Himmelkron
Kritik

Himmelkrons Bürgermeister Schneider: Sperrung der Autobahnauffahrt aufheben

Himmelkrons Bürgermeister Gerhard Schneider fordert von der Autobahndirektion die Aufhebung der Sperrung der Autobahnauffahrt auf die A9.
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Der Verkehr stockt vor der Brückenbaustelle bei Lanzendorf. Um den Verkehrsfluss zu verbessern, wurde ab Donnerstag die Auffahrt von der B 303  auf die A 9 bei Himmelkron in Fahrtrichtung Bayreuth und Nürnberg gesperrt. Die Abfahrt nach Himmelkron ist weiterhin möglich.Archiv/Alexander Hartmann
Der Verkehr stockt vor der Brückenbaustelle bei Lanzendorf. Um den Verkehrsfluss zu verbessern, wurde ab Donnerstag die Auffahrt von der B 303 auf die A 9 bei Himmelkron in Fahrtrichtung Bayreuth und Nürnberg gesperrt. Die Abfahrt nach Himmelkron ist weiterhin möglich.Archiv/Alexander Hartmann
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In einem Schreiben an die Abgeordneten Emmi Zeulner (Bundestag, CSU) und Martin Schöffel (Landtag, CSU) sowie die Autobahndirektion Nordbayern spricht sich Himmelkrons Bürgermeister Gerhard Schneider für eine Aufhebung der Sperrung der Auffahrt auf die A9 aus.

Wörtlich schreibt er: "Ich möchte mich im Namen der Gemeinde Himmelkron für Ihre Bemühungen rund um die Sanierung der Autobahntalbrücke in Lanzendorf bedanken. Insbesondere die Bereitschaft, in die so dringend notwendigen Lärmschutzmaßnahmen (Erneuerung der Übergangskonstruktion der Autobahntalbrücke) zu investieren, welche für unsere Bürgerinnen und Bürger seit Jahren ein großes Anliegen darstellt, fördert die positive Entwicklung der Gemeinde Himmelkron enorm.

Großes Unverständnis löst jedoch bei uns in der Gemeinde Himmelkron gerade in diesem Zusammenhang die unerwartete Sperrung des Einfahrtastes an der A9-Anschlussstelle Bad Berneck/Himmelkron in Fahrtrichtung Nürnberg aus. Obwohl die Entscheidung erst vor kurzem gefallen zu sein scheint und die Vollsperrung des besagten Einfahrtsastes erst ab dem heutigen Tage (Donnerstag) vollzogen wird, erreichte die Gemeindeverwaltung ein regelrechter Ansturm von Beschwerden und Bitten aus der Bevölkerung sowie der heimischen Wirtschaft.

Als erster Bürgermeister der Gemeinde Himmelkron traf mich diese Entscheidung ebenfalls mit großer Überraschung und einem gewissen Unverständnis. Sicherlich mag, insbesondere unter Berücksichtigung des tragischen tödlichen Unfalls am Dienstag, ein Tätigwerden Ihrerseits unausweichlich geboten sein, jedoch sollte dringend versucht werden, eine andere Lösung zu finden.

Es ist meine Pflicht als erster Bürgermeister der Gemeinde Himmelkron, in erster Linie an die Bevölkerung und die ansässigen Gewerbetreibenden unserer Gemeinde zu denken und mich für diese einzusetzen. Ich möchte deshalb ausdrücklich betonen, dass ich mich unterstützend hinter die bei Ihnen eingehenden Beschwerden und Bitten meiner Bevölkerung bezüglich der Aufhebung der Sperrung des Einfahrtastes an der A9-Anschlussstelle Bad Berneck/Himmelkron in Fahrtrichtung Nürnberg stelle.

Die Beeinträchtigung unseres Wirtschaftsstandorts, insbesondere für den nicht absehbaren Zeitraum, stellt eine wirtschaftlich nicht kalkulierbare Gefahrenlage für alle Gewerbetreibenden in unserem Gemeindegebiet dar. Aus diesem Grund stoßen bei mir alle Bitten und Anfragen in diese Richtung auf Verständnis.

