Kulmbach
Klartext

"Das Eich" redet Klartext: "Ich bin auch privat ein Kasper!"

Zum 10. Geburtstag unseres Schulprojekts "Klartext!" lernten Kulmbacher Schüler bei einer Promi-Pressekonferenz den Komiker Stefan Eichner kennen.
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Einen lustigen und spannenden Nachmittag erlebten Kulmbacher Schüler bei unserer Klartext-Promi-Pressekonferenz mit dem Komiker Stefan Eichner. Foto: Barbara Herbst
Einen lustigen und spannenden Nachmittag erlebten Kulmbacher Schüler bei unserer Klartext-Promi-Pressekonferenz mit dem Komiker Stefan Eichner. Foto: Barbara Herbst
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Auf der Bühne kennt man Stefan Eichner als Komiker - frech, spontan und immer mit einem witzigen Spruch auf den Lippen. "Das Eich" hat sich in den vergangenen zehn Jahren im deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht - auch beim jungen Publikum.
Ist der Mann privat auch so lustig? Und wo nimmt er die vielen Ideen für immer neue Programme her? Das wollen die Schülerzeitungsteams der Oberen Schule und der Realschule sowie unsere Jugendreporterin Rebecca Dörnhöfer herausfinden. Zum zehnten Geburtstag unseres medienpädagogischen Schulprojekts "Klartext" stellt sich "Das Eich" bei einer Promi-Schüler-Pressekonferenz in den Räumen der Bayerischen Rundschau den Fragen der Kinder.
"Ihr dürft alles fragen, was ihr wollt", so sein großzügiges Angebot - und das lassen sich die Kids nicht zwei Mal sagen. Wie Profi-Reporter haben sie sich gut auf das Gespräch vorbereitet und überraschen den Künstler mit hintergründigen und spaßigen Fragen. So viel Gelächter wie an diesem Nachmittag gibt es bei Pressekonferenzen selten.


Klassenclown - und stolz drauf

Zur Frage aller Fragen "Bist du zu Hause auch so lustig?" gibt's ein spontanes Ja von Stefan Eichner: "Ich bin auch privat ein Kasper, und das soll so bleiben!" Er sei schon immer für jeden Blödsinn zu haben gewesen, bei Schülerstreichen ganz vorne dabei, der Klassenclown. "Das hat nie aufgehört. Für mich gibt es nichts Schöneres, als auch als Erwachsener noch Kind zu sein und jeden Tag ein bisschen Blödsinn zu machen."
Dass er einmal seinen Lebensunterhalt mit Lustigsein bestreiten würde, damit hatte Stefan Eichner nie gerechnet. Der gelernte Industriekaufmann und Rundfunkjournalist, der sich als 15-Jähriger das Gitarrespielen selbst beibrachte und mit Begeisterung von ihm geliebte Komiker wie Otto Waalkes imitierte, trat nebenbei bei kleinen Veranstaltungen auf. Der Durchbruch kam mit Auftritten beim "Gaudibrettla" und schließlich seinem ersten Soloprogramm 2008.


Lampenfieber und Leidenschaft

Inzwischen steht er mit seinem fünften Programm auf der Bühne, spielt 100 Vorstellungen im Jahr. Zu den Vorteilen seines Berufs gehört, dass er viel in der Welt herumkommt - auch durch Engagements auf Kreuzfahrtschiffen. Lampenfieber hat er nach vielen Hundert Auftritten zwar nur noch selten, "aber das erste Mal auf so einem Schiff, da war ich schon sehr aufgeregt", verrät er. "Stellt euch vor, da stehen 900 Leute auf drei Decks, und du denkst: Was ist, wenn die dich nicht lustig finden?" Die Sorgen hätte er sich nicht machen müssen. Inzwischen wird er regelmäßig gebucht.
Die Grundschüler der Oberen Schule, die kürzlich die erste Ausgabe ihrer Zeitung "Spicker" herausgebracht haben, und die "In-Team"-Mannschaft der Realschule amüsieren sich über das freimütige Geständnis Stefan Eichners, dass er zwei Mal sitzengeblieben und trotzdem noch etwas aus ihm geworden sei. "Entscheidend ist, dass ihr das, was euch wichtig ist, mit Leidenschaft macht und immer dran bleibt. Dann wird es gut", gibt er den Schülern mit.
Julius Heß will von dem Künstler wissen: "Wenn du eine Sache auf der Welt ändern könntest - was wäre das?" Für ernsthafte Fragen hat auch der Spaßmacher vom Dienst ernsthafte Antworten: "Ich hätte gern, dass wir alle respektvoll und freundlich miteinander umgehen. Dann gäbe es keine Kriege, keiner müsste hungern, und wir bekämen den kompletten Erdball wieder in die Spur. Das wird eine Utopie bleiben, aber wir können trotzdem alle etwas dafür tun, die Welt ein bisschen besser zu machen", sagt der 43-Jährige. "Lächelt beim Einkaufen doch mal die Menschen freundlich an. Hilfsbereit sein, ein Dankeschön sagen - das kostet nichts und bringt uns allen viel."
Natürlich gibt's für die Schüler auch eine kleine Live-Nummer mit Ausschnitten aus Eichners beliebtem Song-Klassiker "Fragen über Fragen". Sie lachen über den hintersinnigen Humor und die schrägen Pointen und nutzen die Gelegenheit, Fotos vom Künstler und ihren Mitschülern zu machen.


Franken: Ganz entspannt

Am Schluss gibt's doch noch eine Frage: "Was magst du an Franken?" Da muss "Das Eich" nicht lange überlegen: "Bei uns lässt es sich einfach gut leben. Die Leute sind zwar ein bisschen maulfaul (nur ich nicht!), aber im Grunde sehr umgänglich, bescheiden, liebenswert und meistens recht entspannt. Es gibt überall was Gutes zu essen und zu trinken und du verplemperst dein Leben nicht im Stau auf der Straße, sondern bist in fünf Minuten da, wo du hin willst."
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