Kulmbach
Brandstiftung

Hat der Pächter das Feuer in Kulmbacher Freizeithalle gelegt?

Die Staatsanwaltschaft hat nach dem Brand des Freizeit-Centers Anklage gegen den 37-jährigen Betreiber sowie einen 28-jährigen Helfer erhoben.
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Die Brandruine in der Straße Am Goldenen Feld. Foto: Jürgen Gärtner/Archiv
Die Brandruine in der Straße Am Goldenen Feld. Foto: Jürgen Gärtner/Archiv
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Auf der Homepage wirbt der Pächter immer noch um Kunden, denen er im Kulmbacher Freizeitcenter beim Bowling, Billard und Dart Abwechslung bieten will. Dabei hat es sich Am Goldenen Feld längst ausgespielt. Seit dem verheerenden Feuer vor gut einem Jahr ist die einstige Tennishalle nur noch eine Ruine.

28 Jahre alter Helfer

Dass das Feuer in der Nacht zum 23. April 2018 gelegt worden ist, das stand schon seit langem fest. Jetzt hat sich bewahrheitet, was viele vermutet haben. Polizei und Staatsanwaltschaft haben als Brandstifter den Pächter im Visier. Mitte März hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 37-Jährigen sowie einen 28 Jahre alten Helfer erhoben, wie Leitender Oberstaatsanwalt Herbert Potzel auf Anfrage erklärte.

Der Vorwurf gegen beide lautet: Brandstiftung und Versicherungsmissbrauch. Beim Pächter stehe zusätzlich versuchter Betrug im Raum. Der Fall ist an das Bayreuther Schöffengericht verwiesen worden.

Beide sind auf freiem Fuß

"Beide Angeklagte sind auf freiem Fuß", so Potzel. Ihnen werde seitens der Ermittlungsbehörde zur Last gelegt, gemeinsam das Gebäude in Brand gesteckt zu haben. Der Pächter soll sich damit Leistungen aus zwei Versicherungen erhofft haben: Der Mann hatte demnach eine Betriebsausfallversicherung abgeschlossen sowie eine Absicherung des Inventars der Halle. Was letztlich zur Anklage geführt hat? "Es waren die Gesamtumstände", sagt Potzel und ergänzt: Es habe bereits ein Geständnis der Pächters gegeben, dieses habe er aber zwischenzeitlich widerrufen.

Aufzeichnungsgeräte verschwunden

Der Verdacht, dass es sich um Brandstiftung gehandelt hat, hatte sich den Rettungskräften schon bei den Löscharbeiten aufgedrängt: Da die Flammen an mehreren Stellen bekämpft werden mussten, war es naheliegend, dass Brandbeschleuniger eingesetzt worden waren. Was den Helfern merkwürdig vorkam: Es gab Kameras, die in der Halle installiert waren. Die Aufzeichnungsgeräte waren jedoch verschwunden. So lag die Vermutung nahe, dass es sich bei den Brandstiftern um Personen gehandelt hat, die über Ortskenntnisse verfügen. Ortskenntnisse, die der Pächter und sein 28-jähriger Helfer hatten.

Bis zu zehn Jahre Haft

Die beiden müssen sich jetzt vor Gericht verantworten und mit einer harten Strafe rechnen. Was den Strafrahmen für die mutmaßlichen Taten angeht, so sieht das Strafgesetzbuch nach Paragraf 306 bei Brandstiftung zwischen einem Jahr und zehn Jahren "für den Normalfall" vor, wie es Herbert Potzel ausdrückte. Im vorliegenden Fall seien zum Glück keine Personen zu Schaden gekommen. Wann der Prozess startet, konnte der Oberstaatsanwalt nicht sagen.

Das sagt der Inhaber

Auch die Frage, was aus der Brandruine wird, ist noch nicht geklärt. Wie der Inhaber der Freizeithalle gestern auf Anfrage erklärte, ist zumindest der Teilabriss vorgesehen. Ob er den Wiederaufbau plant? Auf diese Frage konnte der Mann fast zwölf Monate nach dem Großfeuer keine Antwort geben. Noch sei nicht geklärt, wie der Brand mit der Versicherung abgewickelt werden kann.

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