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Thurnau
Kriminalität

Anhalterin getötet und in Wald in Oberfranken abgelegt - hat der Täter noch eine weitere Frau umgebracht?

Hartmut M., der 2001 eine 51-Jährige umgebracht und deren Leiche bei Thurnau abgelegt hatte, soll bereits 1995 eine Frau getötet haben. Eine DNA-Spur führte erneut zu dem heute 69-Jährigen. Er sitzt wieder hinter Gittern.
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Das Foto entstand am 27. April 2004, als der Angeklagte Hartmut M. (Zweiter von rechts) im Rahmen der Beweisaufnahme durch das Landgericht Bayreuth zum Fundort der Frauenleiche beim Thurnauer Ortsteil Hörlinreuth gebracht worden war. Foto: Archiv
Das Foto entstand am 27. April 2004, als der Angeklagte Hartmut M. (Zweiter von rechts) im Rahmen der Beweisaufnahme durch das Landgericht Bayreuth zum Fundort der Frauenleiche beim Thurnauer Ortsteil Hörlinreuth gebracht worden war. Foto: Archiv

Es war ein Kriminalfall, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte: Im September 2001 war die Geschäftsfrau Magdalena H. in einem Waldstück beim Thurnauer Ortsteil Hörlinreuth leblos aufgefunden worden - getötet durch mehrere Messerstiche. Auch in mehreren Beiträgen in der TV-Reihe "Aktenzeichen XY...ungelöst" war nach dem Täter gefahndet worden.

Reisepass war abgelaufen

Der ging den Ermittlern dann auch ins Netz: Hartmut M., der nach Überzeugung der Richter die 51-jährige Magdalena H. als Anhalterin mitgenommen hatte, nachdem sie als Mitglied einer Ausflugsgruppe an der ungarischen Grenze wegen eines abgelaufenen Reisepasses zurückgewiesen worden war. Er soll sein Opfer mit mehreren Messerstichen umgebracht und im Wald bei Thurnau abgelegt haben.

Wegen Totschlags verurteilt

Im Prozess vor dem Landgericht Bayreuth war Hartmut M. zunächst freigesprochen worden - aus Mangel an Beweisen. Nach dem Staatsanwaltschaft und Nebenkläger Revision eingelegt hatten, landete der Fall am Landgericht Würzburg. Dort wurde Hartmut H, ein Ex-Manager der Rosenthal AG, 2007 wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zwölfeinhalb Jahren verurteilt.

In Hamburg festgenommen

2017 wurde Hartmut H. aus dem Gefängnis entlassen. Jetzt sitzt er wieder hinter Gittern. Die Kriminalpolizei ist sich nach Auswertung alter DNA-Spuren sicher, dass der Ex-Manager schon 1995 eine Frau ermordet hat. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll der heute 69-Jährige damals eine 35-jährige Sindelfingerin umgebracht haben. Die Frau war kurz vor Mitternacht auf dem Nachhauseweg von ihrer Arbeit überfallen und mit zahlreichen Messerstichen getötet worden. Die Ermittlungen einer Sonderkommission blieben erfolglos.

Jetzt wurde eine damals am Körper des Opfers gesicherte DNA-Spur im Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts erneut untersucht. Das Ergebnis führte zum 69-Jährigen, der damals im Kreis Böblingen wohnte. Der mutmaßliche Täter wurde in einer Hamburger Schrebergartensiedlung festgenommen.

Ölkonzern erpresst

Hartmut M. war schon 2005 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Unter dem Decknamen "Garibaldi" wollte er vier Millionen Euro vom Hamburger Ölkonzern Shell erpressen. Er hatte mit Brandanschlägen gedroht. Hartmut M. bekam dafür vier Jahre Haft.

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