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Kulmbach
Politik

Hoderlein macht bei der SPD wieder mit

Der frühere Chef der Sozialdemokraten in Bayern verkündet seinen Wiedereintritt in die Partei. Er will allerdings nach wie vor "eine Mitmach-SPD und keine Apparatschik-SPD".
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Ist wieder in die SPD eingetreten: Wolfgang Hoderlein. Er fordert, dass sich in der Partei etwas ändern müsse: "Ich will eine Mitmach-SPD und keine Apparatschik-SPD." Foto: Archiv
Ist wieder in die SPD eingetreten: Wolfgang Hoderlein. Er fordert, dass sich in der Partei etwas ändern müsse: "Ich will eine Mitmach-SPD und keine Apparatschik-SPD." Foto: Archiv
Gefühlt ist er immer Sozialdemokrat geblieben, auch wenn er im Juni 2011 aus der SPD ausgetreten ist. "Die Sozialdemokratie ist die politische Philosophie, der ich mich zugehörig fühle, ob mit oder ohne Parteibuch", betont Wolfgang Hoderlein. Jetzt hat der einstige Vorsitzende der Bayern-SPD die merkwürdige Zwittersituation beendet - er ist wieder in die Partei eingetreten.

Künftig kämpft er wieder gegen SPD-Funktionäre, die in Oberfranken die Dinge in ihrem persönlichen Interesse regeln, die Kandidatenaufstellungen und Listenplätze im Hinterzimmer - ohne wirkliche Kontrolle durch die Basis - festlegen. "Das hat mit meinem Verständnis von innerparteilicher Demokratie, Teilhabe und Transparenz nichts zu tun", kritisiert er.
Hier hat sich aber etwas bewegt, stellt er fest: "Die Partei ist auf einem guten Weg, eine meiner Kernforderung umzusetzen: Ich will eine Urwahl für alle relevanten Parteifunktionen, wenn es mehr als einen Bewerber gibt", erläutert Hoderlein. "Ich will eine Mitmach-SPD und keine Apparatschik-SPD." Eine Urwahl solle im Vorgriff auf eine landesweite Satzungsänderung bei der Landtagswahl als Pilotprojekt in Oberfranken erprobt werden.



Zum Wiedereintritt hat ihn auch die Aussicht bewegt, die CSU-Regierung in Bayern ablösen zu können. "Mit Christian Ude hat die SPD den idealen Spitzenkandidaten gefunden. Er ist eine absolut überzeugende Lösung. Das habe ich als Parteivorsitzender schon vor mehr als zehn Jahren gesagt, damals hat er noch abgelehnt", erinnert sich Hoderlein, dem ein phänomenales Gedächtnis nachgesagt wird.

Missfallen hat ihm damals auch, dass die SPD unter Führung der Bezirksvorsitzenden Anette Kramme "bei oberfränkischen Themen so gut wie nicht mehr vorhanden war". Bestärkt hätten ihn dabei stets seine drei Bezirkstagskollegen, besonders Andreas Starke, Bamberg, und Frank Rebhan, Neustadt/Coburg. "Sie haben sich dem starken Druck nicht gebeugt, mich als Fraktionschef abzusetzen", weiß Hoderlein. Was zu der sonderbaren Situation geführt hat, dass der Vorsitzende der SPD-Bezirkstagsfraktion fast ein Jahr kein SPD-Mitglied gewesen ist.

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