Kasendorf
Wirtschaft

Hemmschuh für Innovationen

Was es bedeuten kann, wenn Bürokratie den Mittelstand ausbremst, ließ sich MdB Hans-Peter Friedrich (CSU) bei der Maxit-Gruppe erläutern.
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Berater Michael Hohl (links) und Bundestagsabgeordneter Hans-Peter Friedrich (Mitte) ließen sich das Pad-System von den beiden Geschäftsführern Hans-Dieter und Sebastian Groppweis sowie dem Forschungsleiter Friedbert Scharfe (von links) erläutern.Jochen Nützel
Berater Michael Hohl (links) und Bundestagsabgeordneter Hans-Peter Friedrich (Mitte) ließen sich das Pad-System von den beiden Geschäftsführern Hans-Dieter und Sebastian Groppweis sowie dem Forschungsleiter Friedbert Scharfe (von links) erläutern.Jochen Nützel
Es geht um Innovationen, um neue Produkte - und darum, gegenüber dem Mitbewerber am Markt den entscheidenden Tick schneller zu sein, denn nur so lassen sich neue Geschäftsfelder erschließen und Arbeitsplätze sichern. Die Maxit-Gruppe in Azendorf zählt zu den Unternehmen, die für ihre wegweisenden Baustoff-Entwicklungen bekannt sind: die Solarfarbe beispielsweise, aber auch das Mörtelpad, eine patentierte Lösung beim Rohbau, um nur zwei revolutionäre Ideen zu nennen.

Doch auf dem Weg zur Serienreife haben die Macher immer wieder mit einer Tücke zu kämpfen: der Bürokratie. "Wir haben alle nötigen Untersuchungen machen lassen - aber trotz allem beim Mörtelpad bisher nur für eine Ziegelgruppe am Markt die Zulassung bekommen. Für alle anderen sind wir aber blockiert. Warum?" Diese Frage stellte Maxit-Geschäftsführer Hans-Dieter Groppweis am Donnerstag dem CSU-Bundestagsabgeordneten und Bundestagsvizepräsidenten Hans-Peter Friedrich, der zusammen mit seinem Parteikollegen Michael Hohl, Alt-OB von Bayreuth und als Berater tätig, der Azendorfer Firma einen Besuch abstattete.

Als Beispiele, wo es aktuell hake, nannten Groppweis und Friedbert Scharfe, bei Maxit Abteilungsleiter für Forschung und Entwicklung, die Bestrebungen um eine Zulassung für einen so genannten Wintermörtel, der es ermöglichen soll, auch bei Minustemperaturen von bis zu acht Grad zu arbeiten. "Das würde unseren Kunden ermöglichen, die Zeiten am Bau zu verlängern. Es liegen uns auch die Bestätigungen unter anderem der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart vor, wo das Produkt in der Kältekammer ausgiebig getestet wurde. Wir haben das Wirkprinzip sogar bei einem Termin auf der Zugspitze demonstriert."

Doch als es darum ging, das nötige Plazet beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBT) zu erhalten, sei es unter anderem an einem ausgefallenen Termin des Gutachterausschusses gescheitert. Scharfe sagte, er könne verstehen, wenn es "im Spannungsfeld zwischen Innovation und DIN-Norm" manchmal zu Verzögerungen komme. "Wie aber soll ich unseren Mitarbeitern im Vertrieb und die wiederum ihren Kunden draußen erklären, warum ein praktisch fertiges Produkt wieder nicht zur Verfügung steht, nur weil ein Ausschuss, der ja lediglich auf dem Papier begutachtet, keinen Termin hinbekommt?"

Zudem seien in den vergangenen Jahren immer neue Prüfungshürden für Baustoffe eingezogen worden, betonte Scharfe. "Uns wird sogar auferlegt zu gewährleisten, dass der Verzehr unseres Mörtels keine Gefahr darstellt", sagte er mit ironischem Unterton.

Hans-Dieter Groppweis und sein Sohn Sebastian, Geschäftsführer der Firma Bergmann Kalk, erkundigten sich vor diesem Hintergrund bei Hans-Peter Friedrich, inwiefern es der Politik möglich sei, weitere Hemmnisse für die Industrie zu verringern. Es gehe hier auch um einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz, die ja bekanntlich nicht schlafe.

"Ich kenne den Bundesbauminister ganz gut", antwortete Friedrich und bezog sich damit auf Horst Seehofer. Friedrich zeigte Verständnis für das Anliegen der Geschäftsführer. "Sie sind der Beweis, welche Innovationskraft in unserem Mittelstand steckt", lobte er und ergänzte: "Ich weiß durchaus, dass der Zyklus, in dem das Geld für neue Entwicklungen in Ihrer Branche verdient werden muss, immer kürzer ausfällt." Es sei wichtig, bei den zuständigen Stellen gleich "an der richtigen Adresse" vorstellig zu werden. Er wolle sich darum kümmern, versprach Friedrich.
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