Himmelkron
Gewerbegebiet

Himmelkroner Bürgermeister weist Vorwürfe zurück

Der Himmelkroner Bürgermeister wehrt sich gegen die Anschuldigung des Bund Naturschutz, er habe bei einer Infoveranstaltung nicht die Wahrheit gesagt.
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Der Himmelkroner Bürgermeister Gerhard Schneider weist die Unterstellung des Bund Naturschutz auf das schärfste zurück.Werner Reißaus
Der Himmelkroner Bürgermeister Gerhard Schneider weist die Unterstellung des Bund Naturschutz auf das schärfste zurück.Werner Reißaus

Die Diskussion um das geplante Gewerbegebiet Himmelkron-Nord geht weiter. Die Aussagen in dem offenen Brief der Himmelkroner BN-Gruppe will Bürgermeister Gerhard Schneider so nicht stehen lassen. Er lud gestern zu einem Pressegespräch und sagte: "Als Bürgermeister der Gemeinde Himmelkron sehe ich mich gezwungen, die Unterstellung des Bund Naturschutz, ich hätte auf der BN Veranstaltung ,Himmelkron am Scheideweg' am 25. September 2018 nicht die Wahrheit gesagt, auf das Schärfste zurückzuweisen."

Schneider erinnerte daran, dass er zusammen mit zahlreichen Vertretern des Himmelkroner Gemeinderates an der besagten Veranstaltung teilgenommen habe, "um einen offenen und sachlichen Dialog über das beabsichtigte Gewerbegebiet nördlich der B 303 zu führen": "Dabei habe ich mit meinen Ausführungen versucht, sowohl die Bemühungen der Gemeinde Himmelkron in der Vergangenheit, so zum Beispiel die beabsichtigte Ansiedlung von XXXL Lutz beziehungsweise den derzeitigen Stand der Gespräche mit einem möglichen Erschließungsträger sachlich darzulegen. Dabei ging es immer um die Gesamtfläche von rund 24 Hektar. Dazu habe ich auch dargelegt, dass die Gemeinde Himmelkron mit ihrem damaligen Partner, der Wohnungsbaugesellschaft Bayreuth, in Vorgesprächen mit dem Staatlichen Bauamt in Bayreuth über die Varianten der verkehrsmäßigen Anbindung dieses möglichen Gewerbegebiets sowie die Lösung der derzeit verbesserungsbedürftigen Anbindung des Nahversorgungsbereiches an der Kulmbacher Straße diskutiert hat."

Wie Bürgermeister Gerhard Schneider weiter erklärte, hat das Staatliche Bauamt Bayreuth im Rahmen dieser Vorgespräche die jetzt beabsichtigte Erschließungsvariante mit einem Kreuzungsausbau und einer Vollverampelung an der Bernecker Straße favorisiert. Dies wurde durch ein anschließend erstelltes Gutachten auch bestätigt. Auf die Frage eines Versammlungsteilnehmers, ob die Gemeinde Himmelkron nicht auch nur eine kleinere Gewerbegebietsfläche erschließen könnte, erklärte Bürgermeister Schneider gestern noch einmal, "dass sich das bei einer zu kleinen Fläche nicht wirtschaftlich darstellen lässt". Dazu wären die zu erwartenden Kosten für die äußere und innere Erschließung, welche auf die Grundstücksflächen umzulegen wären, einfach zu hoch.

Nicht hinter Bauamt versteckt

Sollte man eine abschnittsweise Realisierung dieses Bereiches vornehmen wollen, müsste ein Investor oder gegebenenfalls die Gemeinde Himmelkron Teile der notwendigen Maßnahmen vorfinanzieren. Bürgermeister Schneider: "Ich habe mich mit dieser sachlichen Darstellung der Vorgaben zur Verkehrserschließung keinesfalls hinter dem Staatlichen Bauamt in Bayreuth versteckt, sondern habe immer betont, dass die Gemeinde Himmelkron die wirtschaftliche Notwendigkeit sah, ein Gesamtkonzept für das gesamte mögliche Gewerbegebiet nördlich der B 303 zu entwickeln. Daher weise ich die unangebrachte Unterstellung des Bund Naturschutz nochmals deutlich und in aller Form zurück. Ich hoffe und wünsche, dass die Form des Umgangs mit der Gemeinde Himmelkron wieder zur Sachlichkeit und Fairness zurückfindet. Für mich als Person möchte ich auch klarstellen, dass ich keine Probleme damit habe, wenn jemand eine andere Meinung zu einem Thema hat. Das akzeptiere ich jederzeit, weil es für mich zum Wesen unserer Demokratie gehört."

Eine Klarstellung wollte Bürgermeister Gerhard Schneider auch noch im Hinblick auf einen Leserbrief aus Goldkronach vornehmen, in dem seinem Stellvertreter Harald Peetz indirekt vorgeworfen wurde, mit diesem Gewerbegebiet vor allem eigene finanzielle Interessen zu verfolgen. Dazu Bürgermeister Schneider: "Harald Peetz hat sich in den 16 Jahren seiner Zugehörigkeit zu unserem Gemeinderat bereits vielfachst engagiert und uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Ihm jetzt durch die Hintertür ,Finanzielle Eigeninteressen' zu unterstellen, finde ich unanständig. Jeder Gemeinderat und die meisten seit längerem mit dieser Thematik befassten Menschen in unserer Gemeinde wissen seit vielen Jahren, dass unser Kollege dort eben auch ein Grundstück hat. Er hat sich schon mehrfach als erfolgreicher Mittler zwischen den Interessen der immerhin 16 Grundstücksbesitzer und den Interessen der Gemeinde betätigt. Deshalb spreche ich ihm öffentlich mein vollstes Vertrauen aus."

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