Kulmbach
Kunst und Kultur

Graffiti in Kulmbach: Ist das eigentlich Kunst?

An den illegalen Zeichnungen an Wänden und Brückenpfeilern scheiden sich die Geister. Witz und Können ist den unbekannten Sprayern nicht abzusprechen.
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Foto: Katrin Geyer
Foto: Katrin Geyer
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Ist das Kunst? Oder einfach nur eine Sauerei? Wenn es um Graffiti geht, scheiden sich die Geister. Die auf Wände und Mauern gesprühten Schriftzüge und Bilder werden in der öffentlichen Wahrnehmung meist als Vandalismus betrachtet. Von anderer Seite werden sie als Kunst anerkannt.

Eine Gratwanderung ist es also, wenn man in einer seriösen Zeitung Graffiti-Fotos veröffentlichen, die - eigentlich - ganz witzig sind. Wohl wissend, dass manchem das nicht gefallen wird. Und ausdrücklich versehen mit dem Hinweise, dass wir niemanden animieren wollen, sich ebenfalls illegal als Sprayer zu betätigen. Aus diesem Grund sagen wir auch nicht genau, wo wir die Bilder entdeckt haben.

Uns ist klar: Wer unerlaubt Wände besprüht, macht sich strafbar. "Das ist Sachbeschädigung", stellt Alexander Horn, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach, fest. Und er spricht davon, dass es bei solchen Taten ein stetes Auf und Ab gebe. "Gerade registrieren wir wieder etwas mehr."

Beim Zentralverband der Deutschen Haus- und Grundeigentümer heißt es, dass die Entfernung unerlaubter Graffiti von Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln pro Jahr rund 500 Millionen Euro koste. Die Deutsche Bahn bezifferte ihre Schäden im Jahr 2012 auf 33 Millionen Euro -   von 30 000 Vandalismus-Taten seien 14 000 Graffiti-Fälle.

Einerseits. Andererseits gibt es eine erkleckliche Anzahl von Künstlern, die durch Graffiti einige Berühmtheit erlangt haben. Zu den renommierten und zu Höchstpreisen gehandelten Street-Art-Künstlern zählt beispielsweise Banksy - der auch deshalb einer breiten Masse bekannt wurde, weil er in eines seiner gerahmten Bilder eine Vorrichtung einbaute, die dafür sorgte, dass jenes Bild unmittelbar nach einer Versteigerung geschreddert wurde.

In Kulmbach prangen an vielen Stellen Graffiti. Besonders beliebt: große Brückenpfeiler. Aber auch am Fußweg des ehemaligen "Kaufplatzes" sind die Wände bunt. Wobei das in diesem Fall Ergebnis einer gesetzeskonformen, von der Stadt genehmigten Aktion des Kunstvereins und des Caspar-Vischer-Gymnasiums war.

Liegt keine Genehmigung vor, ist man bei der Stadt rigoros:"Schmierereien werden angezeigt", sagt Sprecher Simon Ries.

Auch dann, wenn die Schweinerei doch eher nach Kunst aussieht.



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