Pölz
Millionenprojekt

Hochwasserschutz Pölz ist endlich fertig

Jetzt kann die Flut kommen: Der Deich rund um den Mainleuser Ortsteil Pölz ist fertiggestellt, das Pumpwerk ist einsatzbereit. Das mit 2,7 Millionen Euro veranschlagte Projekt kommt sogar billiger als geplant.
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Das Pölzer Pumpwerk funktioniert: Davon überzeugten sich vor kurzem der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Hof, Benno Strehler, seine Mitarbeiter Michael Stocker und Bauaufseher Hermann Fuchs sowie Bürgermeister Dieter Adam.  Fotos: Jürgen Gärtner
Das Pölzer Pumpwerk funktioniert: Davon überzeugten sich vor kurzem der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Hof, Benno Strehler, seine Mitarbeiter Michael Stocker und Bauaufseher Hermann Fuchs sowie Bürgermeister Dieter Adam. Fotos: Jürgen Gärtner
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Die Technik ist von außen nicht zu sehen, aber der Hochwasserschutz des kleinen Mainleuser Ortsteils Pölz funktioniert vollautomatisch. Wie das funktioniert, haben die Fachleute des Wasserwirtschaftsamts Hof bei einem Ortstermin demonstriert.

Und das geht folgendermaßen: Bei der Pumpstation am Ortsende befindet sich ein Schacht. Dorthin wird über Drainagen das Wasser geleitet, dass im Bereich der Bebauung hinter dem Deich anfällt. Im Normalfall läuft das Wasser über einen Schacht in einen Altwasserarm des Mains und von dort weiter in den Main.

Kommt es aber zu einem Hochwasser, dann registrieren das die Druckmesssonden, die am Schacht vor dem Pumpwerk sitzen. Ab einem gewissen Wasserstand machen die Schieber am Schacht automatisch zu, es kann kein Wasser hinter den Deich fließen. Das über die Drainagen vom Ort zum Pumpwerk geleitete Wasser wird dort gesammelt und ins Hochwasser gepumpt. Die Förderleistung beträgt 900 Liter in der Sekunde - aufgeteilt auf vier Pumpen. Damit ist auch der Betrieb gesichert, sollte einmal eine Pumpe ausfallen.

Benachrichtigung per SMS

Über ein Funkmeldesystem wird die Gemeinde per SMS von der Inbetriebnahme informiert. "Das ist wie ein Handy im Schaltschrank", erklärt Michael Stocker vom Wasserwirtschaftsamt. Benachrichtigungen gibt es neben der Inbetriebnahme bei Störungen und bei Einbruch.

Die Gemeinde muss sich um die regelmäßige Wartung kümmern, Probeläufe der Anlage durchführen, Damm und Weg mähen und gegebenenfalls ausbessern, die Drainage kontrollieren.
"Eben den ganzen technischen Unterhalt machen", so Stocker.

Nicht nur über einen reibungslosen Ablauf der Arbeiten freute sich der Leiter des Wasserwirtschaftsamts, Benno Strehler, sondern auch, dass das Projekt unter den veranschlagten 2,7 Millionen Euro bleiben werde. Genau Zahlen könne man zwar erst nach Abschluss der Gesamtmaßnahme nennen, aber die Einsparungen lägen auf jeden Fall im sechsstelligen Bereich. Davon profitiere auch der Markt Mainleus, der anteilig an den Kosten beteiligt sei.

Der ganze Deichbereich sei rechtzeitig vor dem Wintereinbruch fertiggestellt worden. Nur noch kleinere Restarbeiten, zum Beispiel Anpflanzungen, seien im nächsten Jahr zu erledigen, dann ist das Projekt abgeschlossen.
Dass sich der Abschluss der Arbeiten - geplant war Ende Oktober - um ein paar Wochen nach hinten verschoben hat, begründete Strehler mit dem schlechten Wetter. "Es muss trocken sein, damit man das Material richtig verdichten kann."

Ein Lob gab es von Bürgermeister Dieter Adam: "Hier ist nach dem großen Hochwasser 2006 sehr schnell gehandelt worden. Alle Achtung." Von dieser "Meisterleistung" sei die Bevölkerung begeistert.
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