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Kulmbach
Großbrand

Hallenbrand: Nach dem Freispruch spricht jetzt der Geschädigte

Der Betreiber und ein Mitarbeiter wurden vom Vorwurf, das Feuer in der Kulmbacher Freizeithalle gelegt zu haben, freigesprochen. Der Besitzer äußert sich zum Prozessausgang und antwortet auf die Frage, was er am Goldenen Feld plant.
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Im April 2018 ist die Freizeithalle abgebrannt. Große Teile der Ruine wurden im vergangenen Jahr abgerissen. Foto: Alexander Hartmann
Im April 2018 ist die Freizeithalle abgebrannt. Große Teile der Ruine wurden im vergangenen Jahr abgerissen. Foto: Alexander Hartmann

Das Urteil kam für viele überraschend: Im Prozess um den Brand der Freizeithalle Am Goldenen Feld sind der frühere Betreiber und ein Mitarbeiter in der vergangenen Woche vom Vorwurf der Brandstiftung und des Versicherungsmissbrauchs freigesprochen worden. Dass sie das Feuer gelegt haben, konnte den beiden Männern (37 und 28 Jahre alt) nicht nachgewiesen werden. Selbst die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer vor dem Bayreuther Schöffengericht einen Freispruch gefordert.

Mit großem Interesse verfolgt

Einer, der den Ausgang der Verhandlung mit großem Interesse verfolgt hat, ist Ali Nassyrov. Dem Bayreuther Geschäftsmann gehört das Grundstück im Industriegebiet, auf dem bis vor zwei Jahren die Freizeithalle stand, ehe sie bei dem Großbrand völlig zerstört wurde.

Nassyrov ist, wie er auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, froh, dass das Urteil jetzt gesprochen wurde. Froh darüber, dass endlich feststeht, dass sein früherer Pächter kein Brandstifter ist. Unter dem Verdacht, er habe das Feuer gelegt, und der Anklage habe dessen ganze Familie schwer gelitten, erklärt Nassyrov, der deutlich macht, dass eine Vorverurteilung ein Menschenleben schnell ruinieren kann.

Großteil wurde 2019 abgerissen

Wer das Feuer gelegt hat, ist fast zwei Jahre nach dem Großbrand ebenso ungeklärt wie die Zukunft des Areals Am Goldenen Feld. Dort, wo bis April 2018 viele Kulmbacher Bowling gespielt haben, sind heute nur noch der ausgebrannte Eingangsbereich und einzelne Wände zu sehen. Große Teile der Brandruine sind im vergangenen Jahr abgerissen worden. Ali Nassyrov, dem die Olymp Vermietungs GmbH gehört, plant einen Hallenneubau. Welche Nutzung er vorsehe, könne er allerdings noch nicht sagen, so der Bayreuther. Es könnte eine Lagerhalle ebenso werden wie eine Freizeithalle. "Es geht hier um die Wirtschaftlichkeit, nicht nach meinen Wünschen", sagt Nassyrov, der betont, dass er noch Gespräche mit der Versicherung führen muss.

Bleiben Gebäudereste stehen?

Während er den Abriss der restlichen Gebäudeteile für sinnvoll erachte, um dann einen kompletten Neubau zu errichten, wolle die Versicherung, dass die noch stehenden Mauern erhalten bleiben und in das Projekt eingebunden werden. Was Nassyrov nicht nachvollziehen kann. Er erklärt, dass die Reste der Halle über zwei Jahre Wind und Wetter ausgesetzt waren und äußerst marode seien. Müssten diese stehen bleiben, käme ein Neubau sehr teuer.

Viele offene Fragen

Es gibt noch viele offene Fragen nach dem Großbrand. Nur eine hat das Bayreuther Schöffengericht in der vergangenen Woche geklärt. Es hat den Betreiber, der ein Geständnis abgelegte hatte, dieses aber in der Verhandlung widerrufen hat, ebenso freigesprochen wie seinen früheren Mitarbeiter. Weil die Beweislage zu dünn war. "Es reicht einfach nicht für ein Urteil", sagte der Vorsitzende Richter Daniel Götz.

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