Kulmbach
Tourismus

Hochwasser verhagelt die Kulmbacher Tourismus-Bilanz

Erst seit das Achat-Hotel wieder geöffnet ist, gehen die Übernachtungszahlen in Kulmbach wie andernorts nach oben.
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Das Achat-Hotel hatte nach einem Hochwasser ein Jahr geschlossen. Das wirkte sich auch auf die Tourismusbilanz aus.Archiv/Katrin Geyer
Das Achat-Hotel hatte nach einem Hochwasser ein Jahr geschlossen. Das wirkte sich auch auf die Tourismusbilanz aus.Archiv/Katrin Geyer

Um 270 000 ist die Zahl der Gästeübernachtungen in Oberfranken im ersten Halbjahr 2018 gegenüber 2013 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 13 Prozent. 2,36 Millionen Übernachtungen verzeichneten die oberfränkischen Beherbergungsbetriebe im ersten Halbjahr 2018, vor fünf Jahren waren es erst 2,09 Millionen, so die IHK für Oberfranken in Bayreuth.

Nicht profitiert hat allerdings Kulmbach. Weil das Achat-Hotel am Stadtpark nach einem Hochwasser ein Jahr lang geschlossen bleiben musste, gingen hier die Übernachtungszahlen sogar zurück.

Krösus bleibt die Stadt Bamberg mit 315 276 Übernachtungen, gefolgt von Bad Staffelstein mit 228 370 und Bayreuth mit 176 732.

Bescheidene Zahlen

Etwas bescheidener sind die Zahlen aus dem Landkreis Kulmbach. In Kulmbach selbst wurden im ersten Halbjahr 29 296 Übernachtungen gezählt, im Luftkurort Wirsberg immerhin 20 183.

Weißenstadt im Landkreis Wunsiedel verzeichnet dank der deutlich gestiegenen Bettenkapazität den größten Zuwachs bei den Übernachtungen. Um satte 79,6 Prozent auf 72 339 nahm hier die Zahl gegenüber 2013 zu. Absolut gesehen verzeichnete die Stadt Bamberg das größte Plus. Gegenüber 2013 stieg die Zahl der Übernachtungen um 93 001.

Unter den wichtigsten Tourismusstandorten Oberfrankens liegt Kulmbach bei den Gästeübernachtungen auf Rang 17, Wirsberg auf Rang 23.

Die Übernachtungszahlen in Wirsberg blieben gegenüber 2013 praktisch konstant. Dass Kulmbach einen spürbaren Rückgang um 11,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 zu verzeichnen hatte, ist nicht wirklich überraschend, schließlich hatte das Achat-Hotel wegen der Nachwirkungen des Hochwassers rund ein Jahr lang geschlossen. Erst seit Juni ist das Haus mit seinen gut 200 Betten wieder geöffnet.

Es geht wieder aufwärts

Dass das Achat-Hotel wieder offen ist, zeigt sich an den jüngsten Zahlen. Lag die Zahl der Gästeübernachtungen in der Stadt Kulmbach im Mai noch 15 Prozent unter dem Wert von 2013, verzeichnet Kulmbach für den Juni bereits wieder ein Plus von 9,7 Prozent.

Dass der Landkreis Kulmbach trotz dieser Rahmenbedingungen eine schwarze Null aufweist, zeigt, dass der Tourismus auch hier einen Aufwärtstrend aufweist.

"Klasse statt Masse" müsse das Ziel im Landkreis sein, so der Kulmbacher Michael Möschel, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des örtlichen IHK-Gremiums. "Das Tourismus-Geschäft ist wesentlich schwieriger geworden, das zeigt auch die Schließung verschiedener Wirtshäuser und Beherbergungsbetriebe. Fachkräftemangel und bürokratische Hemmnisse auf der einen Seite und eine geänderte Erwartungshaltung auf der anderen Seite fordern unsere Hoteliers."

Gäste immer anspruchsvoller

Gäste seien nicht mehr so einfach zufriedenzustellen wie früher. Ob Aktivurlaub mit Wandern, Radfahren, Mountainbiking oder Klettern, ob Kultururlaub mit der Plassenburg, Sanspareil und anderen Attraktionen oder Genussurlaub mit unseren fränkischen Spezialitäten,

Brauereien oder den Museen im Mönchshof, das Kulmbacher Land habe viel zu bieten, so Möschel "Darauf müssen wir aufbauen."

Außerdem müsse es eine Vernetzung der einzelnen Angebote geben, vom Golfplatz bis zur Hotellerie.

Neue Zielgruppen erschließen

Wichtig für die Wirtschaft seien Angebote, mit denen die Unternehmen Tagungsangebote für Kunden und Mitarbeiter in einem angemessenen Rahmen realisieren können. Gleichzeitig sei es aber wichtig, neue Zielgruppen zu erschließen, meint der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer.



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