

Im Bereich der Umkleideräume befindet sich eine Schleuse: Nach einer sogenannten Infektionsfahrt müssen die Einsatzkräfte nicht nur ihr Fahrzeug gründlich reinigen, sondern auch sich selbst duschen und komplett neu einkleiden. Von einer Infektionsfahrt spricht man, wenn ein Patient beispielsweise an einer MRSA-Infektion erkrankt ist, im Volksmund auch "Krankenhaus-Keim" genannt.

Viel Platz ist in der neuen Rettungswache für die Fahrzeuge. In der 586 Quadratmeter großen Fahrzeughalle stehen sieben Rettungs- und Krankentransportwagen, das Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) und ein Einsatzleiter-Pkw - sofern sie nicht gerade auf Einsatzfahrt sind.



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