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Thurnau
Abschied

Im Ruhestand hat Thurnaus Dekan Hans Hager viel vor

16 Jahre hat Dekan Hans Hager in Thurnau gewirkt. Jetzt tritt der 62-Jährige ins zweite Glied. Der Geistliche blickt zurück und verrät seine Pläne für die Zeit nach dem Dienst. Am 20. Juli wird er sich um 14 Uhr in der Laurentiuskirche in Thurnau in einem Gottesdienst von den Gläubigen verabschieden.
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Dekan Hans Hager vor der Laurentiuskirche in Thurnau: Dort wird der 62-Jährige am 20. Juli in einem Gottesdienst mit Regionalbischöfin Dorothea Greiner in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Jürgen Gärtner
Dekan Hans Hager vor der Laurentiuskirche in Thurnau: Dort wird der 62-Jährige am 20. Juli in einem Gottesdienst mit Regionalbischöfin Dorothea Greiner in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Jürgen Gärtner
Drei Wochen Schottland. Abstand gewinnen und durchschnaufen. Dekan Hans Hager hat schon genau geplant, wie er seinen Ruhestand beginnen will. Mit seiner Frau will er die Region im Norden Englands erkunden, sich dort der Landschaftsfotografie widmen.

Ein halbes Sabbatjahr hat sich Hans Hager ab September selbst auferlegt. In dieser Zeit will er für kirchliche Angelegenheiten nicht zur Verfügung stehen. "Damit sich die Gemeinde und ich daran gewöhnen, dass sich etwas geändert hat." Obwohl es eine Ausnahme schon gibt: Am Volkstrauertag wird er einen Gottesdienst gestalten.

"Nichts mehr zu sagen"

Ab März 2015 wird der 62-Jährige wieder für die Leitung von Gottesdiensten zur Verfügung stehen - wenn gewünscht. "Ich bin dann aber nur ein normales Gemeindeglied, ordne mich ein und unter.
Schließlich habe ich dann nichts mehr zu sagen."

Dafür verfolgt Hager zusammen mit seinem Fotokollegen Martin Koslowsky ein anderes Ziel: die Gründung einer Fotoschule im Nebengebäude seines Anwesens in der Straße "Am Pollmannsgarten". Da sind die Planungen schon ziemlich weit, ein Eröffnungstermin steht bereits fest: 11. Oktober. Mit Micha Pawlitzki sei einer der Top-Fotografen Europas als Referent zum Auftakt gewonnen worden.

Dass Hans Hager einmal eine Karriere in der Kirche bevorstehen sollte, war anfangs nicht abzusehen. Erst nach Ausbildungen zum Kaufmann und zum Kfz-Mechaniker absolvierte er ein Theologie-Studium auf dem zweiten Bildungsweg als Spätberufener. Nach verschiedenen Stationen wurde er zum Erntedankfest 1998 als Dekan und Pfarrer in Thurnau eingeführt.

Und gleich zu Beginn seiner Amtszeit erwartete den geborenen Thiersheimer (Landkreis Wunsiedel) eine große Aufgabe: der Bau eines neuen Gemeindehauses. Mit dem "Lichtblick", einem sanierten Fabrikgebäude, wurde dieses Ziel umgesetzt. Im Sommer 2002 war Einweihung. Danach begann die Ära der Pfarrhaussanierungen.

Für den Dekan war das ein wichtiges Anliegen mit Blick auf die Besetzung der Pfarrstellen. "Weil Oberfranken im Vergleich zum Süden zu Unrecht nicht so attraktiv erscheint." Deshalb müsse man mit Top-Häusern punkten. Mit diesem Argument will er auch wieder einen Geistlichen nach Azendorf/Peesten locken. Die Stelle wird im August ausgeschrieben.

Verstärkte Zusammenarbeit

Eine erfreuliche Entwicklung in den vergangenen Jahren ist für Hans Hager die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden. "Im kirchlichen Leben sind Kooperationen durchaus gut." Aber dort, wo die Kirchengemeinde ihr eigenes Profil hat, solle sie das ruhig zeigen. Wichtig sei, voneinander zu wissen und sich abzusprechen.

Aber darin sieht der Dekan keine Probleme: "Die Arbeits atmosphäre in den Leitungsgremien, vom Kirchenvorstand über Pfarrkapitel bis hin zur Dekanatssynode, ist von einem sehr guten Miteinander geprägt. Ernsthafte Konflikte, die schlaflose Nächte bereitet hätten, hat es in den vergangenen 16 Jahren nicht gegeben", blickt Hager zufrieden zurück.

Auch über die Grenzen hinweg habe man gut miteinander gearbeitet: So kooperiere das Dekanat Thurnau im Bereich der Diakonie mit dem Dekanatsbezirk Kulmbach. Das äußere sich in dem gemeinsamen Diakonischen Werk. Und im Bereich der Kirchenmusik bestehe eine Zusammenarbeit mit Bad Berneck.

Nachfolgerin steht schon fest

Die Nachfolgerin von Dekan Hans Hager steht bereits fest: Martina Beck, die seit 18 Jahren als Pfarrerin in Betzenstein wirkt. Sie wird am vierten Advent in der Laurentiuskirche in ihr neues Amt eingeführt. Dort, wo sich dann wenige Monate zuvor Hans Hager von seinen Gläubigen verabschiedet hat.
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