Himmelkron
Kampagne

IG Metall fordert Rückkehr zur Rente mit 65

Eine Kampagne unter dem Slogan "Gute Arbeit - Gut in Rente" hat die IG Metall in Ostoberfranken gestartet. Den Auftakt bildete eine Informationsveranstaltung mit Axel Gerntke aus Frankfurt. Er ist sozialpolitischer Sprecher im Vorstand der IG Metall und zeigte die "dramatische Entwicklung" auf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Fordert die Rückkehr zur Rente mit 65: IG-Metall Vorstandsmitglied Axel Gerntke, der bei der Auftaktveranstaltung für die Kampagne "Gute Arbeit - Gut in Rente" in Himmelkron sprach. Foto: Werner Reißaus
Fordert die Rückkehr zur Rente mit 65: IG-Metall Vorstandsmitglied Axel Gerntke, der bei der Auftaktveranstaltung für die Kampagne "Gute Arbeit - Gut in Rente" in Himmelkron sprach. Foto: Werner Reißaus
"Nur wenige schaffen es bis zur Regelaltersrente, neue Rentner bekommen weniger", betonte Gerntke bei der Veranstaltung im Gasthaus Opel. Die IG Metall werde deshalb bis zur Bundestagswahl 2013 massiv gegen die Rente mit 67 vorgehen und Protestveranstaltungen durchführen. Gerntke sprach sich sogar dafür aus, die gegenwärtige Kampagne auch über die Bundestagswahl hinaus fortzuführen.

Ein Versicherter mit einem derzeitigen Bruttoeinkommen von 2500 Euro werde 2030 bei 35 Versicherungsjahren eine Netterente von nur 688 Euro und bei 40 Versicherungsjahren eine solche von 786 Euro bekommen, rechnete der Redner vor, demzufolge die Rente mit 67 ein Rentenkürzungsprogramm ist, das viele Menschen in die Altersarmut führe.
Der Ausstieg aus dem Erwerbsleben zu fairen Bedingungen werde immer schwieriger, weil die Regelaltersgrenzen steigen, die Rentenzugangsarten gestrichen (Rente nach Arbeitslosigkeit und Altersteilzeit ab 62, Altersrente für Frauen ab 60) und die Zugangsvoraussetzungen für Beschäftigte mit gesundheitlich eingeschränktem Leistungsvermögen verschärft worden seien. Das Rentenniveau sinke, und die Gefahr der Altersarmut wachse vor allem im Osten. Gerntke: "Nicht einmal jeder siebte 64-Jährige ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt." Auch eine eigene Umfrage der IG Metall zeige, dass ältere Beschäftigte kaum mehr vertreten sind. Nur 2,9 Prozent seien 60 bis 63 Jahre alt, 0,9 Prozent über 63 Jahre und maximal 83 Prozent unter 60 Jahre.

Das Konzept der IG Metall sieht laut Gerntke eine Anhebung des Versorgungsniveaus vor und keine Absenkung. Es biete außerdem flexible Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Erwerbsleben an. Mit einer schrittweisen Steigerung des Beitragssatzes auf 22 Prozent könne man das Konzept auch solide finanzieren, auch mit Beiträgen für Langzeitarbeitslose und einer Erwerbstätigenversicherung.

Für Gerntke gibt es auch keinen Anlass, warum gerade Beamte eigene Versorgungssysteme haben und Freiberufler in berufsständische Versorgungssysteme einzahlen können. Nach seiner Ansicht müssten Einige auf ein Stück ihrer Privilegien verzichten. Unter dem Strich sei das Konzept der IG Metall nicht nur das bessere, sondern auch das billigere. Es gehe dabei nicht nur um die Rentenfrage, sondern um die gesamte Gesellschaftspolitik und letztlich um die Frage: Sozialstaat ja oder nein.

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Ostoberfranken, Volker Seidel, forderte die Mitglieder auf, sich für die Kampagne "Gute Arbeit - gut in Rente" stark zu machen und entsprechende Aktionen vor den Werkstoren zu starten, um auf die dramatische Entwicklung aufmerksam zu machen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren