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Thurnau
Brauchtum

Gregori ist jetzt offiziell ein Kulturerbe

Das Brauchtumsfest Gregori wurde in das Verzeichnis des "Immateriellen Kulturerbes in Bayern" aufgenommen.
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Tänze der Schul- und Kindergartenkinder sind fester Bestandteil des Gregori-Festes, das in das Verzeichnis des "Immateriellen Kulturerbes in Bayern" aufgenommen wurde. Foto: privat
Tänze der Schul- und Kindergartenkinder sind fester Bestandteil des Gregori-Festes, das in das Verzeichnis des "Immateriellen Kulturerbes in Bayern" aufgenommen wurde. Foto: privat
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Ob das Gregori-Fest 2020 stattfinden wird, ist in der Corona-Krise fraglich, auch wenn es eigentlich aus dem Veranstaltungskalender nicht wegzudenken ist: Es ist ein Brauchtumsfest, das Jahr für Jahr Tausende Schüler und Kindergartenkinder feiern und das jetzt in das Verzeichnis des "Immateriellen Kulturerbes in Bayern" aufgenommen worden ist.

Erfreuliche Nachricht aus Ministerium

Staatsminister Albert Füracker hat dem Markt Thurnau jetzt diese erfreuliche Mitteilung gemacht. Die Töpfergemeinde hatte die Aufnahme, stellvertretend für alle Orte, in denen die Tradition weiterhin hochgehalten wird, beantragt.

Das Gregori-Fest steht für eine jahrhundertealte Tradition der Schul- und Kinderfeste. Ursprünglich in ganz Mitteleuropa verbreitet, hat es sich heute vor allem im östlichen Oberfranken erhalten. In Kasendorf, Kulmbach, Schnabelwaid, Creußen, Pegnitz und Thurnau bildet das Fest bis heute einen wichtigen Höhepunkt im schulischen und kulturellen Jahresablauf.

Aufwendige Recherche

Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) freut sich sehr über die Nachricht aus München: "Die Recherchen für die Bewerbung haben gut vier Jahre in Anspruch genommen. In diesem Zusammenhang bedanke ich mich im Namen des Marktes beim damaligen Antragsteller und Initiator Veit Pöhlmann."

Mitarbeiterin Sandra Peters habe unter Mithilfe aller beteiligten Kommunen viele Informationen zur Geschichte und Entwicklung, zur gegenwärtigen Anwendung und Praxis, zur Bedeutung des Festes und zur Weitergabe von spezifischem Wissen um den Brauch zusammengetragen. Begleitende Gutachten wurden laut Bernreuther von Professor Martin Ott, Lehrstuhlinhaber des Instituts für Fränkische Landesgeschichte, und von Kreisheimatpfleger Harald Stark verfasst.

Unterstützt und eng begleitet worden sei das Vorhaben vom UNESCO-Club Kulmbach-Plassenburg mit Hartmut Schuberth als Vorsitzendem. "Alle zusammen haben die Basis geschaffen, damit die Aufnahme erfolgen konnte. Allen gilt ein herzlicher Dank. Ein ebensolcher Dank geht an den Förderverein der Grundschule Thurnau und dessen Vorsitzenden Ulrich Hüttemann, die als offizielle Antragsteller die Patenschaft für die Bewerbung und für das Gregorifest übernommen haben", so Bernreuther.

Auch Lindenkerwa gehört dazu

Insgesamt 13 Kulturformen wurden 2020 in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Seit 2014 werden in Deutschland immaterielle Kulturformen bei der UNESCO gelistet. "Neben der Limmersdorfer Lindenkirchweih, die auch in der Bundesliste steht, und der Genussregion Oberfranken zeugt das Gregori-Fest nun einmal mehr von der hohen Kulturdichte und der gelebten Tradition unserer Region", stellt das Thurnauer Gemeindeoberhaupt fest

Mit dem Gedanken, die Aufnahme eines weiteren Brauchtums in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes zu beantragen, trägt sich der Kulmbacher Büttnerverein, der die Tradition des Büttnertanzes hochhält, der alljährlich zum Auftakt der Bierwoche aufgeführt wird.

Folgt der Büttnertanz?

"Wir haben das Vorhaben zuletzt zwar nicht forciert, den Antrag aber immer noch im Blick", sagt dazu Vorsitzender Michael Zapf.

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