Kulmbach
Urlaub

Im Frankenwald arbeiten noch echte Schwammklopfer

Die Initiative "Agrotourismus im Frankenwald" hatte zu einer besonderes Tagestour eingeladen. Dabei wurden auch Schwammklopfer besucht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Steinachklamm zählt zu Bayerns schönsten Geotopen. Foto: Werner Reißaus
Die Steinachklamm zählt zu Bayerns schönsten Geotopen. Foto: Werner Reißaus
+3 Bilder
Kernziel der Initiative "Agrotourismus im Frankenwald" ist es, Urlaubs- und Freizeitangebote im dörflichen Umfeld zu bündeln und damit eine intakte Natur und Kultur erlebbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen lokal hergestellte Produkte, attraktive Landschaften und authentische Erlebnisse.
Der Agrotourismus im Frankenwald hat seinen Gästen viel zu bieten. Die Nachfrage nach einem echten Natur- und Kulturerlebnis steigt nach den Worten von Projektleiter Klaus Schaumberg immer weiter. "Urlaub und Freizeit in ländlicher Umgebung und Aktivitäten in der Natur sind ebenso wie regionale Köstlichkeiten und ländliche Bauernhöfe stark gefragt."


"Zunderwunder im Frankenwald"


Bei einer Tagestour mit dem ungewöhnlichen Titel "Zunderwunder im Frankenwald" standen agrotouristische Kostbarkeiten im Fokus. Die Teilnehmer waren bunt gemischt. Neben Touristikexpertinnen und Reiseführerinnen waren auch Gastgeberinnen von Ferienhöfen und Botschafter der Genussregion Oberfranken dabei.

Los ging es mit einer geführten Wanderung auf der "Radspitze" ab Mittelberg. Die Teilnehmer genossen einen beeindruckenden Panoramablick. Der Rückweg führte durch artenreiche Mischwälder mit hohem Totholzanteil. Hier wächst der Zunderschwamm, der für seine vielfältige Verwendung für medizinische und vitalisierende Zwecke geerntet wird.


Idylle im Bergwald


Eine pure Idylle erlebten die Teilnehmer auf dem Schlossberghof unterhalb der "Radspitze", verträumt inmitten des Bergwaldes. Petra Martini, eine ausgebildete Kräuterpädagogin, wartete hier mit hausgemachten Überraschungen, Sohn Martin führte die Teilnehmer durch den vom Zivilisationslärm verschonten Hof.

Mit einem Schritt wurden danach Jahrmillionen überwunden, denn auf den eineinhalb Kilometern nach Seibelsdorf wurde nicht nur die "Fränkische Linie" gequert, sondern auch eine tektonische Bruchzone zwischen dem Grundgebirge aus dem Erdaltertum und dem wesentlich jüngeren Sedimentgesteinen aus dem Erdmittelalter.


Zunderschwamm liefert Kosmetika


In Seibelsdorf folgte eine Führung durch die Firma Zunderschwamm Naturprodukte. Das noch junge Unternehmen von Daniel Gareis und Ralf Bartionek besinnt sich hier auf das alte Gewerbe der Schwammklopfer. Die hochwirksamen Inhaltstoffe der totholzbewohnenden Vitalpilze werden zu Kosmetika und vitalisierenden Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet und die Gewebe der Fruchtkörper zu Pilzleder-Textilien veredelt. Die biozertifizierten Rohstoffe werden ausschließlich in den dafür ausgewiesenen Arealen des Frankenwaldes geerntet. Die Zunderschwamm Naturprodukte GmbH wurde 2016 mit dem Innovationspreis des Landkreises Kronach prämiert.

"Unsere Kosmetika verstehen wir als unterstützende tägliche Pflege empfindlicher, gereizter oder besonders beanspruchter Haut sowie zur Anti-Aging-Pflege aller Hauttypen", erläuterte Daniel Gareis.


Durch die Steinachklamm


Beim Mittagessen im Berggasthof "Ursprung" in Wartenfels traf Tradition auf Moderne, denn hier werden familiäre Gastlichkeit mit Tradition und kulinarischem Anspruch kombiniert.

Danach ging die Fahrt weiter über Berg und Tal nach Wildenstein zu einem geführten Spaziergang mit Sepp Madl von Frankenwaldverein durch eines der schönsten und geologisch spannendsten Täler des Frankenwaldes, dem Steinachtal. Die Steinachklamm in der Nähe des sagenumwobenen Weilers Waffenhammer prägt als markanter Felsriegel dieses Tal, das zu Bayerns schönsten Geotopen gehört.

Eine Einkehr im Ferienhof Neumühle, der von der Familie Joel-Müller wieder mit viel Liebe revitalisiert wurde, durfte nicht fehlen. Ziel war Stadtsteinach, das vorbei am Naturreservat Forstmeistersprung, der Burgruine Nordeck und der historischen Schneidmühle erreicht wurde.


Weitere Thementouren geplant


Die Auswertung der Befragungsbögen zeigte, dass die Teilnehmer mit der Organisation, der Betreuung und dem gebotenen Gesamtprogramm rundum zufrieden waren.

Am 26. April ("Ein Tag zwischen Burg und Bauernhof") und am 3. Mai ("Grenzlanderfahrung im Frankenwald") sind weitere Tagesfahrten geplant. Hier sind noch einige Plätze frei. Ansprechpartner ist Klaus Schaumberg unter Telefon 09261/6044-600.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren