Oberauhof
Naherholungsgebiet

Heuer keine Blaualgen an der Kieswäsch

Die Wasserwerte der Kieswäsch sind in Ordnung. Die Blaualgengefahr ist in diesem Jahr offenbar gebannt. Das freut die Schwimmer und Erholungssuchenden.
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Andrea Korndörfer kommt jeden Tag zum Schwimmen an den See . Fotos: Sonny Adam
Andrea Korndörfer kommt jeden Tag zum Schwimmen an den See . Fotos: Sonny Adam
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Andrea Korndörfer sitzt gemütlich auf ihrer roten Picknickdecke und schaut über den See. Nicht lange, denn sie will an dem heißen Tag gleich ins Wasser, um ein paar Runden zu drehen. Nur wenige Enten schwimmen ebenfalls auf der Kieswäsch. Von Gänsen, die früher zu Dutzenden den See bevölkerten, keine Spur. "Ich komme fast jeden Tag hierher. Das Wasser ist in Ordnung in diesem Jahr. Es gibt zwar Algen, aber das ist kein Problem", sagt Korndörfer. Sie kennt den Unterschied zwischen den harmlosen Grünalgen, die es in jedem See gibt, und die auch am Oberauhof an den Uferrändern treiben und den gefährlichen Blaualgen, die in den letzten Jahren den Oberauhof in Verruf gebracht haben.
Im Spielbereich planscht Luisa Geist (3) vergnügt im Wasser. Oma und Opa sind dabei. "In diesem Jahr sind viel weniger Leute hier. Manche stören sich am Zaun am Ufer, aber der ist ja nur gegen die Gänse und Enten. Der stört eigentlich nicht - und dass der Zaun aufgestellt ist, das bringt was. Das Wasser ist viel sauberer", sagt Hermann Geist.
Diesen Eindruck bestätigt das Gesundheitsamt. "Wir waren erst gestern draußen, haben Messungen durchgeführt. Die Sichttiefe liegt derzeit bei einem Meter. Das ist sehr gut. Die Wasserqualität stimmt", sagt Camelia Sancu vom Staatlichen Gesundheitsamt in Kulmbach. "Im Wasser sind Makrophyten festgestellt worden, das sind Wasserpflanzen, auch höhere Pflanzen, aber die sind keine Gefahr", so Sancu und betont, dass die Sichttiefe, als der See wegen Blaualgenalarm gesperrt werden musste, unter fünfzig Zentimeter lag. Von solch einer Situation sei man in diesem Jahr meilenweit entfernt.
Offenbar waren die Maßnahmen, die die Stadt Kulmbach in den vergangenen Jahren ergriffen hat, erfolgreich. Das Gesundheitsamt nimmt sechs Mal im Jahr Proben vom Oberauhof. Das ist für europäische Badegewässer vorgeschrieben. Außerdem werden Infektionsschutz-Proben gezogen und regelmäßig Sichtkontrollen durchgeführt, erklärt Sancu.


Viele Faktoren zeigen Wirkung

"Wir sind sicher, dass viele Faktoren zu der verbesserten Situation geführt haben", erklärt der Gewässerwart des Bezirksfischereivereins, Gerd Suske. Zwar waren die Temperaturen in diesem Sommer auch schon sehr hoch, doch immer wieder sorgte Wind für Bewegung im Wasser. "Durch den Wind reinigt sich das Wasser selbst", so Suske. Außerdem wurde der Überlauf sauber gemacht und freigeschnitten. Und es gibt weniger Gänse und Enten auf dem Baggersee - und auch weniger Badegäste. "Das sind alles Faktoren, die helfen, dass sich die Situation verbessert. Ich glaube nicht, dass wir in diesem Sommer noch eine Blaualgenplage bekommen", so der Gewässerwart.
"Wir sind angenehm überrascht, wie gepflegt der Oberauhof jetzt wieder ist. Endlich ist nicht alles vollgekackt", sagt Anastasia Funkstein. Sie ist mit ihrem Mann Christian und ihrem Sohn Anton (2) ins Naherholungsgebiet gekommen. Auch Alexandra Kögel, die mit ihrer Tochter Helena (4) am See ist, ist positiv überrascht. "Der Zaun ist nicht hübsch, aber lieber ein Zaun und nicht so viel Enten und Gänse. Man konnte früher am Ufer gar nicht barfuß laufen, jetzt ist alles wieder in Ordnung", sagt Kögel. Allerdings würde sich die Mutter wünschen, dass der Spielbereich noch etwas aufgepeppt wird. "Eine Schaukel und ein Klettergerüst, das ist als Spielbereich ein bisschen lieblos", sagt sie. Auch Kathrin Eberhardt, die mit ihren Zwillingen Emil und Till am Oberauhof ist, würde sich mehr Attraktionen im Spielbereich wünschen.
Ralph Schröppel kommt ebenfalls fast jeden Tag an den Oberauhof. "Es sind in diesem Jahr wirklich wenig Leute da. Es ist schade, dass der See von den Kulmbachern nicht so geschätzt wird. Aber ich genieße es, hier zu sein und ausspannen zu können", sagt er.
Auch bei der Stadt Kulmbach ist man erleichtert über die verbesserte Situation an der Kieswäsch. "Wir freuen uns, dass die Vielzahl der Maßnahmen, die wir in den vergangenen Jahren ergriffen haben, offensichtlich heuer fruchten", sagt Uwe Angermann von der Stadt Kulmbach. Laut Kioskbesitzerin gebe es aktuell nur zwei Gänsepaare auf dem See. In den Vorjahren waren es bis zu 180 Gänse. "Wir geben viel Geld aus, um das Naherholungsgebiet zu pflegen und in einem guten Zustand zu erhalten", so Angermann. Man hoffe, dass die Situation jetzt so bleibe.
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