Holzmühle
Verkehr

Holzmühle: Unfallexperten stehen vor einem Rätsel

An der Abzweigung von der B 85 nach Grafendobrach sind am Mittwoch wieder zwei Autos zusammengestoßen. Warum die Kreuzung nach dem Ausbau der Straße ein Unfallschwerpunkt geworden ist, kann bisher keiner erklären.
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Die B 85 bei der Holzmühle ist nach dem Ausbau der Straße ein Unfallschwerpunkt geworden. An der Abzweigung nach  Grafendobrach (rechts) hat es  am Mittwoch wieder gekracht.  Foto: Karl Heinz Weber
Die B 85 bei der Holzmühle ist nach dem Ausbau der Straße ein Unfallschwerpunkt geworden. An der Abzweigung nach Grafendobrach (rechts) hat es am Mittwoch wieder gekracht. Foto: Karl Heinz Weber
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Michael Kofer steht vor einem Rätsel: Der Verkehrssachbearbeiter der Kulmbacher Polizei kann sich - wie auch andere Experten - nicht erklären, warum sich die Kreuzung bei der Holzmühle, seit die B 85 ausgebaut worden ist, zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt hat.

Am Mittwoch - Unfallzeit 8.10 Uhr - hat es an der Abzweigung nach Grafendobrach schon wieder gekracht. Inzwischen der sechste Unfall seit der Straßenfreigabe vor eineinhalb Jahren. Der 70-jährige Fahrer eines Bayreuther Kleintransporters ist schwer verletzt worden. Lebensgefahr besteht nach Angaben der Polizei aber nicht. Den Unfall hat ein Fahranfänger aus dem Landkreis Kronach verursacht, der, von Grafendobrach kommend, mit seinem Audi nach links auf die B 85 abgebogen ist. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 40.000 Euro.


Bereits ein Toter

Die Situation für Autofahrer, die bei der Holzmühle von der KU 9 in die B 85 abbiegen, kann kaum übersichtlicher sein: zirka 300 Meter freie Sicht nach beiden Seiten, nach links zur Holz mühle und nach rechts Richtung Lösau. Und trotzdem ereignen sich dort regelmäßig schwere Unfälle. Auch schon mit einem Toten: Am 8. September 2011 stirbt ein 41-Jähriger aus dem Raum Coburg. Unfallursache: vermutlich ein Fahrfehler.

An der Geschwindigkeit liegt es nach Ansicht von Hauptkommissar Kofer nicht. "Im aktuellen Fall ist der weiße Kleintransporter etwa mit 60 km/h gefahren, das wissen wir von einem nachfahrenden Zeugen." Von einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer, die Grüne und FDP wollen, die der Stadtrat aber vor kurzem abgelehnt hat, hält Kofer nichts. Bei allen Unfällen sind die Beteiligten nach Erkenntnissen der Polizei deutlich unter den zulässigen 100 km/h gefahren.

Also wird sich die Unfallkommission, der Vertreter von Polizei, städtischem Ordnungsamt und Sraßenbauamt Bayreuth angehören, erneut mit dem Thema Holzmühle befassen. Denn auch die jüngste Maßnahme, die Sicht für die Autofahrer total freizumachen und ein Hinweisschild zu versetzen hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Es hat denoch wieder gekracht. Möglich wäre es, den umgekehrten Weg zu gehen und die Sicht komplett zu verbauen, so dass die Autofahrer an der B 85 stoppen müssen. "Ich will der Unfallkommission nicht vorgreifen", sagt Kofer, "ob's an der Stelle machbar ist, müssen wir genau eruieren."


Wieder ein Fahrfehler?

Der Polizeiexperte vermutet, dass ein Fahrfehler die Ursache für den gestrigen Unfall gewesen ist. "Vielleicht ist der Fahrer durch ein Gespräch im Auto abgelenkt oder einfach gedankenversunken gewesen und hat dem Straßenverkehr nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet", so Kofer. "Wer hat das nicht schon selbst erlebt?" Also menschliches Versagen, das man nicht beeinflussen kann? "Ja, das ist ein Hauptgrund bei vielen Unfällen", weiß der Hauptkommissar.

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