Kulmbach
Ausstellung

Große Kunst in der Großen Hofstube

Zum 90. Mal präsentiert der Bund fränkischer Künstler (BFK) Werke seiner Mitglieder auf der Plassenburg. Die Ausstellung ist noch bis 7. September zu sehen.
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Zeitgenössische Kunst ist in der Großen Hofstube der Burg zu sehen. Foto: Klaus Klaschka
Zeitgenössische Kunst ist in der Großen Hofstube der Burg zu sehen. Foto: Klaus Klaschka
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Der BFK besteht seit 1929, wurde in Nürnberg von der "Feierabend-Gesellschaft" gegründet und stellt seitdem ununterbrochen jedes Jahr im Sommer zeitgenössische Kunst in der Großen Hofstube der Burg über Kulmbach aus.

Diese Ausstellungen waren und sind eine "herausragende Bereicherung" des Kulmbacher Kulturlebens, attestierte Zweiter Bürgermeister Ralf Hartnack zur Eröffnung der Ausstellung dem Bund von "hochkarätigen Kunstschaffenden" die einen "Bezug zu Franken haben", entweder hier geboren sind oder sich hier angesiedelt haben. Für Kulmbach ist diese alljährliche Ausstellung einer der "weichen Standortfaktoren, die zur weiteren wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklung der Stadt beitragen," merkte Hartnack unter anderem an.

Sonderausstellung für Günther Wolfrum

Mit einer Sonderausstellung gleich am Eingang der Hofstube dankt der BFK Günther Wolfrum. Der gebürtige Nailaer mit Atelier in Presseck war, zusammen mit seiner Ehefrau Renate, 35 Jahre lang Schatzmeister des BFK. Seine überwiegend zeichnerischen Arbeiten schlüsseln geometrische Grundraster in Menschen und Ansichten auf, die unter anderem auch in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung München zu sehen sind. Außerdem ernannte der BFK Hans Wuttig zum Ehrenmitglied.

Der 87-Jährige malt vorwiegend gegenständliche Aquarelle im impressionistischen Stil, experimentiert aber auch mit anderen Darstellungsformen. Er wurde 2011 für sein künstlerisches Gesamtwerk und für seine Verdienste um die bildende Kunst mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet und ist Ehrenbürger von Sulzbach-Rosenberg, wo er seit seinem Studienabschluss lebt. Wuttig war ab 1985 stellvertretender Vorsitzender des BFK.

Neue Vorsitzende

Mit der diesjährigen Ausstellung stellt sich der BFK auch mit einer neuen Führungsmannschaft vor: Vorsitzende ist nun Anita Magdalena Franz (Nürnberg). In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sich die Psychotherapeutin in Skulpturen, Objekten und Figuren mit dem archaischen Material Ton auseinander. "Aus der Reihe getanzt" titelt sie eine Zusammenstellung von neun Figuren, die in der Ausstellung zu sehen ist. Insgesamt stellen bis zum 7. September 100 Kunstschaffende insgesamt 158 Werke ganz verschiedener Techniken, Ansichten, Einsichten und Materialien aus.

In der Ausstellung sind aus dem Kulmbacher Raum neben Günther Wolfrum unter anderem auch Waltraud Caroline Keyn, Helga Hopfe und Marion Kotyba vertreten. Keyn, eine eher abstrakte Malerin, wendet sich in den vergangenen Jahren wieder Gegenständlichem zu und zeigt auf der Burg eine großformatige Foto-Bearbeitung auf recycltem Untergrundmaterial. Helga Hopfe ist mit zwei Bildern, natürlich mit Katze, aber diesmal ungewohnt unfarbig vertreten. Marion Kotyba schwelgt in bewegten Momentaufnahmen von kontrastierenden, teils sehr intensiven Farben. Mit jazzig bis songwriter-mäßigen Stücken umrahmten Klara Schwarz und Karsten Friedrich die Ausstellungseröffnung musikalisch.

Mit einer breiten philosophischen Betrachtung von Kunst nach der Erfindung der Fotografie und deren Stellung im wechselnden gesellschaftlichen Diskurs zeichnete Gerhard Schlötzer, der Vorsitzende des Berufsverbands Bildender Künstler Oberfranken, einen weiten Bogen zwischen Sinn bis Wert von Kunst in der heutigen Zeit.

Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Jeder Besucher kann die ausgestellten Werke bewerten und eines für den Publikumspreis empfehlen. Jeden Sonntag findet um 15 Uhr eine Führungen durch die Ausstellung statt. Finissage in der Hofstube ist am 7. September mit Überreichung des Publikumspreises um 14.30 Uhr. Von 15.15 bis 16 Uhr wird der Literaturverein Kulmbach zudem eine Lesung veranstalten.

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