Grafengehaig
Konzert

Grafengehaig: Ein Déjà-vu nach 18 Jahren

Die Haberjazzband aus München spielte im Rahmen der 700-Jahr-Feier in Grafengehaig. Das Publikum war begeistert.
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Die Haberjazzband spielte am Samstag exzellent - von Old-Time-Jazz bis Swing - auf dem Grafengehaiger Dorfplatz. Fotos: Klaus Klaschka
Die Haberjazzband spielte am Samstag exzellent - von Old-Time-Jazz bis Swing - auf dem Grafengehaiger Dorfplatz. Fotos: Klaus Klaschka
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Dass Grafengehaig irgendetwas mit Jazz oder den amerikanischen Südstaaten gemeinsam hat, wäre schlichtweg gelogen. Und trotzdem: Der Abend mit Dixieland und Swing im Ort am Hang zum Frankenwald hat ohne Abstriche gepasst. Im Rahmen der 700-Jahr-Feier spielte dort am Samstag die "Haberjazzband" aus München unter freiem Himmel auf - drei Stunden lang auf dem Dorfplatz.

Der Platz und der Bereich am Übergang zur Kirche daneben war mit Bänken und Tischen "möbliert". Und trotzdem reichten die Sitzplätze gerade so aus. Es schien, als ob das ganze Dorf auf den Beinen war - trotz der urplötzlich recht frischen Temperaturen.

"Mich hätte fast der Schlag getroffen, als es regnete", sagte stellvertretender Bürgermeister Volker Kirschenlohr um 14 Uhr bei der Eröffnung des Konzerts. Auch Bürgermeister Werner Burger schwante Übles, als er etwa zur gleichen Zeit nach der Probe des Bürgermeisterchors auf die Straße trat.


Am Abend schien die Sonne

Doch alle Befürchtungen hatten sich als haltlos erwiesen. Am Abend schien in Grafengehaig die Sonne, wenn auch hinter Wolken. So konnte doch draußen gefeiert werden, auch wenn die Kirche als Ersatz-Konzertsaal zur Verfügung gestanden wäre. Aber dann hätten die Bedienungen Bier, Wein, Bratwürste und Flammkuchen wohl nicht vom Dorfplatz ins Gotteshaus gebracht. Diese Vorbereitungen wären dann umsonst gewesen.

Die Grafengehaiger Kirche war von außen diesmal besonders herausgeputzt und farbig illuminiert, was ihr gut steht. Und so war den Besuchern des Festes für Augen und Ohren etwas geboten.
Die "Haberjazzband" (HJB) hatte schon einmal in Grafengehaig gespielt - vor etwa 18 Jahren in der Kirche. Damals wie heute kam das Konzert mit Beziehungen zustande: Saxophonist Stefan Schneider ist nämlich der Schwiegersohn der Nachbarn von Volker Kirschenlohr und deshalb selbst ab und zu in Grafengehaig. Ansonsten tritt die Band in München unter anderem jeden ersten Mittwoch im Monat in einem Lokal an der Max-Joseph-Straße auf.

Gegründet wurde die Formation von Klarinettist Thomas Haberzeth vor fast 40 Jahren. Neben Stefan Schneider ist auch Andreas? Schneider (Trompete, Flügelhorn) von Anfang an dabei; außerdem Dan Bauerfeind (Posaune), Wiggerl Kugler (Keyboards), Markus Wagner (Kontrabass), Herbert "Banani" Wittemer (Schlagzeug) sowie Matthias Hoderlein (Gitarre und Banjo). Die HJB spielt Old-Time-Jazz wie Dixieland, "Klassiker" von Duke Ellington und Swing aus den 60er Jahren vom Feinsten. Die Improvisationen sind frisch, aber nicht aufdringlich, und wirken nicht ausgeklügelt. Eigentlich macht die Band jeden Musikkritiker arbeitslos, denn wer an ihr etwas aussetzen wollte, würde das nur aus purer Böswilligkeit tun.

Und so sah und hörte es auch das Publikum in Grafengehaig: Der Applaus nach den Stücken und den jeweiligen Improvisationen war nicht nur anstandshalber, sondern aufrichtig. Das Konzert der "Haberjazzband" war in der Mitte der diesjährigen 700-Jahr-Feierlichkeiten kein "würdiger", sondern ein entspannter, fröhlicher Beitrag.


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