Mainleus
Finanzen

Haushalt Mainleus: Der zweite Versuch

Die Mainleuser Räte mussten sich am Montagabend erneut mit dem Etat 2018 befassen - obwohl sie ihn vor ein paar Wochen schon verabschiedet hatten.
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Der Markt Mainleus muss mehr Geld in die Hand nehmen als geplant.  Symbolbild: Jens Wolf, dpa
Der Markt Mainleus muss mehr Geld in die Hand nehmen als geplant. Symbolbild: Jens Wolf, dpa
Das kommt wohl nicht so häufig vor: Nur wenige Wochen nachdem der Mainleuser Gemeinderat den Haushaltsplan 2018 verabschiedet hatte, musste er sich erneut mit dem Zahlenwerk befassen. Grund: Unerwartete Kostensteigerungen bei verschiedenen Projekten machten den "alten" Etat schon wieder hinfällig. Also musste Kämmerer Sebastian Kolb noch einmal ans Werk.

"Das ist durchaus ungewöhnlich", räumte Kolb gleich zu Beginn seiner Ausführungen ein. Der übliche Weg sei ein Nachtragshaushalt. Aber nachdem das Landratsamt den ersten Etat als Aufsichtsbehörde noch nicht geprüft habe, habe er sich dazu entschlossen, eine neue Version zu erarbeiten und diese dann mit dem Segen des Gemeinderats einzureichen.

Wichtig: "Der Mehrbedarf wird nicht durch neue Kredite, sondern durch Streichungen und Verschiebungen in die nächsten Jahre gedeckt", so der Kämmerer. Das habe aber zur Folge, dass in den kommenden Jahren der Rotstift angesetzt und jede Maßnahme eindringlich diskutiert werden müsse.

Im Detail ergeben sich die Kostensteigerungen bei der Heinersreuther Straße (+150 000 Euro), bei der Kanalsanierung Schwarzach West (+600 000 Euro), beim Wasserleitungssanierungsprogramm (+122 000 Euro) und beim Erdaushub "Am Gänsgries" (+40 000 Euro).

Dafür werden die Brücke Wüstenbuchau, die Inlinersanierung Kellergasse und der Neubau/Sanierung des Kanals "Am Steinloch" auf 2019 verschoben.

Sebastian Kolb wies auch darauf hin, dass die Spinnstuben-Sanierung wohl ebenso teurer kommen wird als geplant. "Der Gesamtbetrag ist aber noch nicht überschritten", sagte er. Weitere Finanzierungsgespräche mit den Fördergebern seien jedoch nötig. "Der Markt Mainleus hofft natürlich, nicht allein auf den Mehrkosten sitzen zu bleiben." Allerdings habe es da schon einen Dämpfer seitens der Regierung von Oberfranken gegeben, die noch keine Nachfinanzierung in Aussicht gestellt habe, so Kolb.


Schulden steigen

Langfristig steige der Schuldenstand damit auf 14,7 Millionen Euro in 2021 - und damit um eine Million mehr als bisher geplant. Dennoch sei keine Schwarzmalerei angebracht, denn die Mindestzuführung an den Vermögenshaushalt werde auch in den kommenden Jahren auf jeden Fall geschafft. Der Markt bleibt handlungsfähig.

Das sah Bürgermeister Bosch (CSU) genauso: "Das ist eben ein Haushalt mit einer hohen Investitionsquote."

Auch Sebastian Türk (CSU) war nicht bange vor den Zahlen: "Das ist ein Investitionsprogramm in die Zukunft, mit dem ja auch wieder Gelder generiert werden", sagte er. Zudem dürfe man die Zuschüsse nicht vergessen, die noch nicht in die Planungen eingeflossen sind, weil noch keine Zusagen vorliegen.

Der Gemeinderat genehmigte das neue Zahlenwerk einstimmig.
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