Kulmbach
Bierfest

Im Kulmbacher Bierstadel feiern Menschen aus der ganzen Welt

Wenn im Kulmbacher Stadel der Gerstensaft in Strömen fließt, fallen sämtliche Sprachbarrieren. Menschen aus aller Welt feiern friedlich miteinander.
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Daniel Shelton aus Massachusetts hat 30 Amerikaner in den Stadel eingeladen - Candis Damon und David Jacobson aus Athens sind zum ersten Mal dabei.
Daniel Shelton aus Massachusetts hat 30 Amerikaner in den Stadel eingeladen - Candis Damon und David Jacobson aus Athens sind zum ersten Mal dabei.
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Auf der Bierwoche feiern feiern Menschen aus aller Welt miteinander. Viele tragen Lederhosen, Dirndl und Karohemden. Sprachbarrieren gibt es während der fünften Jahreszeit nicht. Die Liebe zum Gerstensaft ist stärker als jede Grenze.

Einfach nur Spaß haben, gemeinsam feiern - darum geht es Michèle Ngassa (31). Die 31-Jährige Ärztin aus Kamerun sitzt mit ihren Kollegen aus dem Klinikum Kulmbach im Stadel. Natürlich hat sie ein Dirndl an. "Das habe ich mir extra gekauft", sagt sie und lacht: "Die anderen haben ja auch Dirndl an." In Kamerun feiere man zwar anders, aber die Atmosphäre im Stadel sei gut, die Musik passe und man könne auch tanzen.
 


"Es ist einfach schön"


"Es ist einfach schön", ist Michèle Ngassa begeistert. Die Medizinerin ist schon seit neun Jahren in Deutschland, hat hier auch studiert. Sprachprobleme hat sie nicht. Im Gegenteil: Sie versteht alles, spricht fast akzentfrei. "Ich trinke allerdings Radler", verrät sie.

Wenige Tische weiter hat die Ireks Gäste eingeladen. Richard Best aus Wales ist einer davon. "Ich bin schon zum zweiten Mal da", lacht er und: "Die Haxen sind sehr gut." Best hat nicht gleich gemerkt, dass das Festbier zwar sehr süffig, aber auch ein bisschen stärker ist. Seitdem trinkt er "vorsichtiger".

 

 


Die Botschaft aus Italien


Langjährige Erfahrungen in Sachen Bierstadel haben die Italiener. Alessandro Milani ist schon zum sechsten Mal in Kulmbach. "In Mailand gibt es so ein Fest nicht", meint er. Milani liebt den neuen Stadl. Als Italiener verzichtet er auf Tracht. Stattdessen trägt er - wie seine Freunde Simona Bernadoni und Mirco Giannone - ein T-Shirt mit dem Aufdruck, "Nuovo Stadl, nuova ragazza!". Doch so ganz ernst gemeint ist die Botschaft nicht, obwohl ein kleiner Flirt beim Bierfest natürlich nicht verboten ist ...

Auch die Amerikaner "verkleiden" sich nicht. David Jacobson und Candis Damon sind zum ersten Mal zur Bierwoche gekommen. Sie bleiben acht Tage, sind jeden Tag im Stadel, tagsüber und abends. Sie lieben es, die verschiedenen Biersorten und die deftigen Essensspezialitäten zu probieren. Wenn sie in den Stadel gehen, tragen sie ganz normale Sommerkleidung. Alles andere wäre zu warm. "Ich liebe Bratwurst", schwärmt David Jacobson. Candis Damon dagegen findet die "deutschen Schnitzel einfach wunderbar". Dass sie von der Bierwoche erfahren haben, verdanken sie Daniel Shelton aus Massachusetts, einem gemeinsamen Freund, der stilecht in Karohemd und Lederhosen im Stadel sitzt. Er hat sie zu dem Deutschland-Trip überredet. Shelton ist mit einer Deutschen verheiratet, er verkauft Bier in Amerika. Insgesamt acht Tage bleiben die Amerikaner in "good old germany".

 

 

 


Besser als das Oktoberfest


Auch Michael Lucas kommt aus den USA, aus Kalifornien. Er hat einen Seppelhut auf - mit Deutschlandfarben als Verzierung. "Ich kenne München und Nürnberg, ich kenne das Oktoberfest", erzählt er- "Aber das Kulmbacher Bierfest ist besser."

Ebenfalls eine weite Anreise hat Latif hinter sich. Er kommt aus Pakistan. "Ich trinke nur Mönchshof", sagt er. Allerdings ist er nicht zum Feiern in Kulmbach, er "arbeitet", verkauft Rosen und blinkende Hüte. "Das Geschäft geht gut. Ich bin schon zufrieden", sagt er. Und dass es jeden Tag spät wird, stört ihn kein bisschen. Denn die fünfte Jahreszeit dauert ja nur eine gute Woche.

 



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