Es ist darüber hinaus ebenfalls meine Pflicht, vorausschauend die Sicherheit und Ordnung im Gemeindegebiet im Blick zu behalten und aufrecht zu erhalten. In diesem Zusammenhang möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Sperrung des Einfahrtastes an der A9-Anschlussstelle Bad Berneck/Himmelkron in Fahrtrichtung Nürnberg zu einer zusätzlichen Störung der Konzentration des fließenden Verkehrs führen wird. Die Anspannung während der Durchfahrt durch die äußerst engen Fahrbahnspuren war bereits zuvor durch das unsichere Fahrverhalten vieler Nutzer deutlich spürbar.

Bei vielen Nutzern der Bundesautobahn A9 ist das Gewerbegebiet in der Gemeinde Himmelkron auch wegen dem vielfältigen gastronomischen Angebots ein beliebtes Anfahrtsziel. Das Verkehrschaos wird durch die urplötzliche Sperrung dahingehend mit großer Sicherheit zusätzlich gefördert.

Ich appelliere an Sie, eine andere und weniger einschneidende Maßnahme in die Wege zu leiten, da die Verhältnismäßigkeit Ihrer Entscheidung in Frage gestellt werden muss. Es bieten sich nach Ansicht der Gemeinde Himmelkron weitere, mildere Mittel zur Lösung der Verkehrsproblematik.

Die Gemeinde Himmelkron favorisierte hierbei bereits bei einem gemeinsamen Gesprächstermin mit der Autobahndirektion Nordbayern (am 27.02.2019) die Verjüngung der Fahrbahnstreifen von fünf auf vier und die damit verbundene breitere Ausgestaltung der dann vorhandenen Fahrbahnen. Es wäre damit problemlos möglich, in beide Fahrtrichtungen auch bei einem erhöhten Aufkommen des Schwerlastverkehrs, geregelt nebeneinander zu fahren.

Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) teilte am Donnerstag ihrerseits mit, dass sie sich gegenüber der Autobahndirektion ebenfalls für schnelle Verbesserungen eingesetzt habe. Hierzu habe sie bereits konstruktive Gespräche mit dem Dienststellenleiter der Autobahndirektion Nordbayern (ABDN), Thomas Pfeifer, geführt, der der Abgeordneten seine Unterstützung zugesichert habe.

So fordert die Bundestagsabgeordnete eigenen Angaben zufolge zum einen, dass die Verkehrsführung im Baustellenbereich baldmöglichst vierstreifig verläuft. Somit solle die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss auf der Fahrbahn Richtung München verbessert werden. Gleichzeit würde auch die Staubildung in diese Verkehrsrichtung verringert werden.

Darüber hinaus muss nach Ansicht Emmi Zeulners geprüft werden, ob die Auffahrt Himmelkron/Bad Berneck zumindest teilweise wieder freigegeben werden könnte. Dabei erhielt die Abgeordnete ihren Angaben zufolge die Zusage der ABDN, dass der Verkehrsfluss und das Aufkommen mithilfe von Videoüberwachung beobachtet und wenn möglich die Sperrung auch wieder aufgehoben werde.

Berücksichtigt werden müsse dabei, dass eine verstärkte Staubildung oder ein erhöhtes Unfallrisiko, insbesondere beim Einfädeln, zu vermeiden seien. Dies könne nur in Rücksprache mit der örtlichen Polizei geschehen.

Wörtlich schreibt die Abgeordnete: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass es hier rasch zu Lösungen kommen wird, zum Wohle der Pendler und Gewerbetreibenden, die auf eine funktionierende Verkehrsanbindung angewiesen sind. Die Autobahndirektion, zeigt sich hier sehr kooperativ, was bei großen Behörden leider nicht immer der Fall ist."



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