Kulmbach
Burggeflüster

"Im Sinn eines realistischen Erwartungsmanagements..."

Verrohende Sprache auf der einen, sinnloses Wortgeklingel auf der anderen Seite - ein paar Beispiele:
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Symbolbild: Archiv/Arno Burgi, dpa
Symbolbild: Archiv/Arno Burgi, dpa
Auf der einen Seite meint man täglich festzustellen, dass unsere Sprache zusehends verroht. Da werden Begriffe in den sogenannten sozialen Medien in öffentlichen Diskussionen verwendet, für die sich diejenigen, die sie benutzen, schämen müssten.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Tendenz, mit unnötigem Wortgeklingel Verbindlichkeit und Höflichkeit im Ton vorzutäuschen. Beispiel gefällig? - "Im Sinne eines realistischen Erwartungsmanagements möchte ich Ihnen vorab die Information mit auf den Weg geben, dass sie bisher alle weiteren Interviewanfragen abgelehnt hat."

Heiß auf gut Deutsch: "Sie wird wahrscheinlich nicht antworten (- stellen Sie sich darauf ein!)" Oder diese Formulierung: "Im Bereich Produktion werden Synergie-Effekte optimal genutzt und Verschlankungs-Potenziale erkannt." Übersetzt bedeutet das: "Die Beschäftigten in der Produktion müssen mehr arbeiten, weil Entlassungen anstehen."

Warum wird so formuliert? - Weil diejenigen, die hier sprachpanschend am Werke sind, vielleicht nicht den A... in der Hose haben, Tacheles zu reden. Aber jetzt halte ich mich lieber zurück, ehe ich noch ein Beispiel für die Verrohung der Sprache liefere.


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