Kulmbach
Kirche

Hans Roppelt bleibt Dekan

Der Seelsorger bleibt für weitere sechs Jahre im Amt: Er hat vor 24 Jahren in der Erzdiözese dieses Amt übernommen und ist inzwischen der Dienstälteste.
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Dekan Hans Roppelt bleibt für weitere sechs Jahre im Amt. Erzbischof Ludwig Schick hat den Kulmbacher Dekan erneut diese Aufgabe übertragen. Sonny Adam
Dekan Hans Roppelt bleibt für weitere sechs Jahre im Amt. Erzbischof Ludwig Schick hat den Kulmbacher Dekan erneut diese Aufgabe übertragen. Sonny Adam
Hans Roppelt gehört zur katholischen Kirche fast schon wie das Amen im Gebet. Jetzt hat Erzbischof Ludwig Schick den langjährigen Dekan für sechs weitere Jahre zum Dekan ernannt. Hans Roppelt ist aktuell 63 Jahre. "Als ich angefangen habe, war ich der jüngste Dekan. Inzwischen bin ich der Dienstälteste", sagt Hans Roppelt und freut sich trotzdem über das Vertrauen, das ihm die Wahlberechtigten und Erzbischof Ludwig Schick ausgesprochen haben. Dass Hans Roppelt am Ende seiner Amtszeit 69 Jahre ist, stört ihn nicht. "Es ist doch normal, dass ein katholischer Pfarrer bis 70 arbeitet. Ich bleibe so lange Dekan bis meine Amtszeit abgelaufen ist oder bis ich Kulmbach verlasse", sagt Roppelt gelassen.
Die neue Amtszeit allerdings wird sicherlich eine der schwierigsten für den Kulmbacher Dekan werden. Denn bis 2022 möchte die katholische Kirche die Neuordnung der Seelsorgebereiche abgeschlossen haben. "Wir werden die Seelsorgebezirke wegen des Priestermangels vergrößern müssen. Ja, wir haben einen Mangel an hauptamtlichen pastoralen Mitarbeitern", sagt Roppelt.
Erst vor zehn Jahren hat es schon einmal eine Seelsorgebereichsneuordnung gegeben. Damals wurden die Bezirke Kulmbach Stadt und Land, Steinacher Land, Mainschorgasttal und Marienweiher gegründet. Künftig sollen die Seelsorgebereiche so ausgelegt sein, dass jedes Team 12 000 Katholiken betreuen soll. "Das bedeutet natürlich nicht, dass nur ein Pfarrer in so einem Bezirk tätig ist. Man geht immer von einem Team von fünf pastoralen Mitarbeitern aus", erklärt Roppelt.
Auch auf Kulmbach wird dies Auswirkungen haben. Denn aktuell gibt es in Kulmbach Stadt und Land 9000 Katholiken. "Generell ist es so, dass die Zahl der Katholiken abnimmt. Aber die Kirchenaustritte und Eintritte gleichen sich aus, wir verlieren nur durch den demografischen Wandel", erklärt der alte und neue Dekan die Situation.
Nur Neudrossenfeld bildet da eine Ausnahme. Denn dort steigt die Zahl der Katholiken durch Zuzüge an. "Eines kann ich aber jetzt schon sagen: Es wird keine Versetzung von Pfarrern geben", beruhigt Roppelt und hofft auf Verständnis.
Bis 2022 werden 229 aktive Priester in der Erzdiözese Dienst leisten, 2015 waren es noch 242. Doch diese Prognose funktioniert nur, wenn es jährlich zwei neue Priester gibt.
Beim pastoralen Personal ist der Rückgang noch stärker: Dort wird die Zahl der Beschäftigten von 241 im Jahr 2016 auf 210 im Jahr 2022 zurückgehen. Dekan Hans Roppelt weiß, dass die Vergrößerung der Seelsorgeeinheiten sicher keine einfach Aufgabe werden wird, doch er wird sich nach besten Kräften einbringen. "Wir haben in den letzten 24 Jahren viel erreicht. Als ich angefangen habe, waren die pastoralen Mitarbeiter erst so langsam auf den Weg, anerkannt zu werden. Heute sind die pastoralen Mitarbeiter nicht mehr aus der alltäglichen Arbeit wegzudenken", sagt Roppelt.


Pfarreien kooperieren

Ein weiterer wichtiger Schritt, den Roppelt immer mit persönlichem Einsatz verfolgt hat, war die Kooperation verschiedener Pfarreien. "Kulmbach ist ein gutes Beispiel. Die Gemeinde ,Unsere Liebe Frau' und St.Hedwig sind zusammengewachsen", sagt der Dekan und freut sich über Kooperationen. Inzwischen sind auch "priesterlose" Gottesdienste, die von sogenannten Gottesdienstbeauftragten zelebriert werden, etabliert und akzeptiert.
"Es hat sich in der katholischen Kirche in den letzten Jahren viel bewegt - das muss man wirklich anerkennen und sehen", sagt Roppelt. Persönlich sieht sich der neue Dekan als Koordinator, als Gesprächspartner für Priester und pastorales Personal und die Menschen, als Pfarrer, als Seelsorger und als Ansprechpartner bei Konflikten. Natürlich gehört auch die Vertretung der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit, Pressearbeit und das Voranbringen der Ökumene zu seinen Aufgaben. "Ich war in fast allen Pfarreien schon selbst als Pfarrer oder Pfarradministrator", berichtet Roppelt aus seinem reichen Erfahrungsschatz. Dekan Hans Roppelt geht mit neuem Eifer ans Werk und ist sicher, dass er der katholischen Kirche auch in den nächsten sechs Jahren gute Dienste erweisen kann.


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