Mainleus
Widerstand

Heiße Diskussion um das neue Schimmendorfer Feuerwehrauto

Die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges-Wasser für die Feuerwehr Schimmendorf sorgte für eine heiße Diskussion im Marktgemeinderat Mainleus.
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Ein TragkraftspritzenfahrzeugSymbolfoto: Herbert Fischer
Ein TragkraftspritzenfahrzeugSymbolfoto: Herbert Fischer

Für die Beschaffung von Fahrzeugen für die Feuerwehren Danndorf und Schimmendorf will der Markt Mainleus in den Haushalt 222 000 Euro einstellen. Konkret hatte die Verwaltung für die Schimmendorfer Wehr - gemäß der Empfehlung des Ingenieurbüros IBG - den Vorschlag gemacht, dass ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) angeschafft werden solle. Es soll aus einem Fahrgestell der Marke Iveco bestehen. Das günstigste Angebot für das Fahrgestell hatte die Firma Brandschutztechnik Görlitz GmbH aus Görlitz gemacht. Auch der Aufbau soll vom gleichen Unternehmen kommen (Kosten: 46 018,49 Euro für das Fahrgestell sowie 57 322,23 Euro für den Aufbau). Die Beladung erfolgt durch die Firma Albert Ziegler aus Giengen. Kosten: weitere 26 641,56 Euro.

Zur Gemeinderatssitzung sind die Schimmendorfer Floriansjünger in großer Anzahl gekommen. Aber nicht, um Beifall zu klatschen, sondern um ihrer Forderung nach einem anderen Gefährt Ausdruck zu verleihen. Siegfried Escher (CSU) merkte an, dass die Schimmendorfer sich eigentlich ein Auto mit MAN-Fahrgestell wünschen, möglichst auch mit Allradantrieb. Escher zeigte Verständnis dafür, dass die Feuerwehrleute Wert darauf legen, viel Platz im Fahrzeug zu haben.

"Wir wollten eigentlich ein MAN-Fahrzeug, aber wir wären auch mit einem kleineren Fahrzeug mit Allrad einverstanden gewesen. Aber jetzt sind wir nach unten durchgereicht worden. Es wäre schon wichtig, dass die Mainleuser Feuerwehren mit gleichwertigen Materialien ausgestattet werden", monierte der Schimmendorfer Ortssprecher Siegfried Münch (FW). Er gab zu bedenken, dass sich die Feuerwehrdienstleistenden in dem kleineren Fahrzeug nicht für den Einsatz vorbereiten könnten.

Bürgermeister Robert Bosch (CSU) stellte klar, dass es sich bei dem Angebot um ein Feuerwehrfahrzeug "auf dem Stand der Technik" handelt. "Wir sind schon über dem Haushaltsansatz", gab Jörg Scholl vom Bereich öffentliche Sicherheit und Ordnung zu bedenken.

"Es ist natürlich schon so, dass das große Fahrgestell mehr Platz bietet und dass das für die Feuerwehrleute angenehmer ist. Aber das kleinere Fahrzeug kann eben mehr Wasser transportieren - und darauf kommt es an", sagte Kreisbrandrat Stefan Härtlein.

Manfred Stark (CSU) und Brigitte Lauterbach (ABL) gaben zu bedenken, dass man sich immerhin durch Experten habe beraten lassen. "Wir brauchen ein Feuerwehrauto, das viel Wasser mit sich führen kann", kommentierte Jürgen Karg (SPD) die Diskussion. Markus Oppelt (FW) regte an, eine neue Ausschreibung durchzuführen. Dies sorge für weitere Ingenieurskosten und könne auch Regressansprüche seitens der Firma, die das günstigste Angebot gemacht habe, nach sich ziehen, sagte Jörg Scholl.

Schließlich stimmten die Räte ab. Dreimal. Doch weder der Vorschlag, eine neue Ausschreibung durchzuführen, fand eine Mehrheit, noch der Vorschlag, ein Iveco-Fahrgestell mit Allrad zu beschaffen. Auch der Verwaltungsvorschlag wurde nicht angenommen. Die Entscheidung wird nun auf den 20. Mai vertagt. Die Räte möchten noch einmal das Gespräch mit den Schimmendorfer Floriansjüngern suchen, um eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden.

Keine Probleme mit Danndorf

Keine Probleme machte dagegen die Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges für die Freiwillige Feuerwehr Danndorf. Es kostet insgesamt 104 282,15 Euro. Basis ist ein MAN-Fahrgestell für knapp 40 936 Euro. Das günstigste Angebot hat MAN in Nürnberg abgegeben. Für den Aufbau zeichnet die Firma Furtner & Ammer aus Landau an der Isar verantwortlich. Kosten: knapp 55 192,20 Euro. Und die Beladung führt die Albert Ziegler GmbH aus Giengen an der Brenz durch. Kostenpunkt rund 8153,95 Euro.

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