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Kulmbach
Prävention

Gesundheitsangebote: Firma und Arbeiter profitieren

Firmen und Mitarbeiter profitieren gleichermaßen von betrieblicher Gesundheitsvorsorge. Wir stellen Angebote vor.
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Symbolbild: Archiv
Symbolbild: Archiv

Die Nachfrage nach betrieblicher Gesundheitsvorsorge ist groß. Das weiß Michael Mross, der Leiter des igb-Gesundheitsnetzes, aus eigener Erfahrung. Die Abkürzung igb steht für Initiative gesunder Betrieb und umfasst ein umfangreiches Gesundheits-, Präventions- und Wellnessangebot für die Mitarbeiter von angeschlossenen Firmen.

Das 2011 gegründete Unternehmen ist in ganz Bayern, Thüringen und Sachsen tätig und hat rund 1200 Partner aus dem Gesundheitsbereich, die i-gb-Mitglieder nutzen können. Dazu zählen Fitness-Studios, Thermen und Saunen, Schwimmbäder, Masseure, Physiotherapeuten und vieles mehr. Bei Vorlage der Mitgliedskarte gibt es entweder freien Eintritt in die Einrichtungen oder einen Nachlass auf den Eintritts- beziehungsweise Behandlungspreis.

Mross: "Nach unserer Gründung vor neun Jahren sind wir in die Firmen gegangen und haben erklärt, wie wichtig Gesundheitsvorsorge ist. Heute ist das den meisten Unternehmen bewusst. Mittlerweile geht es darum, wie man die Mitarbeiter erreichen und motivieren kann, etwas für ihre Gesundheit zu tun."

Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist laut i-gb groß. Auch, weil es für die Firmen so möglich sei, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. "Für die Unternehmen ist das also auch aus Marketing-Sicht wichtig."

Am häufigsten nutzen i-gb-Karteninhaber Fitness-Studios oder besuchen Schwimmbäder. "Das macht 70 bis 80 Prozent aus." Aber auch Physiotherapeuten seien wichtige Bausteine. Nicht nur für die jungen Leute werden zudem Trendsportarten angeboten - zum Beispiel Klettern/Bouldern (beim DAV Kletterzentrum in Bayreuth oder bei den Blockhelden in Bamberg). Aber auch die kostenlose Teilnahme an Fitnesskursen ist möglich - in Kulmbach beispielsweise im KA2 und im Fit'n'Fun. "Deren Kurse kann man auch ohne Mitgliedschaft nutzen." Laut Mross ein großer Vorteil, denn viele schrecken eine Vertragsbindung oder verpflichtende Sporttermine ab.

Wie kommt das Angebot bei den Arbeitnehmern an? "20 Prozent machen ohnehin Sport. Für die ist das eine Belohnung, weil sie Geld sparen." Weitere 20 Prozent bekomme man nicht vom Sofa weg - egal, was man anbiete. Der Rest sei aber durchaus bereit, sich mehr zu bewegen. Bei denen scheitere es aber meist an der Umsetzung. "Genau die wollen wir mit guten Angeboten erreichen. Und das schaffen wir auch."

Was noch wichtig für den Erfolg ist: Die Trainings- und Gesundheitsangebote müssen in Wohnortnähe sein. "Firmensport ist zwar ein erster Schritt, aber es gibt Menschen, die nicht mit ihren Kollegen trainieren wollen." Das könne daran liegen, dass sie nicht so gut in Form sind. Oder sie wollen erst heimfahren und nach einer Pause sich sportlich betätigen. "Und deshalb ist ein wohnortnahes Angebot wichtig."

Ferner sei entscheidend, dass von Arbeitgeberseite alle Mitarbeiter über das Programm und dessen unterschiedliche Möglichkeiten informiert werden. "Das ist ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor."

Auch in Stadt und Landkreis Kulmbach gibt es immer mehr Firmen, die ihren Mitarbeitern betriebliche Gesundheitsprogramme anbieten. So wie die Kulmbacher Brauerei und der BRK-Kreisverband. Letzterer ist der Initiative gesunder Betrieb angeschlossen, die ein umfangreiches Programm mit rund 1200 Partnern anbietet.

