Kulmbach
Brandstiftung

Hallenbrand: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Insider

Die Staatsanwaltschaft Hof hat es jetzt bestätigt: Nach dem Feuer in der Freizeithalle am Goldenen Feld wird wegen schwerer Brandstiftung gegen eine Person ermittelt, die Ortskenntnis hatte.
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Bei dem Brand in der Freizeithalle in der Nacht zum 23. April entstand ein Sachschaden in Höhe von rund drei Millionen Euro. Foto: Archiv/Jürgen Gärtner
Bei dem Brand in der Freizeithalle in der Nacht zum 23. April entstand ein Sachschaden in Höhe von rund drei Millionen Euro. Foto: Archiv/Jürgen Gärtner

Der Verdacht, dass das Feuer gelegt worden ist, das die Freizeithalle am Goldenen Feld in der Nacht zum 23. April zerstört hat, hatte sich den Rettungskräften schon bei den Löscharbeiten aufgedrängt: Da die Flammen an mehreren Stellen bekämpft werden mussten, war es naheliegend, dass Brandbeschleuniger eingesetzt worden waren.

Aufzeichnungsgeräte waren verschwunden

Was den Helfern noch merkwürdig vorkam: Es gab Kameras, die in der Halle installiert waren. Die Aufzeichnungsgeräte waren jedoch verschwunden. So lag die Vermutung nahe, dass es sich bei dem Brandstifter um eine Person gehandelt hat, die über Ortskenntnisse verfügt.

Das bestätigte jetzt die Staatsanwaltschaft Hof. Wie Oberstaatsanwalt Andreas Cantzler mitteilt, wird gegen einen Insider ermittelt. Canztler betont in diesem Zusammenhang jedoch ausdrücklich, dass es sich nicht um den Eigentümer der Anlage handelt.

Steuerhinterziehung?

Die Ermittlungen werden im übrigen nicht nur wegen schwerer Brandstiftung geführt, sondern auch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. "Die Steuerhinterziehung steht aber nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Brand", so der Sprecher der Hofer Staatsanwaltschaft. Weil es auch um ein Wirtschaftsdelikt geht, war das Verfahren erst vor kurzem von der Bayreuther an die für Wirtschaftskriminalität zuständige Hofer Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Auf freiem Fuß

Auch das sich hartnäckig haltende Gerücht, dass es sich nicht um einen Einzeltäter gehandelt hat, war nicht an den Haaren herbeigezogen. Wie Oberstaatsanwalt Cantzler mitteilt, gibt es tatsächlich einen weiteren Tatverdächtigen. Die beiden Personen, gegen die ermittelt wird, befinden sich nach seinen Worten nicht in Untersuchungshaft, sondern sind auf freiem Fuß. "Jetzt geht es um die Frage, ob der Tatnachweis geführt werden kann", sagt der Oberstaatsanwalt zum Stand der Ermittlungen.

270 Rettungskräfte im Einsatz

Der Brand in der Freizeithalle hatte im April für einen der größten Feuerwehreinsätze der jüngsten Vergangenheit in Kulmbach geführt. Gegen 3.30 Uh war in der Nacht zum 23. April Rauchentwicklung in der Straße "Am Goldenen Feld" gemeldet worden. Das Feuer setzte in der mit Blech verkleideten Halle, in der neben einem Bowlingcenter auch ein Indoor-Kinderspielplatz und ein Restaurant untergebracht waren, nahezu die komplette Inneneinrichtung in Brand. Bis zu 270 Kräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Rettungsdienstes und der Polizei waren stundenlang im Einsatz, nachdem sich die Löscharbeiten schwierig gestaltet hatten.

Es gab keine Verletzten

Glücklicherweise erlitt bei dem Brand niemand Verletzungen. Es stand jedoch ein Schaden in Höhe von drei Millionen Euro. Bei den Ermittlungen erhielten die Brandfahnder Unterstützung von einem Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes und von einem speziell ausgebildeten Spürhund der Polizei. Mitte Mai bestätigte die Polizei, dass es sich um Brandstiftung gehandelt hat.

Was wird aus der Brandruine?

Auf die Frage, ob die Brandruine abgerissen wird, hatte der Eigentümer vor zwei Wochen erklärt, dass er das noch nicht wisse. Er müsse die Ergebnisse der Gutachten abwarten. Es sei auch noch nicht geklärt, wie der Brand mit der Versicherung abgewickelt werden kann. Den Teilabriss des Gebäudes hat der Geschäftsmann bereits beantragt. Dieser sei aber noch nicht genehmigt worden, so der Geschäftsmann. Die Frage, ob er den Wiederaufbau plane, konnte er sieben Monate nach der Brandnacht nicht beantworten.



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