Einer der Nutzer ist Dominik Hellmuth. "Eine super Sache", sagt der Leiter Personalwesen beim BRK zu dem Angebot. Hellmuth trainiert regelmäßig in Stadtsteinach im Fitness-Studio Ausdauer und Kraft, kann die Karte dort als Verpflegungsgutschein einsetzen. "Das lohnt sich schon." Für ihn ist das Angebot eine schöne Belohnung, "bewegt habe ich mich aber schon immer", erzählt er.

Das i-gb-Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem BRK entstanden. "Die Initiative gesunder Betrieb war anfangs ein studentisches Projekt mit dem BRK-Kreisverband Kronach", erinnert sich Geschäftsführer Jürgen Dippold. Ziel war es, den Mitarbeitern ein möglichst umfangreiches betriebliches Gesundheitsangebot zu machen.

Mit den damals durchgeführten Insellösungen - wie Dippold einzelne Angebote wie Yoga- oder Rückenkurse bezeichnet - sei man nicht zufrieden gewesen. "Damit haben wir nicht alle Mitarbeiter erreicht."

Deshalb habe sich der BRK-Kreisverband Kulmbach auch der i-gb angeschlossen, die eine Vielzahl von Partnern habe. "Das war von Anfang an ein Erfolg. Über 80 Prozent unserer 400 Mitarbeiter haben die i-gb-Karte und nutzen sie im Schnitt drei Mal im Monat für die unterschiedlichsten Angebote", so Dippold, der festgestellt hat: "Wir spüren seitdem einen Rückgang der krankheitsbedingten Fehlzeiten. Für uns ist die i-gb wie ein Sechser im Lotto."

Auch bei der Kulmbacher Brauerei wird auf die Gesundheit der Mitarbeiter geachtet: "Wir bieten seit vielen Jahren regelmäßig verschiedene Aktionen und Angebote im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements an", betont Pressereferentin Natalia Balacka.

Im Rahmen eines jährlich stattfindenden "Safety-Days" stehen bei der Brauerei neben verschiedenen Schulungen zur Arbeitssicherheit auch variierende Themen rund um Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung im Mittelpunkt. Im vergangenen Jahr lag der Fokus auf dem Thema Ernährung - mit ungewöhnlichen Aktionen: So gab es das Smoothie-Fahrrad, mit dem man sich aus frischem Obst einen Smoothie "erradeln" konnte.

Seit zwei Jahren bietet die Kulmbacher Brauerei nach den Worten von Natalia Ballacka darüber hinaus sogenannte Gesundheitstage an. Dabei konnten interessierte Mitarbeiter mittels einer speziellen Körperwaage einen Einblick in ihre eigene Körperzusammensetzung erhalten, sich die Wirbelsäule vermessen lassen oder an einer Ganganalyse und -vermessung teilnehmen. "Im Rahmen der Untersuchungen werden den Mitarbeitern individuell zugeschnittene Handlungsempfehlungen gegeben", ergänzt die Pressereferentin weiter.

Zudem bietet das Unternehmen punktuell in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse und einem ortsansässigen Fitnessstudio die kostenfreie Teilnahme an verschiedenen Fitness-Kursen an. "Hier gibt es spezielle Kursangebote für Mitarbeiter mit Bürotätigkeiten sowie für Mitarbeiter aus dem gewerblich-technischen Bereich. All diese Maßnahmen verstehen wir als Zeichen unserer Verantwortung und unserer Wertschätzung unseren Mitarbeitern gegenüber. Positive Effekte auf Leistungsvermögen und Leistungsbereitschaft nehmen wir gerne in Kauf ", so Ballacka.

Aber auch die Außenwirkung ist der Brauerei bewusst: "Solche Maßnahmen sprechen sich herum und machen uns als Arbeitgeber auch interessant für potenzielle neue Mitarbeiter."